Anzeige
Die Stahlpreise werden nach Einschätzung der rund 250 Teilnehmer der diesjährigen 14. Handelsblatt Jahrestagung „Stahlmarkt 2010“ steigen. Rund 70 Prozent der Vertreter aus der Stahlindustrie gaben in der erstmalig im Rahmen der Tagung durchgeführten TED-Umfrage an, 2010 mit steigenden Preisen zu rechnen. Traditionell lebt die Stahlindustrie mit Zyklen.
Besondere Herausforderungen bergen die Zyklen nach Einschätzung von rund 40 Prozent der Teilnehmer für die Stahlproduzenten. Die Auswirkungen der Höhen und Tiefen der Stahlindustrie haben aber auch Verarbeiter, die Stahldistribution und letztlich die Endkunden zu tragen. Die verhalten optimistische Stimmung der diesjährigen Handelsblatt Jahrestagung zeigte sich auch bei der Antwort der Teilnehmer auf die Frage, wann die deutsche Rohstahlproduktion wieder 45 Millionen Tonnen erreichen wird. In den nächsten zwei Jahren rechnen nur wenige mit einer Produktion auf Vorkrisenniveau. 44,3 Prozent prognostizieren nach 2012 wieder ein sehr hohes Rohstahlproduktionsniveau. Bereits 2012 erwarten 26,1 Prozent eine hohe Kapazitätsauslastung. Eindeutig fiel die Beurteilung der Befragten hinsichtlich der weiteren Wachstumspotenziale in China aus. Über 80 Prozent rechnen damit, dass der Stahlverbrauch in China weiter steigen wird.
Nachhaltigkeit setzt sich immer stärker durch
Die Bedeutung ökologischer, ethischer und sozialer Gesichtspunkte in der Geschäftsphilosophie von Stahlunternehmen nimmt immer weiter zu. Nicht nur die Bedeutung des Stahls für die Entwicklung grüner Technologien rückt in den Fokus der Unternehmen, sondern auch die eigene Nachhaltigkeitsstrategie. Befragt nach der eigenen Nachhaltigkeitsperformance beurteilen bereits knapp 60 Prozent diese als gut (37,2 Prozent) oder sehr gut (19,8 Prozent).
Kreditklemme und Rohstoffpreise belasten die Finanzierung
Angesichts der Finanzkrise und der schwachen konjunkturellen Entwicklung in den letzten 18 Monaten gewinnen Finanzierungsfragen eine immer größere Bedeutung. Gespalten waren die Erfahrungen der Befragten mit einer Kreditklemme. 52,6 Prozent gaben an, keine Kreditklemme zu erfahren. 47,4 Prozent räumten Probleme bei der Kreditvergabe ein. Als geeignete Instrumente, die Risiken insbesondere durch die Volatilität der Rohstoffmärkte aufzufangen, setzen 37, 9 Prozent weiter auf preisindizierte Verträge. Weitere 37,6 Prozent bewerten allerdings weder die London Metal Exchange noch das Kongruenzmodell oder preisindizierte Verträge als ausreichende Instrumente für ein funktionierendes Risikomanagement. Mit Blick auf die weiteren Rahmenbedingungen für die Unternehmensfinanzierung im Jahr 2010 gehen 63,4 Prozent davon aus, dass die Finanzierung 2010 im Vergleich zu 2009 schlechter werden wird. Die hohe Preisvolatilität für Stahl infolge der steigender Rohstoffpreise stellen für über die Hälfte (50,7 Prozent) der Teilnehmer die größte Herausforderung für den Stahlhandel in 2010 dar. Während logistische Probleme nur von 2,7 Prozent als problematisch angesehen werden, sind Kapitalbindung (25,3 Prozent) und Profitabilität (21,3 Prozent) die großen Herausforderungen im laufenden Jahr. Während die überwiegende Mehrheit dem internationalen Stahlhandel weiterhin große Bedeutung zumisst, glaubt nur ein kleinerer Teil (38,8 Prozent), dass Warenterminbörsen in naher Zukunft eine bedeutende Rolle im Stahlmarkt erlangen werden.
Stahl und seine Kunden
Die Automobilindustrie ist nach wie vor einer der wichtigsten Kunden der Stahlindustrie. Mit Blick auf die Kundenseite urteilten nur 19,6 Prozent, dass die Stahlpreise in der Wertschöpfungskette der Automobilindustrie eine geringe Bedeutung haben. Rund 42 Prozent messen den Stahlpreisen für den Automobilbau dagegen eine sehr große (15 Prozent) oder große (26.7 Prozent) Bedeutung zu. Weitere 38,4 Prozent schätzen die Bedeutung der Stahlpreise für die Autoindustrie als mittelmäßig ein. Auch wenn der Stahl im Flugzeugbau in den letzten Jahren an Bedeutung verloren hat, geht immer noch weit über die Hälfte der befragten Stahlexperten davon aus, dass Stahl im Flugzeugbau eine Zukunft haben wird. Allerdings wurde im Rahmen der Tagung sehr deutlich, dass es sich hier um Spezialstähle mit außergewöhnlichen Eigenschaften handeln wird, die in direkter Konkurrenz zu Titan stehen werden.
Die Zukunft der deutschen und europäischen Stahl- und stahlverarbeitenden Industrie hängt für über 50 Prozent der Befragten an technologisch hochwertigen Produkten. Als weitere wichtige Wettbewerbvorteile nannten die Teilnehmer der Handelsblatt Jahrestagung Kundennähe (24 Prozent), Kostenführerschaft (16 Prozent) und Anwendungsberatung (9,3 Prozent).
Kosten- und Innovationsdruck für Stahlzulieferer
Mit Blick auf die Anforderungen an die Zulieferer der Stahlindustrie sprachen sich 38,5 Prozent für kostengünstige Anlagenkonzepte aus. Weitere 35,9 Prozent fordern vom metallurgischen Anlagenbau neueste Umwelttechniken und 17,9 Prozent erwarten allgemeine Modernisierungen. Die Herausforderungen für die Stahl-Zulieferindustrie wurden sehr homogen von den Befragten beurteilt. Niedrigpreis-Wettbewerber aus den Schwellenländern wurden von 28,2 Prozent als Problem der Zulieferindustrie bewertet. Weitere 25,6 Prozent sehen die Herausforderungen in der Verschiebung der globalen Produktionskapazitäten. Die hochqualitative Positionierung in der Wertschöpfungskette wurde von 23,1 Prozent und die Visibilität der Auftragslage von weiteren 20,5 Prozent der Teilnehmer als herausfordernd beurteilt.
Die erstmalig im Rahmen der Handelsblatt Jahrestagung „Stahlmarkt 2010“ durchgeführte TED-Umfrage wurde vom Auditorium begeistert aufgenommen. Die rund 250 Teilnehmer sind vorwiegend in der Vorstands- oder Geschäftsleitungsebene tätig und kommen aus den Branchen Stahlindustrie, Elektrotechnik, Maschinenbau und Automobilindustrie. Die 15. Handelsblatt Jahrestagung „Stahlmarkt 2011“ findet am 22. und 23. Februar 2011 in Düsseldorf statt.
Das Programm finden Sie im Internet unter:
www.handelsblatt-stahlmarkt.de/?pr
Weitere Informationen zum Programm
EUROFORUM – ein Geschäftsbereich der EUROFORUM Deutschland SE
Konzeption und Organisation für Handelsblatt Veranstaltungen
Dr. phil. Nadja Thomas
Senior-Pressereferentin
Prinzenallee 3
40549 Düsseldorf
Telefon.: +49 (0)2 11. 96 86-33 87
Fax: +49 (0)2 11. 96 86-43 87
E-Mail: nadja.thomas@euroforum.com
Handelsblatt und Wirtschaftswoche Veranstaltungen
EUROFORUM ist Exklusiv-Partner für Veranstaltungen des Handelsblatts sowie der WirtschaftsWoche. Gemeinsam werden Konzepte zu aktuellen und richtungsweisenden Themen erarbeitet. Die Vermarktung und Durchführung der Veranstaltungen erfolgt durch EUROFORUM.
EUROFORUM steht in Europa für hochwertige Kongresse, Seminare und Workshops. Ausgewählte, praxiserfahrene Referenten berichten zu aktuellen Themen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung. Darüber hinaus bieten wir Führungskräften ein erstklassiges Forum für Informations- und Erfahrungsaustausch. EUROFORUM ist ein Geschäftsbereich der EUROFORUM Deutschland SE, einem führenden deutschen Konferenzanbieter.
Unsere Muttergesellschaft, die Informa plc mit Hauptsitz in London, organisiert und konzipiert jährlich weltweit über 12.000 Veranstaltungen. Darüber hinaus verfügt Informa über ein umfangreiches Portfolio an Publikationen für die akademischen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Märkte. Informa ist in über 80 Ländern tätig und beschäftigt mehr als 10.000 Mitarbeiter.
Dr. phil. Nadja Thomas | Quelle: EUROFORUM
Weitere Informationen: www.euroforum.com
Weitere Berichte zu: Automobilindustrie > EUROFORUM > Flugzeugbau > grenzüberschreitende Wertschöpfungskette > Handelsblatt > Kreditklemme > Stahlhandel > Stahlindustrie > Stahlpreis > TED-Umfrage
Eurex wird im 4. Quartal 2012 neues Handelssystem einführen
09.02.2012 | Gruppe Deutsche Börse
Using finance theory to examine the ideal form of corporations and society
09.02.2012 | Waseda University
Erstmals gezeigt, dass Atomkerne transparent werden
Einem Team von DESY-Wissenschaftlern um Dr. Ralf Röhlsberger gelang es an der hochbrillanten Synchrotronlichtquelle PETRA III, Atomkerne mit Hilfe von Röntgenlicht transparent zu machen. Sie entdeckten dabei gleichzeitig ein neues Prinzip, um einen optisch gesteuerten Schalter für Licht herzustellen, also Licht mit Licht zu beeinflussen, ein wichtiger Baustein auf dem ...
Wissenschaftler beobachten, wie Oxytocin zentrale Schaltstellen im Gehirn erreicht und das Verhalten beeinflusst
Kuschelhormon, Treuehormon, Angstlöser – häufig gebrauchte Schlagwörter für das Neuropeptid Oxytocin, das sich in den letzten Jahren als ein Stoff erwiesen hat, der unser Verhalten in zentralen Regionen des Gehirns positiv beeinflussen kann. Was jedoch bisher völlig unklar war: Wie gelangt dieser Botenstoff aus dem Hypothalamus in die Hirnbereiche, die ...
Ein neuartiger Biopolymer-Film aus Lachs-DNA mit Silber-Nanopartikeln speichert Informationen kostengünstig und umweltverträglich.
Entstanden ist das organische System in fächer- und länderübergreifender Zusammenarbeit von Wissenschaftlern des DFG-Centers for Functional Nanostructures (CFN) am KIT und des Institute of Photonics Technologies an der National Tsing Hua University in Taiwan. Der DNA-Datenspeicher eignet sich unter anderem für biotechnische Anwendungen, etwa als Bauteil in Biosensoren.
Das System ...
Bildveröffentlichung der Europäischen Südsternwarte (Garching) - Mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO haben das bislang detailreichste Infrarotbild der Sternkinderstube des Carinanebels aufgenommen. Es zeigt vor dem spektakulären Hintergrund einer himmlischen Landschaft auf Gas, Staub und jungen Sterne zahlreiche nie gesehene Details und zählt zu den atemberaubendsten VLT-Bildern überhaupt.
Im Herzen der südlichen Milchstraße, im Sternbild Carina (Der Schiffskiel, [1]), befindet sich in einer Entfernung von etwa 7500 Lichtjahren die Sternkinderstube des Carinanebels. Diese ausgedehnte Wolke aus leuchtendem Gas und Staub ist von der Erde aus gesehen eine der nächstgelegenen Geburtsstätten massereicher Sterne.
Der Nebel beinhaltet einige der hellsten und ...
Auf der embedded world identifizieren Wissenschaftler der Fraunhofer ESK Lücken im Funkspektrum, um diese für zusätzliche Übertragungen zu nutzen.
Der in Halle 5, Stand 5-228, vorgestellte Prototyp zeigt das Funkspektrum in einem 3D-Spektrogramm, markiert die prognostizierten Lücken und prüft deren Eintreffen. Diese Methode, Cognitive Radio, verbessert die Übertragungsqualität in einem bereits vollen Funkspektrum ohne aufwändiges, statisches Koexistenzmanagement. Ziel ist eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Funk für die Automatisierung.
...
Anzeige
Anzeige

Kaltwasserkorallen als Anpassungskünstler?
09.02.2012 | Ökologie Umwelt- Naturschutz
Wandel der Hochschulbildung in Deutschland und Professionalisierung
09.02.2012 | Studien Analysen
Ocean warming causes elephant seals to dive deeper
09.02.2012 | Biowissenschaften Chemie
7. Mannheimer Arbeitsrechtstag am 14. März mit Experten aus Theorie und Praxis
09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten
International Forum on Terahertz Spectroscopy and Imaging
09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Teams aus neun Ländern treffen sich an der Leibniz Universität zum 6th Hanover PreMoot
09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten