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Wie der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie Dipl.-Ing. Herberg Bodner im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz in Berlin mitteilte, seien zwar die Umsätze nach Schätzungen des Hauptverbandes im 1. Quartal 2010 um 17 % eingebrochen, dafür seien aber die Auftragseingänge - für viele überraschend - um nominal etwa 7 % gestiegen.
Trotzdem bleibt die deutsche Bauindustrie skeptisch, ob die baukonjunkturelle Talsohle bereits 2010 erreicht wird. Zwar würden die Umsätze im Wirtschaftsbau dank der leichten gesamtwirtschaftlichen Belebung nicht ganz so stark zurückgehen wie zunächst befürchtet, prognostizierte Bodner, die positiven Impulse aus dem Wohnungsbau und dem Öffentlichen Bau reichten jedoch noch nicht aus, um das Minus im Wirtschaftsbau auszugleichen. Der Hauptverband erwartet deshalb bis 2010 einen weiteren, wenn auch verlangsamten Rückgang der Gesamtumsätze im Bauhauptgewerbe von nominal 1 %.
Die Sorgen der Bauindustrie richten sich derzeit aber vor allem auf das Jahr 2011. Zum einen scheine es unrealistisch, schon im nächsten Jahr mit einem Aufschwung im Wirtschaftsbau zu rechnen, erläuterte Bodner, zum anderen sei es aber schon jetzt klar, dass die auslaufenden Konjunkturprogramme und die beginnende Konsolidierung der öffentlichen Haushalte die Perspektiven für den Öffentlichen Bau eintrüben würden. Es sei zu befürchten, dass sich der Abwärtstrend im kommenden Jahr wieder beschleunigen werde. Die Umsätze im Bauhauptgewerbe werden nach den Schätzungen des Hauptverbandes im kommenden Jahr um 2 % zurückgehen.
Der Bauarbeitsmarkt habe sich trotz allgemeiner Wirtschaftskrise erstaunlich robust entwickelt, stellte Bodner fest. Die Befürchtung, dass die Unternehmen im Jahre 2009 zumindest die Stellen unbesetzt lassen würden, die durch natürliche Fluktuation frei würden, habe sich - erfreulicherweise - nicht bestätigt. Das Beschäftigungsniveau im deutschen Bauhauptgewerbe habe sich bei etwa 700.000 Mitarbeitern stabilisiert. Für 2011 sei mit einem ähnlichen Beschäftigungsniveau zu rechnen.
Viele Unternehmen hätten damit auch in der allgemeinen Wirtschaftskrise Weitblick bewiesen, lobte Bodner. Vielen sei inzwischen bewusst, dass die Branche in den nächsten Jahren allein aus demographischen Gründen Leistungsträger verlieren werde. Im gewerblichen Bereich sei damit zu rechnen, dass etwa 18.000 Mitarbeiter Jahr für Jahr "in den Ruhestand" gingen - ein Aderlass, dem derzeit jährlich nur etwa 11.000 neue Lehrlinge gegenüber stünden. Bauingenieure seien schon jetzt knapp: Im April 2010 seien bereits 11.000 offene Stellen auf nur noch 3.800 arbeitslose Bauingenieure gekommen.
Die deutsche Bauindustrie müsse deshalb alles tun, um einer drohenden Beschäftigungslücke vorzubeugen, forderte Bodner. Dies umfasse die Erhöhung der Wertschätzung technischer Themen in unseren Schulen ebenso wie die weitere Steigerung der Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen und die Weiterqualifizierung der Belegschaften.
Dr. Heiko Stiepelmann | Quelle: presseportal
Weitere Informationen: www.bauindustrie.de
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