Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

3,5 Millionen Arbeitslose im Jahresdurchschnitt 2010

12.03.2010
Im Jahresdurchschnitt 2010 wird es voraussichtlich 3,5 Millionen Arbeitslose geben, geht aus einer am Freitag veröffentlichten Arbeitsmarktprojektion des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Anzeige

Gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2009 wäre dies ein Anstieg um 120.000. Dabei unterstellen die Forscher ein Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von 1,75 Prozent im Jahr 2010.


Kurzarbeit und flexible Arbeitszeitregelungen haben im Jahr 2009 die Wucht der Wirtschaftskrise am deutschen Arbeitsmarkt größtenteils abgefangen. Der Rückgang der Arbeitszeit hat sich im zweiten Halbjahr 2009 jedoch verlangsamt.

"Die Betriebe scheinen die Möglichkeiten, über flexible Arbeitszeiten die Unterauslastung ihrer Mitarbeiter auszugleichen, weitgehend ausgeschöpft zu haben", erklären die IAB-Forscher. Bei einem Anziehen der Konjunktur erwarten sie, dass die Unternehmen zuerst die Kurzarbeit zurückfahren und Arbeitszeitkonten wieder füllen, bevor sie in größerem Umfang neu einstellen.

"Eine generelle Entwarnung kann für den Arbeitsmarkt jedenfalls nicht gegeben werden, denn die deutsche Wirtschaft ist nach wie vor deutlich unterausgelastet", geben die Autoren der IAB-Studie zu bedenken. Wegen der unverändert schlechten Chancen am Arbeitsmarkt sei es insbesondere für arbeitslos gewordene Personen und für Ausbildungsabsolventen schwer, eine Stelle zu finden. Die Dauer der Arbeitslosigkeit dürfte sich deshalb erhöhen, was 2010 zu einer wachsenden Zahl an Hartz-IV-Beziehern führe.

Arbeitskräfteangebot geht um 110.000 zurück

Aufgrund der demografischen Entwicklung wird das Arbeitskräfteangebot 2010 in Westdeutschland stagnieren, in Ostdeutschland jedoch um mehr als 110.000 Personen sinken, zeigen Berechnungen des IAB. Dies wirkt sich entlastend auf den ostdeutschen Arbeitsmarkt aus, der zudem aufgrund der unterschiedlichen Branchenverteilung bisher weniger von der Krise betroffen war. Deshalb finde der Zuwachs bei der Arbeitslosigkeit im Jahr 2010 ausschließlich in Westdeutschland statt, so die IAB-Studie. Während die Forscher in Westdeutschland einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 150.000 Personen erwarten, könnte die Arbeitslosenzahl im Osten dagegen sogar um etwa 30.000 Personen sinken.

2011 voraussichtlich kein weiterer Rückgang der Beschäftigung

Für das Jahr 2011 wird derzeit ein Wachstum zwischen 1,2 und 2 Prozent angenommen. Der IAB-Arbeitsmarktprojektion zufolge ist damit 2011 ein weiterer Rückgang der Beschäftigung eher unwahrscheinlich. "Vielmehr dürfte ein Jahr des 'jobless growth' bevorstehen: ein schwaches Wachstum, das nicht zu mehr Beschäftigung führt", schreiben die Forscher des Arbeitsmarktinstituts.

Die IAB-Studie steht im Internet unter http://doku.iab.de/kurzber/2010/kb0310.pdf.

Interview-O-Töne von Sabine Klinger, Leiterin des IAB-Forschungsbereichs "Prognosen und Strukturanalysen", stehen unter http://www.iab.de/audiodienst zum Download bereit.

