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Mit elektronischem Bargeld bezahlen und dabei völlig anonym bleiben? Die "Programmable Banknotes" machen es möglich. So nennt Dr. Michael Pramateftakis das System, das er im Rahmen seiner Dissertation am Lehrstuhl für Datenverarbeitung der TU München (Prof. Klaus Diepold) entwickelt hat. Im Zentrum steht ein Konzept, das die Implementierung einer elektronischen Alternative zu Bargeld ermöglicht.
Die konventionelle Methode für den Austausch von Bargeld wird dabei möglichst exakt elektronisch modelliert und erweitert. Vorteil gegenüber bestehenden Zahlungssystemen wie Kreditkarten oder EC-Karten ist die völlige Anonymität des Benutzers: die Einzelheiten der Transaktion bleiben unbekannt. Außerdem können elektronische Bargeldtransaktionen direkt zwischen Personen durchgeführt werden, ohne Zwischenschaltung einer Bank oder irgendeine Form von Netzverbindung.
Das System der "Programmable Banknotes" erfüllt alle Anforderungen, die an elektronisches Geld gestellt werden. Chipkarten übernehmen dabei die Rolle von konventionellen Banknoten und Münzen. Jeder Benutzer im System ist mit einem elektronischen Geldbeutel ausgestattet, in den die Banknotenkarten eingeführt werden, um mit Geld be- oder entladen zu werden. Die Chipkarten werden bei diesem neuen Konzept nicht als Geldbeutel verwendet, sondern dienen lediglich als Medium für die anonyme Übertragung von Geld.
Bei der Geldübertragung lädt der Sender eine leere Banknotenkarte in seinem Geldbeutel auf und übergibt die geladene Karte an den Empfänger. Dieser kann nun die Karte in seinen Geldbeutel stecken und dort entladen, das Geld steht sofort wieder zur Verfügung. Die Karte verhält sich also wie eine konventionelle Banknote. Diese an sich simple Lösung hat enorme sicherheitstechnische Vorteile, da Banknotenkarten wie Geldbeutel absolut manipulationssicher sind. Integriert sein könnte ein solcher Geldbeutel beispielsweise in ein Mobilfunktelefon der nächsten Generation.
Kryptographische Authentifikationsprotokolle garantieren, dass nur authentische Geldbeutel mit authentischen Karten kommunizieren können. Eine geladene authentische Banknotenkarte kann also nur von einer authentischen Quelle Geld bekommen haben. Das Geld selbst separat zu authentifizieren ist für eine sichere Transaktion nicht notwendig.
Das von Pramateftaktis entwickelte System bietet außerdem die Möglichkeit, in ähnlicher Weise eine Online-Transaktion durchzuführen. Dabei verwenden Sender und Empfänger das Internet und eine Bank, die die sichere Durchführung der Transaktion garantiert. Die Anonymität der Benutzer bleibt auch hier gewahrt, weil die Bank nur Banknotenkarten sieht, die nicht an die Identität bestimmter Benutzer gebunden sind.
Das System der "Programmable Banknotes" wurde prototypisch implementiert, das Konzept somit praktisch sowie theoretisch verifiziert. In einem nächsten Schritt soll dieses neuartige und praktikable Konzept Banken und Finanzdienstleistern als neue Alternative vorgeschlagen werden, um dem sich schleppend entwickelnden Bereich des elektronischen Bargeldes neue Impulse zu verleihen.
Kontakt:
Dipl.-Ing. Michael Pramateftakis
Lehrstuhl für Datenverarbeitung
Technische Universität München
Tel. (089) 289-23622
E-Mail: pramateftakis@tum.de
Dieter Heinrichsen M.A. | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.tu-muenchen.de/
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