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Wie stark Fachhochschulen Unternehmensgründungen fördern

12.08.2010
Schweizer Fachhochschulen bieten angehenden Gründerinnen und Gründern unterschiedliche Voraussetzungen: Mancherorts existieren bereits spezifische Unterstützungsangebote, doch zum Teil besteht noch grosser Nachholbedarf.

Dies geht aus einer erstmals durchgeführten Befragung bei 22 Fachhochschulen durch das Schweizerische Institut für Entrepreneurship (SIFE) der Hochschule für Technik und Wirtschaft Chur hervor. Die Studie wurde diesen Sommer publiziert.

Die Verbreitung einer Kultur der unternehmerischen Selbständigkeit unter Studierenden und Mitarbeitern der Schweizer Hoch- und Fachhochschulen ist ein wirtschafts- und innovationspolitisches Anliegen. Doch wie weit wurde dieses Anliegen bereits umgesetzt? Dieser Frage ging für die Fachhochschulen erstmals das Schweizerische Institut für Entrepreneurship (SIFE) der Hochschule für Technik und Wirtschaft Chur nach. Aufgrund schriftlicher Antworten von 22 Fachhochschulen konnten die Forscher die Gründungsförderung anhand der drei Themenbereiche „Gründungsspezifische Aus- und Weiterbildung sowie Beratung“, „Gründungspotenziale“ und „Hochschulpolitische Rahmenbedingungen“ beurteilen. Entsprechend ihren Aktivitäten wurden die Fachhochschulen in den drei Themenbereichen in Kategorien von 1 bis 4 eingeteilt.

Im Bereich Aus- und Weiterbildung sowie Beratung zeigt sich, dass vier Fachhochschulen – die Hochschule für Wirtschaft Freiburg, die Hochschule Wallis, die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften sowie die Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur – in die beste, die Kategorie 1 fallen. Diese Fachhochschulen zeichnen sich durch ein umfangreiches Angebot an internen oder mit externen Partnern durchgeführten Entrepreneurship-Veranstaltungen aus. Im Hinblick auf ihre Gründungspotenziale, bei denen Diensterfindungen oder registrierte Gründungsprojekte erfasst wurden, fallen die Hochschule für Wirtschaft Freiburg und die Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI) in die Spitzenkategorie. Erstklassige „Hochschulpolitische Rahmenbedingungen“ wiederum weisen die Hochschule Wallis, die HTW Chur und die Haute école d’ingénerie et de Gestion du Canton du Vaud auf. Untersucht wurden hierfür Massnahmen der Kommunikation, wie z.B. die Integration der Gründungsthematik auf der Homepage oder in das Leitbild der Hochschule. Der Grossteil der Fachhochschulen ist in diesem Gebiet bislang nur wenig aktiv, was auf einen grossen Nachholbedarf hinweist.

Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass weitere Massnahmen ergriffen werden sollten. Hochschulen benötigen stärker individuelle, massgeschneiderte Programme. Dabei müssen die strukturellen Unterschiede zwischen Universität und Fachhochschule berücksichtigt werden. Bei der Gründungsförderung soll auch darauf geachtet werden, dass nicht einfach möglichst viele neue Unternehmen entstehen, sondern dass sie sich nachhaltig auf dem Markt etablieren.

Die vom SIFE durchgeführte Studie ist ein Teilbeitrag des von der
Gebert-Rüf-Stiftung finanzierten Projektes „Spin-offs aus Hochschulen und der Privatwirtschaft“.

Christoph Meier | idw
Weitere Informationen:
http://www.htwchur.ch/presse

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