Wolfgang Braun | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: doku.iab.de/kurzber/2010/kb0310.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Eurex wird im 4. Quartal 2012 neues Handelssystem einführen
09.02.2012 | Gruppe Deutsche Börse

nachricht Using finance theory to examine the ideal form of corporations and society
09.02.2012 | Waseda University

Alle Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler machen Eisen durchsichtig


Erstmals gezeigt, dass Atomkerne transparent werden

Einem Team von DESY-Wissenschaftlern um Dr. Ralf Röhlsberger gelang es an der hochbrillanten Synchrotronlichtquelle PETRA III, Atomkerne mit Hilfe von Röntgenlicht transparent zu machen. Sie entdeckten dabei gleichzeitig ein neues Prinzip, um einen optisch gesteuerten Schalter für Licht herzustellen, also Licht mit Licht zu beeinflussen, ein wichtiger Baustein auf dem ...

Im Focus: Anti-Angst-Hormon Oxytocin wird gezielt an seine Wirkorte im Gehirn transportiert


Wissenschaftler beobachten, wie Oxytocin zentrale Schaltstellen im Gehirn erreicht und das Verhalten beeinflusst

Kuschelhormon, Treuehormon, Angstlöser – häufig gebrauchte Schlagwörter für das Neuropeptid Oxytocin, das sich in den letzten Jahren als ein Stoff erwiesen hat, der unser Verhalten in zentralen Regionen des Gehirns positiv beeinflussen kann. Was jedoch bisher völlig unklar war: Wie gelangt dieser Botenstoff aus dem Hypothalamus in die Hirnbereiche, die ...

Im Focus: Datenspeicher mit Lachs-DNA und Nano-Silber


Ein neuartiger Biopolymer-Film aus Lachs-DNA mit Silber-Nanopartikeln speichert Informationen kostengünstig und umweltverträglich.

Entstanden ist das organische System in fächer- und länderübergreifender Zusammenarbeit von Wissenschaftlern des DFG-Centers for Functional Nanostructures (CFN) am KIT und des Institute of Photonics Technologies an der National Tsing Hua University in Taiwan. Der DNA-Datenspeicher eignet sich unter anderem für biotechnische Anwendungen, etwa als Bauteil in Biosensoren.

Das System ...

Im Focus: VLT liefert detailreichstes Infrarotbild des Carinanebels


Bildveröffentlichung der Europäischen Südsternwarte (Garching) - Mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO haben das bislang detailreichste Infrarotbild der Sternkinderstube des Carinanebels aufgenommen. Es zeigt vor dem spektakulären Hintergrund einer himmlischen Landschaft auf Gas, Staub und jungen Sterne zahlreiche nie gesehene Details und zählt zu den atemberaubendsten VLT-Bildern überhaupt.

Im Herzen der südlichen Milchstraße, im Sternbild Carina (Der Schiffskiel, [1]), befindet sich in einer Entfernung von etwa 7500 Lichtjahren die Sternkinderstube des Carinanebels. Diese ausgedehnte Wolke aus leuchtendem Gas und Staub ist von der Erde aus gesehen eine der nächstgelegenen Geburtsstätten massereicher Sterne.

Der Nebel beinhaltet einige der hellsten und ...

Im Focus: Automatisch Lücken im Funkspektrum erkennen


Auf der embedded world identifizieren Wissenschaftler der Fraunhofer ESK Lücken im Funkspektrum, um diese für zusätzliche Übertragungen zu nutzen.

Der in Halle 5, Stand 5-228, vorgestellte Prototyp zeigt das Funkspektrum in einem 3D-Spektrogramm, markiert die prognostizierten Lücken und prüft deren Eintreffen. Diese Methode, Cognitive Radio, verbessert die Übertragungsqualität in einem bereits vollen Funkspektrum ohne aufwändiges, statisches Koexistenzmanagement. Ziel ist eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Funk für die Automatisierung.
...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Kaltwasserkorallen als Anpassungskünstler?

09.02.2012 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Wandel der Hochschulbildung in Deutschland und Professionalisierung

09.02.2012 | Studien Analysen

Ocean warming causes elephant seals to dive deeper

09.02.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

7. Mannheimer Arbeitsrechtstag am 14. März mit Experten aus Theorie und Praxis

09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

International Forum on Terahertz Spectroscopy and Imaging

09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Teams aus neun Ländern treffen sich an der Leibniz Universität zum 6th Hanover PreMoot

09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp