Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wirtschaftliche Dynamik in der Eurozone erleichtert wirksame Geldpolitik

23.12.2008
Die konjunkturelle Entwicklung vieler Mitgliedsländer der Eurozone gleicht sich in den letzten Jahren immer stärker an. Insbesondere laufen die Volkswirtschaften großer Länder wie Deutschland, Frankreich und Italien zunehmend im Gleichtakt mit der Eurozone.

"Grundsätzlich ist die wirtschaftliche Dynamik in der Eurozone ausreichend synchronisiert," sagt Dr. Marcus Kappler, Wissenschaftler am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim (ZEW).

"Damit ist für die Europäische Zentralbank eine wichtige Voraussetzung erfüllt, um eine wirksame Geldpolitik zu betreiben." Konkret bedeutet das vor allem, dass die EZB gezielter gegen Inflation oder Deflation vorgehen und indirekt auch gezielter Impulse für die Investitionstätigkeit in den einzelnen Mitgliedsstaaten geben kann. Dagegen weicht allerdings die Konjunktur peripher gelegener Länder wie Portugal und Griechenland immer stärker von der wirtschaftlichen Entwicklung der Eurozone ab. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des ZEW, die die Konjunkturzyklen einzelner Länder dem Konjunkturverlauf der Eurozone insgesamt gegenüber stellt.

Die Studie betrachtet die Jahre von 1980 bis 2006. Die Ergebnisse zeigen, dass die konjunkturelle Entwicklung von Deutschland und Italien in den letzen Jahren fast phasengleich zur Eurozone verlief. Auch Spanien und Frankreich nähern sich immer stärker der Konjunktur der Eurozone insgesamt an. Dies liegt vor allem daran, dass durch die Einführung des Euro der grenzüberschreitende Warenverkehr deutlich einfacher und effizienter geworden ist. Insgesamt hat der Handel gerade zwischen diesen Ländern in den letzten Jahren stark zugenommen, die Volkswirtschaften haben sich weiter geöffnet.

Interessant ist, dass Großbritannien eine ähnliche Entwicklung aufweist. Obwohl sich das Land dem wichtigsten Integrationsschritt, der Einführung des Euros, verweigert, näherte es sich in den vergangenen Jahren zumindest aus konjunktureller Sicht der Eurozone an. "Auch Großbritannien ist durch seinen Außenhandel stark mit den großen Volkswirtschaften in der Eurozone verknüpft und kann sich deshalb dem Einfluss der wirtschaftlichen Dynamik der Eurozone nicht entziehen," erklärt Kappler.

Es gibt aber auch Ausreißer. Vor allem die peripher gelegenen Länder wie Griechenland und Portugal sind von der Entwicklung der Eurozone abgekoppelt. Dieser Trend hat sich in den letzten Jahren immer weiter verstärkt. Da diese Länder nicht so hoch industrialisiert sind wie die anderen Volkswirtschafen in der Währungsunion, sind sie weit weniger durch Handelsbeziehungen mit den anderen Mitgliedern der Eurozone verknüpft.

Die ZEW-Studie vergleicht die zyklische Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts der einzelnen Länder mit dem aggregierten Bruttoinlandsprodukt der zwölf Länder, die seit Ende 2006 den Euro als Gemeinschaftswährung führen.

Ansprechpartner:
Dr. Marcus Kappler, Telefon 0621/1235-157, E-Mail kappler@zew.de
Beitrag in den aktuellen ZEW Wachstums- und Konjunkturanalysen, Seite 10-11
ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/kr/kr0804.pdf

Gunter Grittmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Aufwärtstendenz setzt sich fort
21.02.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Ergebnisse der IAB-Stellenerhebung für das 4. Quartal 2016: Anhaltend hohes Niveau offener Stellen
21.02.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie