Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Viele Unternehmen von Produktpiraterie betroffen

18.08.2009
Wissenschaftler untersuchen die volkswirtschaftliche Bedeutung geistigen Eigentums

Für den Erfolg eines Unternehmens werden von den Unternehmen selbst immaterielle Werte wie Mitarbeiter, geistiges Eigentum sowie Struktur- und Beziehungskapital als bedeutsamer bewertet als materielle Werte. Das ist das Ergebnis einer Befragung von 295 deutschen Firmen, die im Rahmen der Studie "Die volkswirtschaftliche Bedeutung geistigen Eigentums und dessen Schutzes mit Fokus auf den Mittelstand" durchgeführt worden ist.

Die Studie wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie mit Unterstützung des Fachgebietes für Innovationsökonomie der TU Berlin unter Leitung von Prof. Dr. Knut Blind durchgeführt. Unterstrichen wird der Stellenwert immaterieller Werte für die Unternehmen noch einmal dadurch, dass diese in den vergangenen fünf Jahren einen viel größeren Bedeutungszuwachs für den Erfolg eines Unternehmens erfahren haben als die materiellen Werte. Mit dieser Entwicklung korrespondierend, geht die steigende Zahl der Patentrechte in Deutschland einher.

Coca-Cola setzte auf strikte Geheimhaltung
Laut Studie sind deutsche Unternehmen von unerlaubter Nachahmung rechtlich geschützten Know-hows stark betroffen. "Über zwei Drittel der befragten Unternehmen gaben an", so Alexander Cuntz und Florian Köhler, die die Studie mit erstellt haben, "schon einmal von Produkt- und Markenpiraterie betroffen gewesen zu sein." Dabei nenne jedes zehnte befragte Unternehmen innerhalb der EU Deutschland als Ursprungsland unerlaubter Nachahmung vor Italien und Frankreich. Außerhalb der EU führt China vor der Türkei und den USA die Sünderkartei an. Der jährliche gesamtvolkswirtschaftliche Schaden daraus wird für Deutschland auf 50 Milliarden Euro beziffert.

Als Problem benennt Professor Knut Blind, dass selbst bei unmittelbarer Betroffenheit es mittelständischen Unternehmen nicht möglich oder es für sie nicht effizient ist, ihre Aktivitäten zum Schutz vor Produkt- und Markenpiraterie zu erhöhen. Vor diesem Hintergrund sei es noch fataler, so Blind, dass bei den Unternehmen ein großes Informationsdefizit über öffentliche Unterstützungsprogramme für kleine und mittlere Unternehmen bestehe.

Die Studie empfiehlt von daher eine bessere Koordination und Kommunikation auf Bund- und Länderebene. Kritisch wird ebenfalls angemerkt, dass die Schutzmaßnahmen in Deutschland zu stark auf das Instrument des Patentschutzes orientiert sind. Cuntz: "Aufgabe der wirtschaftspolitisch Verantwortlichen muss es auch sein, Alternativen wie strikte Geheimhaltung, ein defensives Publikationsverhalten oder starken Markenschutz aufzuzeigen." Wobei es für ein erfolgreiches Agieren noch wichtiger wäre, all diese Instrumente entsprechend eines klar definierten Geschäftsmodells optimal miteinander zu kombinieren. Coca-Cola zum Beispiel, so Cuntz, habe auf eine Patentierung verzichtet, sondern auf eine strikte Geheimhaltung und einen starken Markenschutz gesetzt.

Weitere Informationen erteilen Ihnen gern: Prof. Dr. Knut Blind, Fachgebiet Innovationsökomomie, Institut für Technologie und Management, Müller-Breslau-Straße, 10623 Berlin, Tel.: 030/314-76638, E-Mail: knut.blind@tu-berlin.de; Dipl.-Volksw. Alexander Cuntz, Tel.: 030/314-768 16, E-Mail: alexander.cuntz@tu-berlin.de; Dipl.-Kfm. Florian Köhler, Tel.: 030/314-76855, E-Mail: florian.koehler@tu-berlin.de

Dr. Kristina R. Zerges | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de/
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitslosigkeit sinkt verhaltener
27.07.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet
20.07.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie