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Wettbewerbsdruck für deutsche Unternehmen am weltweiten Markt für energieeffiziente Technologien

25.07.2013
Auf dem Weltmarkt für energieeffiziente Technologien sind deutsche Unternehmen bisher gut positioniert.

Ein Pfund mit dem sich trefflich wuchern lässt, wenn man bedenkt, dass das Umweltbundesamt das Volumen dieses Marktes im Jahr 2020 weltweit auf eine Billion Euro schätzt. Doch der Wettbewerb ist hart und die Konkurrenz der deutschen Unternehmen im Ausland schläft nicht.

Eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zum Teilmarkt für energieeffiziente Kühlschränke, auf dem Deutschland bisher die Spitzenposition inne hat, zeigt, dass Hersteller aus anderen Ländern und insbesondere auch aus der Türkei bei energieeffizienten Technologien Boden gut machen.

Energieeffiziente Technologien helfen durch geringeren Energieverbrauch Geld zu sparen und nutzen dem Klimaschutz. Gleichzeitig sind sie für die Unternehmen, die über sie verfügen, ein beträchtlicher Wettbewerbsvorteil. So konnten insbesondere deutsche Unternehmen in den vergangenen Jahren Pioniergewinne bei energieeffizienten Technologien realisieren, da Europa eine Vorreiterrolle bei Energieeffizienzstandards einnimmt. Diese waren der Antrieb zur Produktion innovativer, energieeffizienter Güter für den deutschen und europäischen Markt, wurden mit der Zeit aber auch immer stärker von außerhalb Europas nachgefragt, wo Energieeffizienz ebenfalls geschätzt wird.

Auf dieser Beobachtung beruht das Lead Markets-Konzept, das in der ZEW-Studie dazu verwendet wird, um Deutschlands Bedeutung als Produktionsstandort und Absatzmarkt für energieeffiziente Kühlschränke zu untersuchen und potenzielle Konkurrenten für die deutschen Unternehmen am Weltmarkt zu identifizieren. Lead Markets sind Märkte, auf denen sich eine bestimmte Innovation als erstes durchsetzt, bevor sie in anderen Ländern Verbreitung findet. Im Hinblick auf die Entwicklung und Fertigung energieeffizienter Kühlschränke nimmt Deutschland eindeutig eine Vorreiterrolle ein. Es weist alle Merkmale auf, die ein Lead Market haben muss: Relative Vorteile bei Preis und Nachfrage, ein guter Ruf eines Landes als Entwickler anspruchsvoller Technologie, Vorteile beim Export sowie eine innovations- und wettbewerbsfördernde Marktstruktur. Auch die Umweltregulierung sowie Angebotsbedingungen wie beispielsweise die Forschungsinfrastruktur wurden als Rahmenbedingungen berücksichtigt. Hinter Deutschland auf dem ersten Platz teilen sich Rang zwei bei den Lead Märkten für energieeffiziente Kühlschränke Südkorea und Italien, gefolgt von Dänemark und Frankreich.

Die Konkurrenz für deutsche Hersteller energieeffizienter Haushaltgeräte kommt mittlerweile aber nicht nur aus Europa und dem Fernen Osten, sondern auch von Unternehmen aus der Türkei. Der türkische Produzent Arçelik beispielsweise, der ursprünglich eine Reputation als Produzent kostengünstiger Geräte hatte, überraschte in den letzten Jahren mit innovativen, öko-effizienten Lösungen unter dem Markennamen BEKO.

Interessanterweise ziehen die türkischen Unternehmen nach, ohne dass in der Türkei selbst eine starke Nachfrage nach energieeffizienten, aber in der Regel auch deutlich teureren Technologien existiert. Diese Strategie zeigt, dass eine Orientierung am Lead Market eine erfolgversprechende Innovationstrategie für technologische "Second Mover" sein kann, auch wenn das Herkunftsland eines Unternehmens selbst keine guten Voraussetzungen für die Entwicklung bestimmter innovativer Technologien bietet.

Der Weltmarkt für energieeffiziente Kühlschränke, Elektroherde, Mikrowellen und andere Haushaltsgeräte stellt hier sicherlich ein lohnendes Ziel dar. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums werden auf diesem Markt pro Jahr derzeit rund 105 Milliarden Euro Umsatz erzielt. Auf Deutschland entfallen dabei etwa neun Prozent mit prognostizierten Wachstumsraten von drei Prozent jährlich bis zum Jahr 2020. Gemessen an weltweiten Patenten auf energieeffiziente Haushaltsgeräte liegt Deutschland mit rund 26 Prozent auf Platz zwei nach Südkorea mit 30 Prozent. Abgeschlagen sind dagegen Italien mit 13 Prozent, die USA mit neun Prozent und Japan mit fünf Prozent der weltweiten Patente.

Die Studie "Lead Markets for Energy Efficient Appliances – The Case of Refrigerators" wurde vom ZEW in Zusammenarbeit mit Prof. Thomas Cleff von der Hochschule Pforzheim durchgeführt. Sie ist Teil des Projekts "Lead Market Strategien: First Mover, Early Follower und Late Follower", das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird.

Für Rückfragen zum Inhalt:
Dr. Klaus Rennings, Telefon 0621/1235-207, E-Mail rennings@zew.de

Gunter Grittmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de/leadmarkets

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