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Zahlungsbereitschaft von Autofahrern - Mangel an Tankstellen hemmt alternative Antriebstechnologien

19.12.2008
Anfang Dezember beschloss die Europäische Kommission, dass die CO2-Emission der Pkw-Neuwagenflotte bis zum Jahr 2015 im Schnitt 120 Gramm pro gefahrenen Kilometer nicht überschreiten darf.

Schon heute wird über ein strengeres Ziel ab dem Jahr 2020 diskutiert. Dies ist ein weiterer Anreiz für die Automobilindustrie, Benzin und Diesel weitgehend durch umweltfreundliche Kraftstoffe zu ersetzen.

Wie realistisch dies für Deutschland ist, zeigt eine aktuelle Studie zur Zukunftsfähigkeit alternativer Antriebstechnologien, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Zusammenarbeit mit dem Institut für angewandte Verkehrs- und Tourismusforschung (IVT) und dem Center Automotive Research (CAR) durchgeführt hat.

Es zeigt sich, dass die Verbraucher in Deutschland durchaus bereit sind, auf Pkw umzusteigen, die Erdgas tanken, Biokraftstoffe verbrauchen oder gar auf lange Sicht mit Wasserstoff betrieben werden. Vorraussetzung hierfür ist allerdings, dass deutlich mehr Tankstellen den entsprechenden Kraftstoff anbieten. Im Rahmen der Studie wurde ermittelt, welchen Wert Konsumenten einem Ausbau des Tankstellennetzes beimessen.

Abhängig vom Kaufpreis des Pkw und von der aktuellen Tankstellennetzdichte variieren diese Werte stark. Ein Ausbau der Tankstellennetzdichte von beispielsweise 20 Prozent auf 30 Prozent würde aus Konsumentensicht eine Erhöhung des Fahrzeugpreises - je nach Fahrzeugklasse - zwischen 3.800 und 5.800 Euro rechtfertigen.

Derzeit gibt es in Deutschland insgesamt rund 15.000 Tankstellen. Nur rund 1.900 davon führen beispielsweise Biodiesel, 3.900 Flüssiggas. Von einem ausgebauten Tankstellennetz für alternative Antriebstechnologien ist man hierzulande also noch weit entfernt. Um diesen Nachteil zu kompensieren, müssten folglich alternativ betriebene Fahrzeuge erheblich preiswerter als herkömmliche Technologien sein. Angesichts der aktuellen technischen Standards ist dies unrealistisch. Vor diesem Hintergrund dürfte der Umstieg auf umweltfreundliche Pkw auf sich warten lassen.

Gunter Grittmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

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