Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ZEW zu Wachstumseffekten der EU Regionalpolitik

19.11.2012
Ein beachtlicher Teil der Fördermittel im Rahmen der EU Regionalpolitik hat keine langfristigen Wachstumseffekte

Die Verhandlungen über den neuen EU-Finanzrahmen 2014 bis 2020 sind in vollem Gang. Aufgrund der angespannten Haushaltslage vieler EU-Mitgliedstaaten muss dabei jeder einzelne Haushaltsposten auf den Prüfstand.

Bei der Regionalpolitik, dem im derzeitigen EU-Finanzrahmen mit ungefähr 36 Prozent zweitgrößten Ausgabenposten, zeigt sich signifikantes Sparpotenzial. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, im Auftrag des Bundesministeriums der Finanzen.

Ein zentrales Ziel der Regionalpolitik der EU besteht darin, Wachstum zu fördern. Dabei wird bisher oft stillschweigend vorausgesetzt, dass die aus den Struktur- und Kohäsionsfonds geförderten Projekte und Maßnahmen langfristige Wachstumswirkungen haben. Das ZEW hat diese Annahme in einer Analyse hinterfragt und dazu eine Vielzahl von Projekten in neun verschiedenen Regionen aus acht EU-Mitgliedstaaten im Zeitraum von 2007 bis 2013 anhand verschiedener Indikatoren untersucht.

Dabei zeigt sich, dass der Anteil der Ausgaben ohne langfristige Wachstumseffekte im Rahmen der EU-Regionalpolitik in einzelnen Regionen bei einer optimistischen Betrachtung der Projekte bei bis zu 22 Prozent und bei einer pessimistischen Betrachtung bei bis zu 63 Prozent liegt. Diese Ergebnisse implizieren ein signifikantes Sparpotenzial bei der EU-Regionalpolitik, auch in den beiden betrachteten deutschen Regionen.

Die ZEW-Betrachtung zeigt, dass es mit Blick auf die Wachstumseffekte der EU-Kohäsionspolitik sehr große Unterschiede zwischen den analysierten Regionen gibt. Bei einer optimistischen Sichtweise lassen in drei Regionen fast die gesamten eingesetzten Fördermittel positive Wachstumseffekte erwarten. Der Anteil der Ausgaben ohne Wachstumseffekte liegt dann allerdings in drei Regionen zwischen zwei und acht Prozent und in zwei weiteren bei um die 15 Prozent.

In einer Region liegen die Ausgaben ohne Wachstumseffekte sogar bei fast 22 Prozent. Bei einer pessimistischen Sichtweise auf die in den neun Regionen geförderten Projekte haben im besten Fall 16 Prozent der Ausgaben innerhalb einer Region keine Wachstumseffekte, während in sieben Regionen der Anteil der Ausgaben ohne Wachstumseffekte zwischen 20 und 54 Prozent beträgt und in einem Fall sogar bei etwas über 63 Prozent liegt (Tabellen hierzu auf Seite 21 und 22 der ZEW-Kurzexpertise; Downloadmöglichkeit am Ende des Pressetextes).

In seiner Analyse hat das ZEW rund 3.600 Einzelprojekte schwerpunktmäßig in neun verschiedenen Regionen von acht EU-Mitgliedstaaten näher betrachtet: Bayern und Bremen in Deutschland, Basse-Normandie in Frankreich, Yorkshire and The Humber in Großbritannien, Molise in Italien, Algarve in Portugal, Ceuta in Spanien, und jeweils alle Projekte in Malta sowie der Slowakei. Die Projekte wurden anhand von Indikatoren klassifiziert. Die verwendeten Indikatoren beinhalten das Themenfeld des Projekts, den Typ des Zahlungsempfängers, wobei öffentliche, gemeinnützige und private Empfänger unterschieden wurden, und den Projekttyp, wobei als Ziel die Bereitstellung von öffentlichen und privaten Gütern unterschieden wurde. Jeder möglichen Indikatorenkombination wurden dann auf Basis von anerkannten empirischen Befunden der wissenschaftlichen Literatur "keine", "mittlere" und "hohe" Wachstumseffekte zugewiesen. Die Wachstumseffekte für jedes Projekt ergeben sich auf Basis der Kombination dieser Indikatoren.

Die Wahl der Regionen, aus denen Projekte ausgewählt wurden, wurde so getroffen, dass sowohl relativ arme und relativ reiche Regionen, alte sowie neue Mitgliedsstaaten und "Krisenländer" sowie wirtschaftlich starke Mitgliedsländer repräsentiert sind.

Download der ZEW-Kurzexpertise "Growth-Enhancing Expenditure in EU Cohesion Spending from 2007 to 2013":

http://ftp.zew.de/pub/zew-docs/gutachten/ZEW_Cohesion2012.pdf

Für Rückfragen zum Inhalt:
Florian Misch, PhD, Telefon 0621/1235-394, E-Mail misch@zew.de

Gunter Grittmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: positiver Ausblick auf die kommenden Monate
27.02.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Aufwärtstendenz setzt sich fort
21.02.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Poseidon goes Politics – Wer oder was regiert die Ozeane?

27.02.2017 | Veranstaltungen

Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion

27.02.2017 | Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herz-Untersuchung: Kontrastmittel sparen mit dem Mini-Teilchenbeschleuniger

27.02.2017 | Medizintechnik

Neue Maßstäbe für eine bessere Wasserqualität in Europa

27.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wenn der Schmerz keine Worte findet - Künstliche Intelligenz zur automatisierten Schmerzerkennung

27.02.2017 | Medizintechnik