Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weihnachtsgeschenke: Gering geschätzt, teuer verkauft

04.12.2008
Weihnachtsgeschenke sind den meisten Beschenkten weniger wert, als sie tatsächlich gekostet haben. Gleichzeitig fordern sie einen deutlich höheren Preis, wenn ihnen jemand das Geschenk abkaufen möchte.

Diesen so genannten "Ausstattungs-Effekt" bestätigt eine aktuelle Untersuchung des RWI Essen, für die mehr als 500 Studenten verschiedener Fachrichtungen der Ruhr-Universität Bochum befragt wurden. Dabei ist der Effekt bei Studenten der Wirtschaftswissenschaften weniger ausgeprägt und hängt nicht vom Preis des jeweiligen Geschenks ab, was entweder auf besseres Marktverständnis oder auf kühlere Emotionen schließen lässt.

Weihnachtsgeschenke sind häufig mit einem Effizienzverlust verbunden: Müssten sie es selbst erwerben, dann würden die meisten Beschenkten für ihr Weihnachtsgeschenk weniger Geld ausgeben, als es am Markt tatsächlich wert ist. Möchte man es ihnen jedoch abkaufen, dann verlangen sie einen Preis, der über dem tatsächlichen Wert liegt. Diesen so genannten "Ausstattungs-Effekt" hat eine Studie bestätigt, für die Studierende der Ruhr-Universität Bochum befragt wurden. Demnach liegt der Preis, den sie selbst für ein erhaltenes Weihnachtsgeschenk zu zahlen bereit wären, durchschnittlich 11% unter dessen Marktpreis.

Es entsteht also ein Effizienzverlust des Schenkens, das heißt die Beschenkten hätten mehr davon gehabt, hätten sie den Gegenwert des Geschenks in bar erhalten. Würde man ihnen jedoch anbieten, ihnen das Geschenk wieder abzukaufen, dann würden Beschenkte einen Preis verlangen, der durchschnittlich 18% über dem Marktpreis liegt.

Die subjektive Wertschätzung eines Geschenks hängt zudem vom Schenkenden ab. Der Effizienzverlust ist bei Weihnachtsgeschenken von Großeltern und anderen Verwandten am größten, ihre Geschenke werden deutlich niedriger als deren Marktpreis bewertet. Sie liegen also mit ihrem Geschenk häufiger "daneben". Die Abweichung zwischen der Zahlungsbereitschaft für ein Geschenk und dem geforderten Weiterverkaufspreis hängt hingegen offenbar nicht von der emotionalen Distanz zwischen Schenkendem und Beschenktem ab, sie bleibt relativ konstant. Auch der Preis des Geschenks spielt für die unterschiedlichen Bewertungen keine Rolle.

Angehende Ökonomen bewerten Preise realistischer

Die Auswertung nach Fachrichtungen zeigt, dass der "Ausstattungs-Effekt" bei Studenten der Wirtschaftswissenschaften offenbar weniger ausgeprägt ist. Ihre Bewertungen liegen näher am Marktpreis des Geschenks, sie wären also bereit, mehr dafür zu bezahlen und würden weniger dafür verlangen als der Durchschnitt. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass sie sich in ihrem Studium mit Markt- und Preismechanismen beschäftigen. Möglicherweise gelingt es ihnen auch tendenziell besser als anderen, den materiellen vom emotionalen Aspekt des Schenkens zu trennen. Untersuchungen zu solchen oder ähnlichen Themen, für die ausschließlich (angehende) Ökonomen befragt werden, können also zu verzerrten Ergebnissen führen.

Für die Untersuchung wurden zwischen Januar und März 2008 mehr als 500 Studenten der Fachrichtungen Biologie, Chemie, Jura, Medizin, Ostasienwissenschaften, Psychologie, Sozialwissenschaft und Wirtschaftswissenschaften der Ruhr-Universität Bochum befragt. In einem Fragebogen sollten sie jeweils drei Weihnachtsgeschenke des vergangenen Jahres bewerten. Rund 65 % der Befragten studierten Wirtschaftswissenschaften, im Durchschnitt waren die Teilnehmer der Befragung knapp 24 Jahre alt und befanden sich im vierten Semester ihres Studiums.

Ihre Ansprechpartner dazu:
Prof. Dr. Thomas K. Bauer Tel. (0201) 81 49-264
Sabine Weiler (Pressestelle) Tel.: (0201) 81 49-213

Joachim Schmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.rwi-essen.de/presse
http://www.rwi-essen.de/rep/rep075

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Der Dauerläufer: Starke Binnennachfrage macht diesen Aufschwung robuster als seine Vorgänger
17.10.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Positiv für die Volkswirtschaft: Die Zahl der Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen steigt weiter
12.10.2017 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik