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Wirtschaftskrise belastet Eigenkapital der Unternehmen

27.07.2009
EK-Quote deutscher Unternehmen stieg von 1998 bis 2007 auf durchschnittlich 25,5 %

Rezession macht Eigenkapitalaufbau der Vorjahre teilweise wieder zunichte

Eigenkapital zunehmend wichtig für Kreditzugang

Hohe Eigenkapitalpuffer erhöhen Chance, die Phase erschwerter Finanzierungsbedingungen zu überwinden

Die aktuelle Wirtschaftskrise belastet das Eigenkapital der Unternehmen in Deutschland. Gleichzeitig hat die Eigenkapitalquote der Unternehmen bei der Kreditbeurteilung durch die Banken in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Unternehmen, die in den vergangenen Jahren konsequent ihre Eigenkapitalbasis gestärkt haben, werden es daher leichter haben, die aktuelle Phase erschwerter Finanzierungsbedingungen zu überwinden. Dies zeigt die Untersuchung "Eigenkapital im Mittelstand und Finanzierung in der aktuellen Krise" der KfW Bankengruppe.

Von 1998 bis 2007 ist die Eigenkapitalquote deutscher Unternehmen um 8 Prozentpunkte auf durchschnittlich 25,5% gestiegen. Die Förderzahlen der KfW aus den beiden vergangenen Jahren deuten zudem darauf hin, dass sich diese Entwicklung bis Mitte des Jahres 2008 fortgesetzt hat, so dass die deutschen Unternehmen zu Beginn der aktuellen Krise über einen stärkeren Eigenkapitalpuffer verfügt haben als bei der letzten Rezession nach der Jahrtausendwende. Durch die aktuelle Krise gehen jedoch bei vielen Unternehmen die zuvor aufgebauten Eigenkapitalpuffer wieder zurück. Zusätzlich kommt es zu Liquiditätsanspannungen, weil Umsätze zurückgehen, aber erhebliche Teile des betrieblichen Aufwands unmittelbar auszahlungswirksam sind.

Für die Finanzierungsbedingungen der Unternehmen hat der Rückgang der Eigenkapitalbasis Konsequenzen. Banken setzen seit einigen Jahren bei Kreditvergabeentscheidungen vermehrt interne Ratingverfahren ein, bei denen die Eigenkapitalquote eine wichtige Rolle spielt. In der Folge hat die Eigenkapitalquote als Bonitätsindikator vor allem für kleine und mittlere Unternehmen an Bedeutung gewonnen. Unternehmen, die in Zeiten guter Konjunktur ihre Eigenkapitalausstattung verbessert haben, haben jetzt bessere Voraussetzungen, die aktuelle Krise zu überstehen. Unternehmen mit schwächerer Eigenkapitalbasis könnten vermehrt alternative Finanzierungsinstrumente wie Mezzanine- oder Beteiligungsfinanzierungen zur Stärkung ihres Eigenkapitals in Betracht ziehen.

"Viele mittelständische und auch große Unternehmen müssen in den nächsten Monaten hinsichtlich ihrer Finanzierungssituation durch eine schwierige Phase gesteuert werden. Auch wenn es erste Anzeichen einer Konjunkturerholung gibt, werden derzeit viele Unternehmen mit Bilanzen in Finanzierungsverhandlungen eintreten müssen, die eine geschwächte Ertrags- und Liquiditätslage widerspiegeln. Dabei treffen sie nicht selten auf Banken mit erhöhter Risikosensitivität, die nicht zuletzt auch aus regulatorischen Eigenkapitalrestriktionen für die Institute selbst resultiert. Unternehmen, die die Jahre der guten Konjunktur zur Stärkung ihres Eigenkapitals genutzt haben, dürften jetzt davon profitieren", sagte Dr. Frank Reize, Referent in der Volkswirtschaftlichen Abteilung der KfW Bankengruppe und einer der Autoren der Studie.

Um die Liquidität der Unternehmen zu sichern, bietet die KfW im Rahmen des KfW Sonderprogramms Betriebsmittelfinanzierungen mit hoher Haftungsfreistellung an. Dadurch entlastet sie die Banken von einem erheblichen Teil des kundenspezifischen Kreditrisikos und erleichtert die Kreditvergabe.

Die Studie "Eigenkapital im Mittelstand und Finanzierung in der aktuellen Krise" steht auf der Website der KfW unter www.kfw.de/research zum download zur Verfügung.

Wolfram Schweickhardt | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de

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