Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie: Secondary Buyouts generieren höhere Renditen als vielfach angenommen

11.02.2013
Gemeinsame Studie der HHL Leipzig Graduate School of Management und der Boston Consulting Group: Eigentümer von Secondary Buyouts erreichen vergleichbar hohe Renditen wie von Primary Buyouts
Secondary Buyouts, d. h. Transaktionen, bei denen sowohl Verkäufer als auch Käufer eines Unternehmens Private-Equity-Fonds sind, generieren Renditen, die mindestens denen von Erstinvestments entsprechen – bei deutlich geringerem Risiko. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie "Take a Second Look at Secondaries: Owners That Raise Their Value-Creation Game Can Excel", die gemeinsam von der der HHL Leipzig Graduate School of Management und der Boston Consulting Group (BCG) erstellt wurde.

Die Studie geht der Frage nach, ob Secondary Buyouts tatsächlich zweitklassige Zieltransaktionen für Private Equity darstellen, weil sie weniger Wertsteigerungspotenzial besitzen. Basierend auf einer breiten Datengrundlage von Primary- und Secondary-Buyout-Transaktionen, ergibt die Untersuchung eine mittlere jährliche Rendite der Secondaries von 24 Prozent, verglichen mit 20 Prozent bei Primaries, die an Private-Equity-Investoren verkauft wurden. Zudem verdeutlicht die Studie, dass nicht Leverage-, sondern M&A-Aktivitäten der sicherste Weg sind, um die Renditen von Secondaries zu verbessern: Die mittlere jährliche Rendite von Secondaries, die eine Buy-and-Build-Strategie mit Hilfe von M&A verfolgten, betrug 25 Prozent – im Vergleich zu 15 Prozent bei denjenigen ohne M&A-Aktivitäten.

"Die konkurrenzfähigen Renditen von Secondaries, die sich an zusätzlichen Deals beteiligten, resultieren aus Synergien und operativen Verbesserungen infolge der Transaktion", erläutert Dr. Jens Kengelbach, BCG-Partner und Mitautor der Studie. "Daher verwundert es, dass weniger als 30 Prozent der Secondaries in unserer Stichprobe M&A-basierte Wachstumsstrategien verfolgen – obwohl Private-Equity-Firmen in der Regel M&A als einen wesentlichen Hebel zur Wertschaffung ansehen, vor Alternativen wie etwa geographischer Expansion und Pricing."

Tertiary Buyouts als Exit-Strategie

Viele Private-Equity-Experten sehen Tertiary Buyouts, d. h. den Weiterverkauf an einen dritten Finanzinvestor, als letzten Ausweg, der nur dann gewählt wird, wenn die IPO-Aufnahmefähigkeit des Marktes nicht gegeben ist oder strategische Käufer wenig Interesse an dem Asset zeigen. Die Ergebnisse der Studie stützen diese Sichtweise nicht: Renditen auf Secondaries, die an Dritte verkauft wurden, erreichten ein ähnliches Niveau wie die Renditen von Trade-Sales, d. h. dem Verkauf von Unternehmen (bzw. Unternehmensteilen) an Investoren. Die mittlere jährliche Rendite für Tertiaries lag bei 21,5 Prozent, verglichen mit 25,8 Prozent bei Trade Sales.
Auch gemessen an operativen Performance-Kennzahlen wie Umsatz und Ertragszuwachs schneiden Secondaries, die an einen dritten Finanzinvestor verkauft wurden, im Vergleich zu denjenigen, die durch einen Trade-Sale eräußert wurden, gut ab.

Secondary Buyouts spielen in der Private-Equity-Branche eine zunehmend wichtige Rolle: Das Volumen von Secondary- und weiteren Transaktionen belief sich in den ersten neun Monaten 2012 auf rund 56 Milliarden Euro. Dieser Trend wird auf absehbare Zeit anhalten. Verantwortlich dafür sind der starke Rückgang von Public-to-Private-Deals, der nur begrenzt aufnahmefähige IPO-Markt, sowie der nach wie vor hohe Anlagedruck bei Private-Equity-Firmen und der Performance-Druck von Seiten der Investoren auf die Fonds.
"Die Taktiken, die in der Vergangenheit zu hohen Renditen für Secondaries geführt haben, also M&A und Effizienzoptimierung, werden auch zukünftig Wert schaffen", resümiert Michael Brigl, BCG-Principal und Mitautor der Studie. "Zusätzlich sollten sich Eigentümer von Secondaries stärker auf organisches Wachstum konzentrieren. Zukünftig werden diejenigen Private-Equity-Firmen mit Secondaries erfolgreich sein, die organisches Umsatzwachstum forcieren können, während sie sich weiter an M&A beteiligen und operative Verbesserungen erzielen. Kurz: Um die Renditen ihrer Beteiligungen zu maximieren, müssen Private-Equity-Firmen darauf vorbereitet sein, die volle Palette an Wertschöpfungshebeln zu nutzen."

Die HHL Leipzig Graduate School of Management

Die HHL ist eine universitäre Einrichtung und zählt zu den führenden internationalen Business Schools. Ziel der ältesten betriebswirtschaftlichen Hochschule im deutschsprachigen Raum ist die Ausbildung leistungsfähiger, verantwortungsbewusster und unternehmerisch denkender Führungspersönlichkeiten. Neben der internationalen Ausrichtung spielt die Verknüpfung von Theorie und Praxis eine herausragende Rolle. Die HHL zeichnet sich aus durch exzellente Lehre, klare Forschungsorientierung und praxisnahen Transfer sowie hervorragenden Service für ihre Studierenden. http://www.hhl.de

The Boston Consulting Group (BCG)

The Boston Consulting Group (BCG) ist eine internationale Managementberatung und weltweit führend auf dem Gebiet der Unternehmensstrategie. BCG unterstützt Unternehmen aus allen Branchen und Regionen dabei, Wachstumschancen zu nutzen und ihr Geschäftsmodell an neue Gegebenheiten anzupassen.

In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt BCG individuelle Lösungen. Gemeinsames Ziel ist es, nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu schaffen, die Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu steigern und das Geschäftsergebnis dauerhaft zu verbessern. BCG wurde 1963 von Bruce D. Henderson gegründet und ist heute an 78 Standorten in 43 Ländern vertreten. Das Unternehmen befindet sich im alleinigen Besitz seiner Geschäftsführer.

In Deutschland und Österreich erwirtschaftete BCG im Jahr 2011 mit 980 Beraterinnen und Beratern einen Umsatz von 490 Millionen Euro.

Volker Stößel | idw
Weitere Informationen:
http://www.bcg.de
http://www.hhl.de/
http://www.bcgperspectives.com/

Weitere Berichte zu: BCG Buyouts Finanzinvestor HHL M&A M&A-Aktivität Private-Equity-Firma Rendite Trade-Sale

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Der Dauerläufer: Starke Binnennachfrage macht diesen Aufschwung robuster als seine Vorgänger
17.10.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Positiv für die Volkswirtschaft: Die Zahl der Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen steigt weiter
12.10.2017 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise