Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltbank: Armut sinkt trotz Finanzkrise

07.03.2012
Quote in Entwicklungsländern von 1990 bis 2008 halbiert

Entgegen der Erwartungen der Wirtschaftsexperten hat die globale Rezession nicht dazu geführt, dass die Armut in den Entwicklungsländern weiter anwächst.

Im Gegenteil: Wie aus einem aktuellen Bericht der Weltbank hervorgeht, ist der Anteil der Menschen, die in extremer Armut leben und ein Einkommen von weniger als 1,25 Dollar (rund 0,95 Euro) pro Tag zur Verfügung haben, in den vergangenen paar Jahren weltweit gesehen kontinuierlich zurückgegangen. Im Vergleich zum entsprechenden Wert von 1990 hat sich die Armenquote sogar halbiert.

"Zum ersten Mal seit dem Beginn unserer Aufzeichnungen zeigen die Daten einen Rückgang sowohl bei der Armutsrate als auch bei den absoluten Zahlen der Armen in allen sechs Regionen der Entwicklungsländer", heißt es in dem Weltbank-Bericht. Demnach waren es 1981 noch 52 Prozent (1,94 Mrd. Menschen), die ihr Dasein in einem Land der sogenannten "Dritten Welt" in absoluter Armut fristen mussten. Bis zum Jahr 2008 hat sich dieser Wert auf 22 Prozent (1,29 Mrd. Menschen) reduziert.

UNO-Millenniumsziel erreicht

Auch für die weitere Entwicklung bis zum Jahr 2010 geht die Weltbank von einem Rückgang der weltweiten Armut aus. Trotz des Umstands, dass erst von 22 Ländern Daten für diesen Zeitraum vorliegen, sieht die in Washington ansässige Bankengruppe schon jetzt ein wichtiges UNO-Milleniumsziel erreicht: Die Senkung extremer Armut gegenüber 1990 auf die Hälfte des Ausgangswerts. Ursprünglich war diese Zielvorgabe für das Jahr 2015 festgesetzt. Laut Weltbank wurde sie nun schon fünf Jahre früher erreicht.

"Das sind sehr gute Neuigkeiten", zitiert die New York Times Jeffrey Sachs, Special Advisor für den Bereich Millenium-Entwicklungsziele bei den Vereinten Nationen http://www.un.org . Endlich mache sich der breit angelegte Einsatz für die Armutsbekämpfung bezahlt. "Der Klimawandel und seine Folgen, die Bedrohung durch bewaffnete Konflikte und die anhaltend hohe Geburtenrate bei den Ärmsten der Armen haben die Senkung der Armenquote gefährdet. Die vorliegenden Daten zeigen aber, dass wir in einer vielversprechenden Zeit für Armutsbekämpfung leben", so Jeffrey.

Brasilien, Indien und China

Dass die Armut trotz der allgemeinen wirtschaftlichen Krisenstimmung im Laufe der vergangenen Jahre deutlich zurückgedrängt werden konnte, haben die Entwicklungsländer der Weltbank zufolge vor allem den aufstrebenden Märkten in Brasilien, Indien oder China zu verdanken. Speziell das "Reich der Mitte" war offensichtlich sehr erfolgreich damit, die Armut innerhalb der eigenen Landesgrenzen zu bekämpfen: 1981 lebten dort noch 84 Prozent der Bevölkerung in extremer Armut, bis 2008 ist dieser Anteil auf nur mehr 13 Prozent gesunken.

Markus Steiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://web.worldbank.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Rückgang, aber noch keine Tendenzwende
21.11.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Praktisch keine Rezessionsgefahr, Wirtschaft auf stabilem Aufschwungpfad
15.11.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie