Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verbundprojekt FlexPro zu neuen Modellen der Zeitarbeit

15.03.2010
Durch alle Schwankungen im Wirtschaftsleben dauerhaft die Balance zu halten, verlangt klein- und mittelständischen Unternehmen viel Anpassungsfähigkeit ab.

Wie der zeitlich begrenzte Einsatz von Arbeitskräften dazu beitragen kann, die erforderliche Flexibilität aufzubringen, und welche Modelle und Konzepte dazu besonders geeignet sind, untersuchen Dr. Nathalie Galais und Cynthia Sende am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialpsychologie (Prof. Dr. Klaus Moser) der Universität Erlangen-Nürnberg.

Neben der ökonomischen Effektivität gilt die Aufmerksamkeit dabei der optimalen Einbindung derjenigen, die in einem Betrieb zeitweise beschäftigt sind.

Das Projekt trägt den Titel "Flexible Produktionskapazität innovativ managen" (FlexPro) und wird im Förderschwerpunkt "Arbeiten - Lernen - Kompetenzen entwickeln. Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie vom Europäischen Sozialfonds mit 270.000 Euro gefördert. Kooperationspartner sind die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen, die ALROUND-Aktionsgemeinschaft luft- und raumfahrtorientierter Unternehmen in Deutschland e.V., die Frauenhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. sowie die RKM GmbH Personaldienstleister in München.

Vom Telefongespräch zum Gesamtbild
Zunächst werden die Flexibilisierungsstrategien von kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland empirisch untersucht. Telefoninterviews mit Personalverantwortlichen bzw. Geschäftsführern solcher Firmen sowie mit Niederlassungsleitern eines Personaldienstleisters waren der erste Schritt. Auf der Basis der Ergebnisse dieser qualitativen Vorstudie wurde ein Online-Fragebogen zur deutschlandweiten Befragung kleiner und mittelständischer Unternehmen entwickelt. Diese quantitative Analyse des Status quo wird gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung durchgeführt und liefert wichtige Informationen darüber, wodurch Flexibilität erhöht werden soll und welche Rolle die Leiharbeit bzw. der Einsatz anderer "atypischer Mitarbeiter" in diesem Kontext spielt.

Um daraus Zusammenhänge abzuleiten, die verallgemeinerbar sind, werden statistische Analysemethoden angewendet. Beispielsweise werden unternehmensspezifische Einflussfaktoren (z. B. Größe, Produktionsmerkmale, Arbeitsorganisation, Unternehmenskultur) auf die Nutzung oder Nicht-Nutzung von Leiharbeit ebenso betrachtet wie Erfahrungen mit verschiedenartigen Strategien. Damit lassen sich die Ergebnisse branchenübergreifend interpretieren und sinnvoll in die Praxis übertragen.

Zusammen mit dem Institut für Arbeitswissenschaften der RWTH Aachen sollen anschließend Methoden entwickelt und überprüft werden, die sowohl Rentabilität versprechen als auch personenorientiert sind. Dabei liegt ein Schwerpunkt darauf, die Kompetenzen von atypisch Beschäftigten adäquat zu erfassen, sie ausreichend einzuarbeiten, an passender Stelle im Betrieb zu platzieren und sozial zu integrieren. Gemeinsam mit dem Personaldienstleister RKM und den Industrie-/Valuepartnern wollen die Wissenschaftlerinnen Konzepte der Zusammenarbeit von Verleihern und Entleihern entwerfen, welche diese Kriterien erfüllen, und sie auf ihre allgemeine Einsetzbarkeit testen. Darauf aufbauend sollen anwenderfreundliche Module entstehen, die den unterschiedlichsten Wirtschaftszweigen gerecht werden.

Das persönliche Befinden der Leiharbeitnehmer, ihre Gesundheit, ihre Lebensperspektiven und Kompetenzentwicklung, ihre Einstellungen und das Ausmaß an Selbstbestimmung entscheiden aus der Sicht von Arbeits- und Organisationspsychologen maßgeblich mit über den Erfolg von Interventionen in diesem Sektor. Deshalb nehmen diese Aspekte in dem Verbundprojekt neben der Wirtschaftlichkeit einen besonders wichtigen Platz ein.

Die Arbeitsgruppe freut sich über weitere kleine und mittelständische Unternehmen, die sich an dem Forschungsvorhaben beteiligen möchten

Die Universität Erlangen-Nürnberg, gegründet 1743, ist mit 27.000 Studierenden, 550 Professorinnen und Professoren sowie 2000 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in engem Dialog mit Jura und Theologie sowie den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Seit Mai 2008 trägt die Universität das Siegel "familiengerechte Hochschule".

Weitere Informationen für die Medien:

Dipl.-Psych. Cynthia Sende
Dr. Nathalie Galais
Tel.: 0911/5302-147 bzw -247
cynthia.sende@wiso.uni-erlangen.de
nathalie.galais@wiso.uni-erlangen.de

Sandra Kurze | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index startet gut ins neue Jahr
22.02.2018 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Indikator: Keine Rezessionsgefahr, keine Anzeichen für konjunkturelle Überhitzung
19.02.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Geheimtinte: Von antiken Rezepturen bis zu High-Tech-Varianten

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neuer Sensor zur Messung der Luftströmung in Kühllagern von Obst und Gemüse

22.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Neues Prinzip der Proteinbindung entdeckt

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics