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Zahl der gewerblichen Existenzgründungen sinkt weiter

01.10.2014

IfM Bonn: Volle Arbeitnehmerfreizügigkeit für Bulgaren und Rumänen wirkt sich auf das Gründungsgeschehen aus

Die Zahl der gewerblichen Existenzgründungen in Deutschland ist nach Angaben des IfM Bonn im 1. Halbjahr 2014 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,7 % weiter gesunken: Sie lag bei rund 164.100 – im 1. Halbjahr 2013 waren noch rund 174.000 gewerbliche Existenzgründungen angemeldet worden.

Zugleich sank der Anteil der Unternehmensaufgaben (rund 179.300) um 0,5 %. Insgesamt betrachtet bleibt der sogenannte „Gründungssaldo“, die Differenz aus Gründungen und Schließungen, negativ. Das IfM Bonn schätzt, dass sich dieser Trend fortsetzen wird:

So erwarten die Wissenschaftler für das gesamte Jahr 2014 einen Rückgang der Existenzgründungen auf rund 328.000 und der Liquidationen auf rund 352.000. Dies hätte wiederum einen negativen Gründungssaldo zur Folge.

„Ursächlich für den Rückgang ist zum einen die weiterhin positive Situation für Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt. Zum anderen hat sich offenkundig die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit ausgewirkt, die die Bürger der beiden osteuropäischen Beitrittsländer von 2007 – Rumänien und Bulgarien – seit 1. Januar 2014 besitzen:

Die Anzahl ihrer Existenzgründungen ging im Vergleichszeitraum 1. Halbjahr 2014 gegenüber 1. Halbjahr 2013 um 32,3 % zurück. Die Zahl ihrer Unternehmensaufgaben nahm zugleich um 45,5 % zu“, erläuterte IfM-Präsidentin Prof. Dr. Friederike Welter, die zugleich den Lehrstuhl für BWL, insbesondere Management von kleinen und mittleren Unternehmen und Entrepreneurship, an der Universität Siegen innehat.

Insgesamt sank erstmals seit Beginn der Erfassung im Jahr 2003 der Ausländeranteil bei den Existenzgründungen von Einzelunternehmen: Im 1. Halbjahr 2013 lag er noch bei 45,3 % – im 1. Halbjahr 2014 bei 44,2 %.

Allein die Zahl der Nebenerwerbsgründungen (1. Halbjahr 2014: rund 130.200) ist im Vergleichszeitraum um rund 1,4 % gestiegen. Auch die Zahl der Nebenerwerbsaufgaben (1. Halbjahr 2014: rund 83.400) erhöhte sich um 2,1 %.

Insgesamt war dieser Saldo – die Differenz aus Nebenerwerbsgründungen und Nebenerwerbsaufgaben – im 1. Halbjahr 2014 positiv. Das IfM Bonn schätzt, dass sich dieser Trend im 2. Halbjahr fortsetzen wird.

Aktuelle Zahlen zu den Gründungen und Unternehmensschließungen sind auf der Homepage des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn (http://www.ifm-bonn.org/statistiken/gruendungen-und-unternehmensschliessungen/) zu finden. Ende des Jahres veröffentlicht das IfM Bonn wieder den NUI-Indikator, der Auskunft über die regionale Gründungsneigung in Deutschland gibt.

Weitere Informationen:

http://www.ifm-bonn.org

Dr. Jutta Gröschl | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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