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Weniger Auftragseingänge in der Industrie - IMK-Indikator: Rezessionsrisiko erneut leicht gestiegen

13.11.2015

Die deutsche Wirtschaft profitiert weiterhin von einer stabilen Binnennachfrage und bleibt daher auf Wachstumskurs, allerdings wird das weltwirtschaftliche Umfeld zunehmend schwieriger. Das signalisiert der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung mit seinem neuen Wert:

Die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Wirtschaft in nächster Zeit in eine Rezession gerät, hat in den vergangenen Wochen erneut leicht zugenommen. Für den Zeitraum von November 2015 bis Ende Januar 2016 weist der IMK-Konjunkturindikator, der die wichtigsten Informationen über die aktuelle Wirtschaftslage bündelt, eine mittlere Rezessionswahrscheinlichkeit von 21,8 Prozent aus. Im Oktober lag der Wert bei 20,6 Prozent. Trotzdem bleibt der Indikator noch im „grünen Bereich“ (keine Rezessionsgefahr), der von null bis 30 Prozent reicht.

Maßgeblich für den leichten Anstieg der Rezessionswahrscheinlichkeit ist die aktuell schwache Entwicklung der Auftragseingänge in der Industrie. Vor allem aus den Ländern des Euroraums kamen zuletzt spürbar weniger Orders. Zudem trägt zur Eintrübung bei, dass sich Stimmungsindikatoren abgeschwächt haben. Positiv auf den Wert des IMK-Indikators wirken die wieder steigenden Aktienkurse.

„Im Vergleich zum Frühjahr, als die Rezessionswahrscheinlichkeit nur wenig über Null lag und der Aufschwung sehr sicher erschien, ist die Lage eindeutig fragiler geworden“, sagt IMK-Konjunkturexperte Peter Hohlfeld. „Es besteht derzeit aber noch kein Grund zur Besorgnis.“

Die mittelfristigen Konjunkturaussichten würden eben nicht nur durch den Export getragen, sondern auch durch einen sehr starken privaten Verbrauch. Allerdings sei ein Wechsel des Indikators in die nächste Warnstufe (niedrige Rezessionsgefahr), die bei einer Rezessionswahrscheinlichkeit von 30 Prozent beginnt, nicht mehr auszuschließen. Vor diesem Hintergrund beurteile das IMK die konjunkturellen Aussichten in diesem und im kommenden Jahr grundsätzlich weiter positiv, wenn auch leicht gedämpft.

In den IMK-Konjunkturindikator fließen zahlreiche Daten aus der Real- und der Finanzwirtschaft ein. Darüber hinaus berücksichtigt das Instrument Stimmungsindikatoren.

Das IMK nutzt dabei die Industrieproduktion als Referenzwert für eine Rezession, weil diese rascher auf einen Nachfrageeinbruch reagiert als das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Das Frühwarnsystem signalisiert eine Rezession, wenn die Industrieproduktion über fünf Monate um mindestens ein Prozent schrumpft.

Der Konjunkturindikator wird monatlich aktualisiert, das nächste Mal Mitte Dezember 2015.

Kontakt in der Hans-Böckler-Stiftung

Peter Hohlfeld
IMK
Tel.: 0211-7778-338
E-Mail: Peter-Hohlfeld@boeckler.de

Rainer Jung
Leiter Pressestelle
Tel.: 0211-7778-150
E-Mail: Rainer-Jung@boeckler.de

Weitere Informationen:

http://www.boeckler.de/imk - Zum IMK-Konjunkturindikator

Rainer Jung | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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