Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vollzeitbeschäftigte sind stärker von der Krise betroffen als Teilzeitbeschäftigte

09.09.2009
Bei den Vollzeitbeschäftigten war im zweiten Quartal 2009 ein Rückgang von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Die Vollzeitbeschäftigten hängen stärker als die Teilzeitbeschäftigten von der Konjunktur ab, so die Nürnberger Arbeitsmarktforscher. Die Teilzeitbeschäftigung lag im zweiten Quartal sogar 1,2 Prozent über dem Stand des Vorjahrs.

Das IAB erklärt dazu: In den vom Konjunktureinbruch stark betroffenen Branchen der Industrie sei Teilzeit vergleichsweise wenig verbreitet, in den Bereichen privater, sozialer und öffentlicher Dienstleistungen liege der Teilzeitanteil dagegen deutlich höher.

"Flexible Arbeitszeiten und Kurzarbeit haben auch im zweiten Quartal die Wucht der Wirtschaftskrise am deutschen Arbeitsmarkt zum großen Teil abgefangen", betonen die IAB-Arbeitsmarktforscher Hans-Uwe Bach und Eugen Spitznagel. Der Stand auf den Arbeitszeitkonten sei weiter abgeschmolzen.

Die Zahl der Kurzarbeiter sei erneut kräftig angestiegen und belief sich im Monatsdurchschnitt des zweiten Quartals 2009 schätzungsweise auf rund 1,4 Millionen. Im ersten Quartal lag der Durchschnitt noch bei 960.000. Bei den Kurzarbeitern fiel ein Drittel der normalen Arbeitszeit aus. Auf alle Arbeitnehmer umgerechnet waren das im zweiten Quartal 3,9 Arbeitsstunden, nach 3,5 Stunden im ersten Quartal.

Im Ganzen wurden im zweiten Quartal 2009 je Erwerbstätigen 328,4 Arbeitsstunden geleistet, 16,8 Stunden oder 4,9 Prozent weniger als im zweiten Quartal 2008. Der Rückgang der Arbeitszeit war damit noch stärker als im ersten Quartal (-12,1 Stunden oder -3,3 Prozent). Dazu habe aber auch beigetragen, dass es kalenderbedingt im zweiten Quartal drei Arbeitstage weniger gab als im Vorjahr, so Bach und Spitznagel.

Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen - das ist die Summe aller geleisteten bezahlten Arbeitsstunden - schrumpfte im nahezu gleichen Umfang wie die Arbeitszeit, denn die Zahl der Erwerbstätigen lag im zweiten Quartal fast auf Vorjahresniveau (-0,1 Prozent). Da die gesamtwirtschaftliche Produktion um 7,1 Prozent kleiner war als im Vorjahr, verringerte sich die Produktivität je Arbeitsstunde zum vierten Mal in Folge. Mit -2,4 Prozent war der Rückgang etwa so groß wie im Durchschnitt der beiden Quartale vorher (-1,5 Prozent bzw. -3,8 Prozent).

Die tarifliche bzw. betriebsübliche Arbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten nahm um durchschnittlich 0,5 Stunden gegenüber dem Vorjahresquartal ab und lag im zweiten Quartal 2009 bei 37,9 Wochenstunden. Die Arbeitnehmer leisteten im zweiten Quartal 2009 pro Kopf 9,4 bezahlte Überstunden, drei Stunden weniger als im Vorjahr. Erfahrungsgemäß kommen zu den bezahlten in ungefähr der gleichen Größenordnung unbezahlte Überstunden hinzu.

Mit 8,3 Tagen gab es etwa so viel Urlaub und sonstige Freistellungen wie vor einem Jahr. Die Krankenstandsquote war mit 3,1 Prozent etwas niedriger als vor einem Jahr (3,2 Prozent).

Eine Tabelle zur Entwicklung der Arbeitszeit hat das IAB unter http://doku.iab.de/grauepap/2009/tab-az09q2.pdf veröffentlicht.

Wolfgang Braun | idw
Weitere Informationen:
http://doku.iab.de/grauepap/2009/tab-az09q2.pdf
http://www.iab.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet
20.07.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Frühwarninstrument zeigt „grün“ - IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr bleibt gering
19.07.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten