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Wachstumsflaute bei Online-Videowerbung

16.12.2008
Wirtschaftskrise trifft auch den boomenden Digitalmarkt

Die Wirtschaftskrise macht auch vor der boomenden Onlinewerbung nicht halt. Lange hatten die TV-Sender gehofft, über Werbung im Umfeld von Onlinevideos finanzielle Löcher stopfen zu können, die durch den Rückgang bei den klassischen Werbeausgaben entstehen.

In Zeiten der Rezession droht nun aber auch das Wachstum der Online-Videowerbung abzuflauen und die Entwicklung im digitalen Markt zu stagnieren. Wie das Wall Street Journal berichtet, warnte das US-Network NBC Universal vergangene Woche im Zuge einer Investorenkonferenz bereits vor einem Rückgang der Werbespendings im Bereich Internetvideos.

Der Sender zeigt einen großen Teil seines Programms auch online als Stream, sowohl auf der eigenen Webseite als auch auf der populären Videoseite Hulu. "Am überraschendsten ist für uns, wie schnell der Digitalmarkt im vierten Quartal zum Stillstand gekommen ist", so NBC-Chef Jeff Zucker im Zuge der Konferenz.

Onlinevideos sollen zwar weiterhin einen der Lichtblicke im Bereich digitaler Werbung darstellen, doch auch hierzulande rechnet die Werbewirtschaft mit Auswirkungen der weltweiten Krise auf den Gesamt-Onlinewerbemarkt. "Laut unserer Prognose bleiben auch die Investitionen in Werbung im Internet nicht von der allgemeinen Flaute verschont", sagt Volker Nickel, Pressesprecher des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW), auf Nachfrage von pressetext. Nachdem Online-Werbung im Jahr 2007 noch ein Plus von 39 Prozent auf 689 Mio. Euro und damit einen Marktanteil von drei Prozent bei den Netto-Werbeumsätzen der Medien erreicht habe, rechne der ZAW für 2008 aber immerhin noch mit einem beachtlichen Plus von 15 Prozent. "Im bevorstehenden Jahr 2009 wird sich der Aufstieg des Mediums fortsetzen, aber entsprechend dem gesamten Zustand des deutschen Werbemarkts nur moderat", ergänzt Nickel.

Laut Zahlen des Marktforschers eMarketer wird die Online-Videowerbung in den USA im kommenden Jahr um 45 Prozent zulegen und ein Volumen von rund 850 Mio. Dollar erreichen. Die TV-Werbung hingegen soll nach Prognosen von Bernstein Research in diesem Jahr um 1,9 und im kommenden um fünf Prozent auf 65 Mrd. Dollar zurückgehen. Obwohl die Online-Videowerbung im Vergleich dazu noch immer sehr unbedeutend erscheint, setzt die Werbewelt große Hoffnungen in den Bereich. Das liegt vor allem daran, dass immer mehr Konsumenten ihre Zeit damit verbringen, Videos im Web zu schauen. Umso mehr stellt die befürchtete Wachstumsflaute bei Online-Videowerbung eine Bedrohung in der Branche dar.

Grundsätzlich glaubt die Werbewirtschaft aber an eine positive Entwicklung des Segments. Die Zukunft der Online-Werbung liegt im Bewegtbild. Videowerbung kommt auf immer bessere Akzeptanzwerte - vorausgesetzt, sie sind nutzerorientiert gestaltet", so Nickel gegenüber pressetext. Es sei deutlich zu sehen, dass die Agenturen sich immer intensiver in die ganz andere Form des Online-Spots im Vergleich zum Werbeträger TV hineindenken würden.

Die werbefinanzierte Videoseite Hulu bestätigt kontinuierlich steigende Umsätze. Waren die Werbeplätze auf der Plattform im August jedoch noch ausverkauft, so sind sie es derzeit nicht mehr. "Die Gegebenheiten sehen heute deutlich anders aus als noch vor vier Monaten", sagt Hulu-Chef Jason Kilar. Das Unternehmen werde sein Jahresziel aber auf jeden Fall erreichen.

Claudia Zettel | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://nbc-universal.com
http://www.hulu.com
http://www.zaw.de

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