Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stuttgarter Wissenschaftler entwickeln Kompetenzplattform für Ratingsysteme

20.05.2010
Mehr Transparenz für Nachhaltigkeit

Nachhaltige Unternehmensführung ist kein Modewort, sondern etabliert sich immer mehr zu einer Schlüsselkompetenz von Unternehmen. Sie beinhaltet beispielsweise die Berücksichtigung sozialer und ökologischer Aspekte.

Informationen über die Nachhaltigkeitsleistung werden nicht nur von internen Stakeholdern wie dem Management, sondern auch von externen Stakeholdern wie Anlegern, Geschäftspartnern oder Kunden vermehrt nachgefragt.

Nachhaltigkeitsratings stellen in diesem Zusammenhang ein äußerst nützliches Instrument zur Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen dar. Dies zeigt eine aktuelle Studie zum gesellschaftlichen Engagement deutscher Unternehmen, die im Rahmen des Forschungsprojekts ARGUS (Architecture of Ratings in Company Related Global CSR/CS for Users and Stakeholders) der Lehrstühle für Finanzwirtschaft und Wirtschaftsinformatik I der Universität Stuttgart entstanden ist. Jetzt haben die Wissenschaftler von ARGUS eine gleichnamige webbasierte Kompetenzplattform entwickelt, die die Kommunikation und Transparenz zwischen den Akteuren des Marktes für Nachhaltigkeitsratings verbessert.

In den letzten Jahren hat sich ein spezifischer Markt für Nachhaltigkeitsratings entwickelt. Wie bei allen Rating-Dienstleistungen gilt auch für Nachhaltigkeitsratings, dass sie aus ökonomischer Sicht für die Nutzer mit Unwägbarkeiten versehen sind. Vor allem die bewerteten Unternehmen beklagen häufig eine mangelnde Transparenz. Zudem brauchen die unterschiedlichen Interessengruppen wie Finanzdienstleister, Investoren oder auch die interessierte Öffentlichkeit ganz unterschiedliche Informationen über das durchgeführte Rating.

Was genau wird von den Rating-Institutionen bewertet, welche Kriterien werden berücksichtigt und welche Daten werden dafür herangezogen? Wo liegen die Schwerpunkte des Ratings und welche Nachhaltigkeitsaspekte werden betrachtet? Mit welchen Methoden wird die Bewertung durchgeführt? Gibt es bestimmte Ausschlusskriterien wie beispielsweise Aktivitäten eines Unternehmens im Bereich Rüstung? Auf der neuen von den Stuttgarter Wirtschaftswissenschaftlern konzipierten Kompetenzplattform ARGUS finden Nutzer Antworten auf diese Fragen. Die Kompetenzplattform stellt zudem Informationen über die Nachhaltigkeitsbewertung von Unternehmen sowie verwandte Ansätze und Begriffe, zum Beispiel Corporate Social Responsibility (das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen wie die Förderung von sozialen Einrichtungen), nachhaltige Geldanlagen und anderes bereit. Rating-Anbieter werden mit ihren Kompetenzen, Schwerpunkten und Rating-Systemen vorgestellt. Ziel von ARGUS ist es, die Kommunikation und Kooperation unter den Akteuren zu verbessern, sowie Potenziale für Einsatzmöglichkeiten und Verwendungen von Nachhaltigkeits-Ratings aufzuzeigen.

Um die Ergebnisse des Forschungsprojekts und die Kompetenzplattform einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen, veranstaltet die Universität Stuttgart zusammen mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt am Freitag, den 25. Juni 2010 in Osnabrück die Konferenz „Management von Nachhaltigkeitsratings und Nachhaltigkeitsdaten – Aktuelle Forschungsergebnisse und innovative Praxisansätze“. Im Rahmen der Konferenz diskutieren Referenten aus Wissenschaft und Praxis aktuelle Trends der Nachhaltigkeitsbewertung von Unternehmen und präsentieren aktuelle Forschungsergebnisse zum gesellschaftlichen Engagement deutscher Unternehmen. Des Weiteren werden innovative Praxisansätze zur Unterstützung des Managements im Bereich unternehmerischer Nachhaltigkeit vorgestellt. Informationen zum Programm der Konferenz finden Sie unter http://www.argus-responsibility.de.

Kontakt:
Christian Barthruff
Betriebswirtschaftliches Institut
Tel.: 0711/685-86005
e-Mail: Christian.Barthruff@bwi.uni-stuttgart.de

Andrea Mayer-Grenu | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de
http://www.argus-responsibility.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Der Dauerläufer: Starke Binnennachfrage macht diesen Aufschwung robuster als seine Vorgänger
17.10.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Positiv für die Volkswirtschaft: Die Zahl der Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen steigt weiter
12.10.2017 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise