Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Untersuchung des RWI's überprüft längerfristige Effekte des Elterngeldes

26.08.2009
Ursula von der Leyen: "Elterngeld verbessert wirtschaftliche Stabilität von Familien"
"Die neue Evaluation bestätigt, dass Elterngeld Familien in der Gründungsphase
hilft: Es stabilisiert die Haushaltseinkommen und unterstützt den Wiedereinstieg von Müttern in den Beruf", sagt Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Ziel der vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) durchgeführten Untersuchung 2009 war es, längerfristige Effekte des Elterngeldes zu überprüfen. Für die vorliegende Evaluierung des Elterngeldes wurden Eltern befragt, deren Kinder Anfang 2007 geboren wurden.

Vor seiner Einführung hatten die meisten Eltern hohe Einkommensverluste im Jahr nach der Geburt. Das hat sich mit dem Elterngeld geändert und wird von den Eltern auch bewusst wahrgenommen. So bewerten 80 Prozent der Eltern ihr Haushaltseinkommen im Jahr nach der Geburt als (sehr) gut oder zumindest ausreichend. Vor der Geburt eines Kindes sagen das 86 Prozent.

Das Elterngeld ist - so das RWI - sozial ausgewogen: Alle Einkommensgruppen profitierten vom Elterngeld. Durch das Mindestelterngeld und die Geringverdienerkomponente sowie den Höchstbetrag nähern sich die niedrigen und hohen Einkommen einander an. In der Folge gibt es im Jahr nach der Geburt mehr Haushalte in mittleren Einkommensgruppen als vor der Geburt.

Das Elterngeld schafft mehr Wahlfreiheit für Eltern. Im ersten Lebensjahr übernehmen die meisten Eltern (78 Prozent) die Kinderbetreuung selbst und weitere 12 Prozent erfahren stundenweise Unterstützung durch die Großeltern. Im zweiten Lebensjahr des Kindes nutzen mehr als die Hälfte der Eltern (55 Prozent) auch externe Betreuungsmöglichkeiten, im dritten Jahr sind es fast zwei Drittel (64 Prozent).

Die Kinderbetreuung ist wichtig, denn im Anschluss an das Elterngeld erfolgt häufig ein Wiedereinstieg ins Berufsleben. Hierfür wird auch die Flexibilität des Elterngeldes genutzt: 13 Prozent der Mütter arbeiteten neben dem Elterngeldbezug in Teilzeit. Ein Jahr nach Geburt des Kindes waren 31 Prozent der Mütter wieder erwerbstätig, nach 18 Monaten waren es bereits 39 Prozent, nach zwei Jahren 42 Prozent. Das Elterngeld unterstützt - gemeinsam mit dem Ausbau der Betreuung für die Unter-Dreijährigen - den Wiedereinstieg von Müttern ins Erwerbsleben. Bislang fehlen jedoch vor allem im zweiten Lebensjahr des Kindes notwendige Betreuungsplätze. Dies erschwert den Wiedereinstieg. Denn ein Fünftel der Mütter wäre gerne früher in den Beruf zurückgekehrt, hatte aber keine passende Betreuung. Jede achte Mutter würde gerne mit einem höheren Stundenumfang arbeiten.

Das von der Bundesfamilienministerin für die kommende Legislatur angestrebte Teilelterngeld wird beiden Eltern einen gleitenden Wiedereinstieg in den Beruf ermöglichen. Es erweitert die Flexibilität von Eltern. Dies ist wichtig, da auch

29 Prozent der Väter während des Elterngeldbezugs in Teilzeit arbeiten. Das Teilelterngeld schafft Wahlfreiheit auch für die Eltern, die sich gemeinsam stärker um den Nachwuchs kümmern wollen. Ein beruflicher Wiedereinstieg wird auch durch die Partnermonate unterstützt: In Familien, in denen der Vater Elterngeld bezogen hat, liegt die Erwerbstätigkeit von Müttern wesentlich höher als in Familien ohne Partnerantrag.

Zudem zeigt sich: Wenn Väter Elterngeld beziehen, verbringen sie mehr Zeit mit ihren Kindern und übernehmen einen höheren Betreuungsanteil. Väter mit Elterngeldbezug leisten im ersten Lebensjahr des Kindes im Durchschnitt 22 Prozent der Betreuung, ohne Elterngeldbezug sind es nur 8 Prozent. Dieser Unterschied verstärkt sich im zweiten Lebensjahr. Knapp die Hälfte der Befragten sagen, die Elterngeldmonate wirken sich positiv auf die Vater-Kind-Beziehung aus.

"Eine Ausweitung der Vätermonate in der kommenden Legislatur wird diesen erfreulichen Trend verstärken", so von der Leyen.

Weiterhin ist erfreulich, dass sich junge Eltern wieder mehr Kinder wünschen. Ein Drittel der Elterngeldbezieher hätte gerne drei und mehr Kinder; aktuell haben 11 Prozent der Familien drei oder mehr Kinder. Im Durchschnitt liegen die Kinderwünsche junger Eltern heute bei 2,32 Kindern pro Familie; 2006 lagen sie für alle Familien noch bei 2,2 Kindern (Eurobarometer).

Links:
Ausgewählte Publikationen zum Thema
Evaluationsbericht Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz 2009 http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/Kategorien/Publikationen/Publikationen,

did=129496.html

| BMFSFJ News
Weitere Informationen:
http://www.bmfsfj.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Wert fest „im grünen Bereich“ - IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr sinkt auf nur 5,1 Prozent
14.09.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Konjunkturprognose: Deutsche Wirtschaft nähert sich der Hochkonjunktur
07.09.2017 | Institut für Weltwirtschaft (IfW)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

10. Cottbuser Medienrechtstage zu »Fake News, Hate Speech und Whistleblowing«

18.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit dem Umzug ins Baufritz-Haus kehrte die Gesundheit zurück

19.09.2017 | Unternehmensmeldung

Parasitenflirt: Molekulare Kamera zeigt Paarungszustand von Bilharziose-Erregern in 3D

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten