Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vorbild German Mittelstand?!

20.08.2013
Vor allem asiatische Ökonomen und Journalisten möchten aktuell das „Erfolgsgeheimnis“ des Mittelstands ergründen

Der wirtschaftliche Erfolg des deutschen Mittelstands stößt aktuell insbesondere in Südkorea, Taiwan, Japan und China auf großes Interesse.

„Seit Anfang 2013 haben wir zahlreiche Anfragen von asiatischen Wissenschaftlern und Journalisten erhalten, die sich über die besonderen Charakteristika und Erfolgsfaktoren des deutschen Mittelstands ausführlich informieren möchten“, berichtet IfM-Präsidentin Professor Dr. Friederike Welter, die zugleich den Lehrstuhl für BWL, insbesondere Management von kleinen und mittleren Unternehmen und Entrepreneurship an der Universität Siegen inne hat.

„Die Besonderheiten des deutschen Mittelstands lassen sich jedoch weder einfach kopieren noch in kurzer Zeit auf kulturell und wirtschaftlich anders geprägte Länder übertragen.“

Die Gründe: Eine wesentliche Stärke der mittelständischen Unternehmen besteht in ihrer festen Verankerung in den jeweiligen Heimatregionen und in den langfristigen, konsensorientierten Beziehungen, die sie zu den wichtigsten Stakeholdern unterhalten. Außerdem zeichnen sich erfolgreiche Mittelständler durch eine motivations- und leistungsfördernde Unternehmenskultur aus: Sie betrachten – und fördern – ihre Mitarbeiter als zentrale Quelle für Innovation, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. „Insbesondere in Familien-geführten Unternehmen können die Arbeitnehmer und sonstigen Stakeholder darauf vertrauen, dass strategische Entscheidungen langfristig angelegt – und nicht auf kurzfristig erreichbare Erfolge ausgerichtet sind“, erläutert die IfM-Präsidentin. „Daher waren die meisten mittelständischen Unternehmen auch in der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise bestrebt, ihr Fachkräftepotenzial im Unternehmen zu halten. Dafür haben sie durchaus auch vorrübergehende Produktivitäts- und Gewinnrückgänge in Kauf genommen.“

Daneben werden die wirtschaftlichen Erfolge durch das deutsche Hausbankensystem begünstigt, das einen relativ einfachen und kostengünstigen Zugang zu langfristigen Bankkrediten ermöglicht. Denn in der Regel kooperieren deutsche Mittelständler über lange Jahre hinweg eng mit „ihrer Hausbank“ – was dazu führt, dass die Kreditgeber detaillierte Informationen über das Unternehmen besitzen und so die Risiken und Chancen von Investitionsprojekten besser einschätzen können.

Ein weiterer Grund für die positive Entwicklung des deutschen Mittelstands findet sich aber auch in der europaweit höchsten Innovationsorientierung: Die größten Familienunternehmen beispielsweise investierten 3,3 % ihres Jahresumsatzes im Jahre 2012 in Forschung und Entwicklung. Aber auch kleinere Unternehmen kooperieren eng mit Hochschulen und öffentlichen Forschungseinrichtungen (wie z. B. Fraunhofer Gesellschaft, Max-Planck-Gesellschaft) – was dazu führt, dass beispielsweise im Jahre 2008 Deutschland von allen OECD-Ländern die höchste Quote an privatfinanzierter öffentlicher Forschung und Entwicklung (12,4 %) aufwies. Zum Vergleich: Im europäischen Durchschnitt lag diese bei 7,5 % und OECD-weit bei 5,4 %.

Hinzu kommen die Vielzahl industrieller Netzwerke sowie der hohe Spezialisierungsgrad einzelner industrieller Mittelständler. „Auf Grund der verhältnismäßig hohen Lohn- und Energiekosten können beispielsweise die kleinen und mittleren Unternehmen im produzierenden Gewerbe national und weltweit nur durch Qualität, Innovation und starke Kundenorientierung punkten. In Folge dessen haben sich zahlreiche Mittelständler klar definierte Marktnischen gesucht. In diesen Bereichen bieten sie ihren Kunden hochwertige Produkte und maßgeschneiderte Problemlösungen an“, erklärt Professor Dr. Friederike Welter.

Grundvoraussetzung hierfür sind jedoch hervorragend ausgebildete Fachkräfte, die die mittelständischen Unternehmen insbesondere durch das international vorbildliche Duale Ausbildungssystem gewinnen: „Die eng an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes ausgerichtete Kombination von praktischer Ausbildung in den Unternehmen und theoretischer Fundierung in den staatlichen Berufsschulen gewährleistet eine optimale Fachkräftegenerierung – was letztlich auch zum Erfolg des deutschen Mittelstands entscheidend beiträgt“, resümiert die IfM-Präsidentin.

Dr. Jutta Gröschl | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifm-bonn.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitslosigkeit sinkt verhaltener
27.07.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet
20.07.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie