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Nationales Genomforschungsnetz


Die Struktur des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN).

Das NGFN besteht aus 5 krankheitsorientierten Netzen (hier grün dargestellt), dem Kernbereich (orange) und den Plattformtechnologien (blau).

Das Nationale Genomforschungsnetz

Die Forscher im Nationalen Genomforschungsnetz arbeiten gemeinsam daran, die Funktionen und das Zusammenspiel der menschlichen Gene aufzudecken. Sie wollen herausfinden, welche Gene an der Entstehung welcher Krankheiten beteiligt sind. Ihre Ergebnisse werden zu einem völlig neuen Verständnis von Krankheiten führen und effektivere Ansatzpunkte für die Behandlung weit verbreiteter Krankheiten liefern.

Nachdem das menschliche Genom entschlüsselt wurde, besteht die größere Herausforderung darin, die im Genom enthaltenen Informationen zu verstehen. Durch die Entwicklung von leistungsfähigen Technologien kann die Funktionsanalyse der Gene heutzutage vielfach automatisch und deshalb effizienter durchgeführt werden als noch vor einigen Jahren. Es kommt jetzt darauf an, diese neuen technischen Möglichkeiten für die Krankheitsforschung zu nutzen.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat deshalb ein Programm auf den Weg gebracht, das Genomforschung mit Krankheitsforschung verbindet: Das Nationale Genomforschungsnetz (NGFN). Für dieses Forschungsprogramm stellt das BMBF bis zum Jahr 2004 rund 180 Millionen ? Fördermittel zur Verfügung.

Die wesentliche Besonderheit des NGFN ist seine kooperative Netzwerkstruktur: Wissenschaftler aus sehr unterschiedlichen Fachrichtungen - wie zum Beispiel Biologen, Mediziner oder Informatiker - bringen ihr jeweiliges Know-How und ihre Technologiemöglichkeiten in gemeinsamen Projekten zusammen, um die Diagnose und Heilungschancen wichtiger Volkskrankheiten zu verbessern. Zu diesen Volkskrankheiten zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Erkrankungen des Nervensystems, umweltbedingte Erkrankungen sowie Infektionen und Entzündungen.

Über die Gene, die zur Entstehung dieser Krankheiten beitragen, ist nur sehr wenig bekannt. Deshalb arbeiten Ärzte und klinische Forscher in fünf krankheitsorientierten Netzen zu den oben genannten Krankheitsthemen mit den modernsten Methoden der Medizin und Genanalyse daran, die molekularen Grundlagen dieser Erkrankungen aufzuklären. Jedes dieser fünf krankheitsorientierten Netzwerke besteht aus 3-5 Standorten, die vornehmlich an Instituten und Kliniken von Universitäten angesiedelt sind, aber auch einige nicht-universitäre Forschungsinstitute und verschiedene Biotechnologie-Unternehmen einbeziehen.

Um die großen Mengen an Experimenten rasch und effizient durchführen zu können, brauchen die Wissenschaftler ausgefeilte Technologien. Es wäre aber viel zu teuer und auch ineffizient, diese Technologien an allen Forschungsstandorten zu etablieren. Deshalb werden diese Methoden, insbesondere die so genannten "Hochdurchsatzverfahren", von vier Helmholtz-Zentren und einem Max-Planck-Institut zur Verfügung gestellt. Diese hochspezialisierte Institutionen bilden den "Kernbereich". Eine zentrale Aufgabe des Kernbereichs ist auch die Technologieentwicklung. Einerseits sollen bestehende Technologien effektiver gemacht werden, andererseits will man auch neue Methoden entwickeln, um molekularbiologische Prozesse besser analysieren zu können.

Unverzichtbar sind hier auch das Wissen und die Methodenkenntnis der Bioinformatik, der Proteomforschung und der genetische Epidemiologie. Diese drei Bereiche sind im NGFN unter dem Begriff "Plattformtechnologien" zusammengefasst".

Keine der genannten Gruppierungen kann für sich allein die Zielsetzung des NGFN erreichen. Dementsprechend ist das Hauptkriterium für Erfolg die uneingeschränkte Kooperation aller Beteiligten. Jedes der ca. 300 Teilprojekte, die in ihrer Gesamtheit das Nationale Genomforschungsnetz bilden, findet spezifisch zu seinem Forschungsthema Unterstützung durch Methodenberatung, Mitwirkung an klinischer Forschung, Nutzung gemeinsamer Infrastruktur sowie organisierten Material- und Erfahrungsaustausch.


 

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