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Wachstumsstrategie zahlt sich aus

27.12.2011
Starke Position im Bereich Technologie, Risiko- und Sicherheitenmanagement weiter ausgebaut

Das Jahr 2011 war besonders geprägt von Unsicherheiten in der Staatsfinanzierung innerhalb der Euro-Zone sowie den damit verbundenen Schwankungen an den Finanzmärkten. Bei vielen Marktteilnehmern führte dies zu einem gestiegenen Absicherungsbedarf. Die Deutsche Börse AG stand auch 2011 als Garant für Sicherheit und Stabilität der Finanzmärkte mit entsprechend positiven Effekten für die Realwirtschaft. Der Konzern wird daher seine Wachstumsinitiativen in den Bereichen Risikomanagement, Clearing, Vertrieb und Produkte auch 2012 fortsetzen.

Die von der Deutschen Börse betriebenen Börsen Eurex, ISE und Xetra konnten 2011 ihre Handelsvolumen im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern: Im Jahresvergleich weist Eurex aktuell ein Plus von rund neun Prozent auf, die ISE-Handelsvolumen steigen rund fünf Prozent und Xetra wächst um etwa 13 Prozent. Davon profitierten auch die Nachhandelsbereiche Eurex Clearing und

Clearstream deutlich – die verrechneten und verwahrten Volumina stiegen im Jahresvergleich um zwei respektive elf Prozent. Einen spürbaren Anstieg der Geschäftsaktivitäten konnte auch der Bereich Market Data & Analytics mit einem Plus von acht Prozent im Jahresvergleich erreichen. Die steigenden

Transaktions- und Geschäftszahlen sind ohne modernste IT nicht darstellbar, daher investierte die Deutsche Börse auch im abgelaufenen Jahr massiv in ihre Technologie. Ein Beispiel ist die überaus erfolgreiche Einführung des neuen Handelssystems der ISE namens Optimise, ein weiteres der Start des weltweit führenden Segregierungsangebots durch Eurex Clearing.

Segmententwicklung

EUREX – Das Derivategeschäft der Gruppe Deutsche Börse konnte mit zwei Transaktionen seine Marktstellung festigen. Im März 2011 erwarb die Eurex die Mehrheit an der European Energy Exchange AG (EEX); ab 1. Januar 2012 wird die Deutsche Börse alleiniger Eigentümer am bisherigen Gemeinschaftsunternehmen Eurex. Zum Wachstum des Handelsvolumens trugen etablierte Produktsegmente – vor allem die Aktienindexderivate – ebenso bei wie in jüngerer Vergangenheit eingeführte Produkte. Ein Beispiel hierfür ist das Eurex KOSPI Produkt, das Ende August 2010 in Kooperation mit der Korea Exchange einführt wurde und im November 2011 den Monatsrekord von 4,2 Mio. gehandelten Kontrakten erreichte.

Dies entspricht rund 190.000 Kontrakten im Tagesdurchschnitt; der Tagesrekord von 387.935 Kontrakten wurde am 9. November erzielt.

Die US-Derivatetochter International Securities Exchange (ISE) konnte in einem von starkem Wettbewerb geprägten Marktumfeld ihren Marktanteil im zweiten Halbjahr erhöhen. Maßgeblich hierfür ist die von der IT-Division der Deutschen Börse neu entwickelte Handelsinfrastruktur Optimise, durch die die Latenz signifikant gesenkt und die Performance deutlich gesteigert wurde.

Eurex Clearing ist seiner Rolle als Risikomanager und Marktstabilisator auch
2011 gerecht geworden. Die bestehende Infrastruktur wurde dabei um neue Funktionalitäten wie den Schutz des Kundenvermögens (Client Asset

Protection) ergänzt. Als erster zentraler Kontrahent bietet Eurex Clearing einen vollumfänglichen Schutz für im Clearinghaus hinterlegte Vermögenswerte von Kunden und die sofortige Übertragbarkeit von Positionen und Vermögenswerten im Falle des Ausfalls eines Clearingteilnehmers.

CLEARSTREAM - Eine effiziente Verwaltung von Sicherheiten (Collateral Management), mit denen Finanztransaktionen abgesichert und damit ermöglicht

werden, ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass die Märkte auch in Zeiten eines massiven Vertrauensverlustes funktionieren und stabilisiert werden. Genau hierfür bietet Clearstream Lösungen an.

Seit Juli 2011 nutzt der brasilianische Zentralverwahrer Cetip für seinen Heimatmarkt den Clearstream-Service zur Verwaltung der Sicherheiten. Dieses bislang nationale Modell – nationale Investments werden mit nationalen Vermögenswerten besichert – soll erweitert werden: Kunden von Cetip könnten dann beispielsweise im Rückgriff auf Clearstreams Sicherheiten-Pool, den Global Liquidity Hub, internationale Vermögenswerte zur Absicherung ihrer Risiken nutzen. Das Angebot stößt auf breites Interesse und wird auch von den nationalen Regulatoren begrüßt. Es kann in dieser Form derzeit von keinem anderen Nachhandelsdienstleister erbracht werden. Weitere Gespräche mit internationalen Partnern sind in Gang, u.a. mit der australischen Börsenorganisation ASX Group.

Ein zweiter Schwerpunkt der Aktivitäten ist der Bereich Liquiditätsmanagement.
Eurex Repo, Eurex Clearing und Clearstream bieten mit GC Pooling eine den Handel, das Clearing, das Collateral Management und das Settlement integrierende, zukunftsweisende Lösung für die besicherte und anonyme Finanzierung an. Die überzeugende Verbindung aus elektronischem Handel, Minimierung des Kontrahentenrisikos durch den zentralen Kontrahenten Eurex Clearing sowie das effiziente Collateral Management durch Clearstream Banking AG und die Wiederverwendbarkeit erhaltener Sicherheiten als Refinanzierungsmöglichkeit gegenüber der Europäischen Zentralbank (via Deutsche Bundesbank) überzeugen mittlerweile mehr als 80 Teilnehmer. GC Pooling hat sich daher zu einem zentralen Instrument im Interbankenmarkt entwickelt; seit seinem Start im Jahr 2005 wachsen die durchschnittlich ausstehenden Volumen Jahr für Jahr mit etwa 80 Prozent.
XETRA – Auch der Primärmarkt der Deutschen Börse stand unter dem Einfluss des schwierigen Marktumfelds. Dennoch verzeichnete die Deutsche Börse insgesamt 17 Erstnotizen (2010: 17) von Unternehmen in den Transparenzsegmenten, wovon 15 Unternehmen Aktien im Rahmen eines IPOs platzierten, darunter fünf aus China.

Im Prime Standard debütierten zwölf Unternehmen (2010: 8), das gesamte Emissionsvolumen in diesem Segment belief sich auf 1,5 Mrd. Euro. Im General Standard gab es einen Börsengang. Im Entry Standard wurden vier Neuzugänge verzeichnet. Darüber hinaus sind bisher neun Anleihen in das 2011 neu gegründete Segment Entry Standard für Unternehmensanleihen einbezogen worden. Das Platzierungsvolumen belief sich hier auf 340 Mio. Euro.

Ein wichtiges Projekt im Kassamarkt war die Überführung des Präsenzhandels auf das Xetra-Spezialistenmodell im Mai 2011. Die Harmonisierung der Handelsinfrastruktur stärkt die Position der Frankfurter Wertpapierbörse im zunehmenden europäischen Wettbewerb: Die Zahl der Handelsteilnehmer verdoppelte sich, da auch alle Xetra-Teilnehmer Zugriff auf Produkte haben, die früher nur auf dem Parkett gehandelt wurden. Der Spezialistenhandel hat sich besonders in der sehr volatilen Phase im August 2011 bewährt: In der Spitze wurde am Börsenplatz Frankfurt mehr als das dreifache Volumen eines durchschnittlichen Handelstages umgesetzt. Dabei konnte jederzeit ein liquider, ordnungsgemäßer Handel sichergestellt werden.

MARKET DATA & ANALYTICS – Auch und gerade im Bereich der Marktdaten spielt die Globalisierung eine bedeutende Rolle: Die komplexen Zusammenhänge der internationalen Kapitalmärkte und deren Auswirkungen sind auf vielfältige Weise für die Entscheidungen der Marktteilnehmer von Relevanz. Mit ihrem Indexgeschäft geht STOXX Ltd., die Indextochter der Deutschen Börse, auf diese Bedürfnisse ein und stellt seit Februar 2011 eine globale Indexfamilie mit über

1.200 Indizes für die globalen Aktienmärkte zur Verfügung. Zum Angebot, das kontinuierlich erweitert wird, gehören Indizes für die Wirtschaftsregionen Amerika, Europa und Asien-Pazifik sowie für Subregionen wie Lateinamerika oder die BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien, China). Die Globalisierung des Marktdatenangebotes ist jedoch nicht auf das Indexgeschäft begrenzt. Im Bereich der elektronischen Handelssignale ergänzte das Segment seinen auf den algorithmischen Handel zielenden Newsfeed AlphaFlash um weitere globale Indikatoren, Unternehmensnachrichten und Daten der internationalen Anleiheauktionen; diese kamen 2011 zu den bereits mehr als 290 makroökonomischen Indikatoren hinzu.

Insbesondere erwarb die Deutsche Börse im Juni 2011 die US-Firma Kingsbury International und damit das Chicago Business Barometer – auch bekannt als Chicago Purchasing Managers Index oder „Chicago PMI“. Mit dieser Transaktion konnte das Segment Market Data & Analytics seine Marktposition weiter festigen und durch das Hinzufügen eines weitverbreiteten Gradmessers US-amerikanischer Konjunktur sein globales Produktangebot ausweiten.

Ansprechpartner für die Medien:
Heiner Seidel, Tel: +49-(0) 69-2 11-1 15 00, E-Mail:
heiner.seidel@deutsche-boerse.com

Media Relations | Gruppe Deutsche Börse
Weitere Informationen:
http://www.deutsche-boerse.com

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