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Indien: BIP-Wachstum toppt in fünf Jahren China

01.09.2010
Reformen, Demographie bringen Subkontinent auf Erfolgskurs

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Die aufstrebende Wirtschaftsmacht Indien wird in absehbarer Zeit schneller wachsen als China. Wie aus einem Bericht von Stanley Morgan hervorgeht, könnte der Subkontinent bereits 2012 die BIP-Wachstumsraten der chinesischen Ökonomie von rund neun Prozent eingeholt haben. Vor allem die kürzlich in Indien erwachte Reformwut sowie die demographische Entwicklung heizen diese Entwicklung an. Gemeinsam gesehen stellt "Chindien" mit einem Beitrag von über 30 Prozent des Weltwirtschaftswachstums 2009 die derzeit größte Schubkraft in der Weltwirtschaft dar.


"Wir rechnen damit, dass Indien aufgrund der positiven Demographie und einer ständig ansteigenden Wirtschaftsdynamik in den kommenden zwei Jahren Chinas Wachstum erreicht haben wird", so Marcus Walsh, Direktor der Asia Pacific Research von Morgan Stanley, in dem Forschungspapier. Zwischen 2013 und 2015 wird das indische BIP-Wachstum jenes von China überholt haben.

Elefant speckt ab

Die ungewöhnliche Aufholjagd der lange Zeit als schwerfällig geltenden indischen Ökonomie schreibt Morgan Stanley vor allem dem Reformwillen zu. Die Regierung des Subkontinents reduziert sukzessive Förderungen, sie reformiert das komplexe Steuersystem von Grund auf und konsolidiert das Staatsdefizit aktiv. Ein weiterer Vorteil von Indien ist die Bevölkerungspyramide: Indien wird bis 2020 geschätzte 136 Mio. neue Arbeitskräfte zur Verfügung haben, um 116 Mio. mehr als China.

Darüber hinaus will Indien bis 2017 eine Billion Dollar in den Ausbau der wachstumshemmenden Bereiche Infrastruktur und Energie investieren. Ein Bericht von McKinsey & Co http://www.mckinsey.com besagt, dass die marode Infrastruktur der indischen Wirtschaft bis dahin etwa 200 Mrd. Dollar kosten wird, oder 1,1 Prozent des Wirtschaftswachstums.

Drache fliegt trotzdem höher

Beim Vergleich zwischen China und Indien muss man aber auch die Unterschiede in den Wirtschaftsmodellen beleuchten. Während sich das Reich der Mitte stark auf verarbeitende Industrien und in Folge den Export konzentriert hat, baut Indien auf den Dienstleistungssektor. China muss nun mittelfristig seinen Binnenmarkt stärken, da die Exportzahlen aufgrund des Sparzwanges in den Absatzmärkten sinken wird. Dies wird auch das BIP-Wachstum verringern. Indien hat sich hingegen erfolgreich in der IKT-Branche etabliert.

Trotz der guten Wachstumsraten ist Indien in realen Zahlen noch lange nicht in die Höhen Chinas aufgestiegen. Obwohl Chinas Pro-Kopf-Einkommen international auf Platz 99 gelistet wird, ist es derzeit immer noch drei mal so hoch wie das indische. Auch beim nominalen BIP liegt China weit vor Indien und konnte erst kürzlich jenes von Japan überholen. (pressetext berichtete: http://pressetext.de/news/100816027/ ).


Bericht von Morgan Stanley (PDF, Englisch):
http://www.scribd.com/doc/36081710/Morgan-Stanley-India-and-China-New-Tigers-of-Asia-Part-III-20100813

Bericht von McKinsey & Co (PDF, Englisch):
http://www.mckinsey.com/locations/india/mckinseyonindia/pdf/Building_India_Executive_Summary_Media_120809.pdf

Paul Eidenberger | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.morganstanley.com

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