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Die Talfahrt des mittelständischen Geschäftsklimas hat sich im November nicht weiter fortgesetzt. Im Gegenteil: Dieser zentrale Indikator des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers legte im Vergleich zum Oktober leicht um 1,0 Zähler auf 13,4 Saldenpunkte zu. Getragen wird der Anstieg von den verbesserten Geschäftserwartungen des Mittelstands, die um 2,4 Zähler auf jetzt -2,7 Saldenpunkte anzogen.
Ihre aktuelle Geschäftslage hingegen schätzen die kleinen und mittleren Unternehmen etwas schlechter ein als im Vormonat (-0,6 Zähler) - sie bleibt mit 29,9 Saldenpunkten aber immer noch auf einem historisch hohen Niveau. Der Mittelstand trotzt damit der Krise bislang besser als die Großunternehmen, die eine weitere Eintrübung des Geschäftsklimas beklagen (-0,4 Zähler auf 8,1 Saldenpunkte).
Zwar beurteilen die großen Firmen ihre aktuellen Geschäfte etwas besser als im Monat davor (+0,9 Zähler auf 29,5 Saldenpunkte), dieser geringfügige Zuwachs reicht aber nicht aus, um die weitere Eintrübung der Geschäftserwartungen (-1,4 Zähler auf -12,0 Saldenpunkte) zu kompensieren. Im Ergebnis ist nicht nur das Geschäftsklimaniveau bei den Großunternehmen inzwischen deutlich niedriger als im Mittelstand.
Auch sind die Erwartungen der großen Firmen damit so stark hinter die Lageurteile zurückgefallen wie noch nie seit Beginn der Erhebung im Januar 1991, nämlich um 41,5 Punkte (Erwartungen-Lageurteile-Differenz im Mittelstand zum Vergleich: -32,6 Punkte). Die enorme Lücke zulasten der Erwartungen lässt für die kommenden Monate kräftige Abwärtskorrekturen bei der Geschäftslageeinschätzung der Großunternehmen erwarten.
Da es vor allem die international stark verflochtenen großen Firmen sind, welche die Abschwächung der Auslandsnachfrage als erste und am kräftigsten spüren, spricht diese Entwicklung dafür, dass der konjunkturelle Abschwung bislang überwiegend auf globale und europäische Belastungsfaktoren zurückzuführen ist. Die Binnennachfrage hingegen wirkt konjunkturstützend. Untermauert wird diese Einschätzung dadurch, dass die Klimaverschlechterung bei den Großunternehmen im November ausschließlich von der exportstarken Industrie ausging.
"Trotz schwächerer Weltkonjunktur und Eurokrise behält der Mittelstand bislang die Nerven", kommentiert Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, die im gegenwärtigen Umfeld positiv überraschenden Ergebnisse des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers. "Damit daraus aber ein echtes Stabilisierungssignal wird, müssten sich die Erwartungen noch über mehrere Monate hin aufhellen. Dies ist jedoch ein eher unwahrscheinliches Szenario", so Irsch weiter.
Immerhin stünden die Chancen für die deutsche Wirtschaft aber noch recht gut, mit einem "blauen Auge" davon zu kommen. Von einem Konjunkturabsturz wie im Winter 2008/09 gehe die KfW aus heutiger Sicht nicht aus, sie erwarte vielmehr für 2012 ein kalenderbereinigtes Realwachstum von 1 %. "Nach den zwei konjunkturell sehr guten Jahren 2010 und 2011 wäre dies zwar ein markanter, aber immer noch 'normaler' Abschwung. Bedingung dafür ist jedoch, dass die europäische und nationale Politik die Eurokrise rasch und wirkungsvoll entschärft", betont Irsch. "Gelingt die Kriseneindämmung nicht bald, dürfte auch Deutschland im kommenden Jahr eine Rezession nicht erspart bleiben."
Die ausführliche Analyse mit Datentabelle und Grafiken zum KfW-ifo-Mittelstandsbarometer ist unter:
www.kfw.de/mittelstandsbarometer abrufbar.
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