Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftler machen Unternehmen fit für demografischen Wandel

16.02.2012
Auszubildende, Mitarbeiter in Elternzeit oder Arbeitnehmer, die in Rente gehen: Sie verfügen über jede Menge Know-How und Fachwissen über das Unternehmen, für das sie arbeiten – doch ihr Innovationspotenzial bleibt häufig unbemerkt und geht somit verloren.

„Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels in Deutschland können sich Unternehmen den Verlust dieses Wissens allerdings kaum noch leisten“, sagt Prof. Dr. Kathrin M. Möslein von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Deswegen will ein Team von Wissenschaftlern um Prof. Möslein sowie vom Institut für Soziologie der FAU und vom Institut für Psychologie der Otto-Friedrich-Universität Bamberg Abhilfe schaffen.

Im Rahmen des Forschungsprojekts „Wertschätzungsnetzwerke als integrierte Innovationsinstrumente der Personal- und Organisationsentwicklung im Demografischen Wandel“ (WiIPOD) versuchen sie, Unternehmen Wege aufzuzeigen, wie diese die Fähigkeiten und Erfahrungen ihrer Mitarbeiter für sich optimal nutzbar machen können. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung über einen Zeitraum von drei Jahren mit rund 1,3 Mio. Euro gefördert.

„Uns beschäftigen mehrere Fragen“, sagt Prof. Möslein, Inhaberin der Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik I an der FAU und Koordinatorin des Verbundprojekts WiIPOD. „Zum Beispiel wollen wir Möglichkeiten finden, wie es Unternehmen gelingen kann, trotz einer alternden Belegschaft innovativ und wettbewerbsfähig zu bleiben, oder wie Wissensträger langfristig ans Unternehmen gebunden werden können. Außerdem suchen wir nach Wegen, den Wissenstransfer zwischen jungen und älteren Beschäftigten optimal zu gestalten.“

Das Vorgehen der Wissenschaftler
Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Analyse stehen die Innovationspotenziale derjenigen Mitarbeiter, die dabei sind, die „Grenze“ eines Unternehmens zu überqueren, so genannte „Grenzinnovatoren“. Dazu zählen die Forscher engagierte und motivierte Auszubildende, Mitarbeiter in oder kurz vor Beginn der Elternzeit sowie ausscheidende Mitarbeiter. „Gemeinsam in einer altersgemischten Gruppe vereinen Grenzinnovatoren wertvolle Erfahrungsschätze und neue Denkansätze und bilden somit eine ideale Grundlage für nachhaltige Innovationen“, erläutert Prof. Möslein.

Die Aufgabe der FAU-Forscher und ihrer Kollegen in Bamberg besteht darin, bei Partnern aus der Industrie Workshops in Kombination mit virtuellen Sitzungen zu gestalten, in denen die Grenzinnovatoren an bedeutenden Fragestellungen ihrer Unternehmen arbeiten. „Für viele ist ihre neue Rolle als Impuls- und Ideengeber erst einmal gewöhnungsbedürftig“, weiß Dr. Frank Danzinger, einer der an dem Projekt beteiligten Wissenschaftler. „Allerdings entstehen durch die Workshops ganze Wertschätzungsnetzwerke, die die Unternehmen langfristig nutzen können, um ihre Unternehmenskultur entsprechend zu beeinflussen und ihre Innovationsfähigkeit auch im demografischen Wandel zu erhalten und auszubauen.“

Die Wissenschaftler entwickeln und erproben solche Wertschätzungsnetzwerke für die die Festo AG & Co. KG, die Habermaaß GmbH, die InterFace AG, die Loewe Opta GmbH, die Manomama GmbH und die Siemens AG.

Mehr Informationen zu dem Forschungsvorhaben gibt es im Internet unter
http://www.wiipod-projekt.de.
Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), gegründet 1743, ist mit 33.500 Studierenden, 630 Professuren und rund 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Und sie ist, wie aktuelle Erhebungen zeigen, eine der erfolgreichsten und forschungsstärksten. So liegt die FAU beispielsweise beim aktuellen Forschungsranking der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) auf Platz 8 und gehört damit in die Liga der deutschen Spitzenuniversitäten. Neben dem Exzellenzcluster „Engineering of Advanced Materials“ (EAM) und der im Rahmen der Exzellenzinitiative eingerichteten Graduiertenschule „School of Advanced Optical Technologies“ (SAOT) werden an der FAU derzeit 31 koordinierte Programme von der DFG gefördert

Die Friedrich-Alexander-Universität bietet insgesamt 142 Studiengänge an, darunter sieben Bayerische Elite-Master-Studiengänge und über 30 mit dezidiert internationaler Ausrichtung. Keine andere Universität in Deutschland kann auf ein derart breit gefächertes und interdisziplinäres Studienangebot auf allen Qualifikationsstufen verweisen. Durch über 500 Hochschulpartnerschaften in 62 Ländern steht den Studierenden der FAU schon während des Studiums die ganze Welt offen.

Mehr Informationen:
Dr. Frank Danzinger
Tel.: 0911/5302-158
frank.danzinger@wiso.uni-erlangen.de

Dr. Pascale Anja Dannenberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.wiipod-projekt.de
http://www.uni-erlangen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Rückgang, aber noch keine Tendenzwende
21.11.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Praktisch keine Rezessionsgefahr, Wirtschaft auf stabilem Aufschwungpfad
15.11.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften