Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unternehmensnachfolge: Zu lange Übergangsphasen können Zukunft des Unternehmens gefährden

05.07.2010
Vor Übergabe werden Investitionen oft reduziert oder eingestellt / Nachfolger lösen Investitionsstaus meist schnell auf / Keine Anzeichen für besondere Zurückhaltung der Banken bei Nachfolgefinanzierungen

Viele Alteigentümer reduzieren während der Suche nach einem Nachfolger ihre Investitionstätigkeiten oder stellen sie komplett ein. Trotz der verminderten Investitionstätigkeit passen viele Alteigentümer die Beschäftigung nicht an. Zugleich sinkt durch die unterlassenen Investitionen die Ertragskraft der Unternehmen, was die Suche nach einem Nachfolger wiederum erschweren kann.

Je länger die Übergabephase dauert, desto mehr könnte dieser Investitionsstau die Existenz des Unternehmens gefährden. Dies zeigt eine Studie, die das Institut für Mittelstandsforschung Bonn (IfM) und die KfW Bankengruppe auf der Datenbasis des KfW Mittelstandspanels erstellt haben. Damit konnte die "Investitionsstau-Hypothese" für Deutschland erstmals empirisch belegt werden.

Nach Schätzungen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn stehen in Deutschland von 2010 bis 2014 jährlich etwa 22.000 Unternehmen mit rund 287.000 Beschäftigten vor der Nachfolgefrage. Friktionslose Nachfolgeregelungen sind also nicht nur auf der Ebene des einzelnen Unternehmens, sondern auch aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive für Wachstum und Beschäftigung von Bedeutung.

Die Studie von IfM Bonn und KfW zeigt weiter, dass nach erfolgter Übergabe die Investitionen wieder stark anziehen, so dass sich der Investitionsstau meist bereits nach einem Jahr weitgehend auflöst. Zu den Aufgaben des Nachfolgers gehört es meist auch, die personellen Ressourcen des Unternehmens anzupassen, das Unternehmen neu auszurichten und neue Wachstumsmöglichkeiten zu erschließen. Höhere Umsatzwachstumsraten und die besseren Umsatz- und Rendite-erwartungen von übernommenen Unternehmen belegen, dass dies den Neueigentümern in der Regel auch gelingt. Die Studie lieferte keine Anzeichen dafür, dass Unternehmensübernahmen besondere Finanzierungsprobleme haben.

Prof. Dr. Johann Eekhoff, Präsident des IfM Bonn: "Aus der Sicht des Alteigentümers kann das Unterlassen von Investitionen vor der Unternehmensübergabe durchaus rational sein. Denn insbesondere bei langfristigen Investitionen kann er nicht sicher sein, dass der Übernehmer die gleichen Erwartungen bezüglichen der künftigen Erträge aus der Investition hegt. Der Alteigentümer muss daher fürchten, dass er im Kaufpreis nicht hinreichend für solche Investitionen entschädigt wird."

Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe: "Eine Unterlassung der Investitionstätigkeit - über einen längeren Zeitraum - schwächt Wachstum und Ertragskraft des Unternehmens. Dies kann auch negative einzelwirtschaftliche Auswirkungen haben, im schlimmsten Fall Unternehmensliquidation und Verlust der damit verbundenen Arbeitsplätze. Wegen der großen Anzahl von Unternehmensnachfolgen und aufgrund des demografischen Wandels kann dies zunehmend negative gesamtwirtschaftliche Folgen haben. Bei einer Fortführung der Investitionstätigkeit können diese vermieden werden."

Die Studie "Unternehmensnachfolge im Mittelstand: Investitionsverhalten, Finanzierung und Unternehmensentwicklung" steht unter www.kfw.de im Bereich "Research" zum Download zur Verfügung.

Wolfram Schweickhardt | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index sinkt nach März-Hoch
23.05.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr bleibt niedrig
19.05.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten