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Staat zahlt mit – energetische Altbausanierung wird gefördert

18.01.2010
Übergangsfrist beendet: Die Vergabe von KfW-Fördermitteln richtet sich jetzt nur noch nach der neuen Energieeinsparverordnung

Neben der KfW-Bank fördern auch das Bundesamt BAFA, das Land und viele Gemeinden die Altbausanierung.

Die KfW-Bank hat ihr Förderprogramm für die Altbausanierung der verschärften Energieeinsparverordnung EnEV 2009 angepasst. Jetzt ist die dreimonatige Übergangsfrist abgelaufen, die es Hausbesitzern ermöglichte, noch Anträge auf Basis der alten EnEV 2007 einzureichen.

„Seit Januar richten sich die Förderstufen nur noch nach der novellierten Energieeinsparverordnung 2009“, erklärt Claudia Rist vom Landesprogramm Zukunft Altbau des Umweltministeriums Baden-Württemberg.

Bei der Förderung gibt es vier Effizienz-Stufen: Das KfW-Effizienzhaus 85, 100, 115 und 130. „Die Zahl gibt an, wie hoch prozentual der Jahres-Primärenergiebedarf im Vergleich zu einem Neubau ist“, so Rist. Grundsätzlich gilt: Je energieeffizienter ein Haus nach der Sanierung ist, desto höher fällt die Förderung aus. Auch das Bundesamt BAFA, das Land und die Kommunen fördern energetische Altbausanierungen.

„Viele Hausbesitzer lassen ihre Fassade oft nur neu streichen, anstatt diesen Zeitpunkt zu nutzen und die Fassade auch zu dämmen“, berichtet Architekt Jürgen Groß vom Deutschen Energieberater-Netzwerk (DEN). „Und das, obwohl sich die zusätzlichen Kosten für die Dämmung nach ein paar Jahren amortisieren.“ Günstige Kredite und Finanzierungszuschüsse sollen diesen Schritt hin zu einer energetischen Sanierung erleichtern.

Hausbesitzer müssen so weniger Eigenkapital aufbringen und zahlen weniger Zinsen als bei konventionellen Bankkrediten. Einen guten Förderüberblick, auch über die kommunalen Programme, geben Energieberater aus der Region.

Das Programm „Energieeffizient Sanieren“ der staatlichen Bankengruppe KfW ist mit Abstand der Spitzenreiter bei der finanziellen Förderung von Altbausanierungen. Über das Programm werden alle Maßnahmen einer energetischen Sanierung gefördert. „Für Besitzer bestehender Häuser gibt es bei umfassenden Sanierungen seit Oktober vier Förderstufen“, so Groß.

„Die Stufen KfW-Effizienzhaus 85 und 115 sind neu. Das sparsamste Gebäude in der künftigen Effizienzrangfolge ist das KfW-Effizienzhaus 85, am Ende der Skala steht das KfW-Effizienzhaus 130.“

Die Förderung wird als Zuschuss oder Kredit ausbezahlt. Bei der Zuschussvariante bekommt der Bauherr für ein KfW-Effizienzhaus 85 20 Prozent Investitionsbeihilfe, maximal 15.000 Euro pro Wohneinheit. Bei einem KfW-Effizienzhaus 130 sind es 10 Prozent Zuschuss. Entscheiden sich die Besitzer für den Kredit, das sind bis zu 75.000 Euro pro Wohneinheit, gibt es beim 85er-Label stolze 15 Prozent Tilgungszuschuss. Beim 130er-Label sind es nur fünf Prozent.

Auch Einzelmaßnahmen werden gefördert. „Wer etwa sein Wohnhaus dämmt, erhält einen Zuschuss von fünf Prozent der Investitionssumme“, sagt Claudia Rist von Zukunft Altbau. „Das sind bis zu 2.500 Euro.“ Der Zuschuss für Maßnahmenpakete beläuft sich auf 7,5 Prozent, maximal 3.750 Euro. Neben der Sanierung ist auch der Ersterwerb eines sanierten Hauses oder einer Eigentumswohnung förderfähig.

Nicht nur die KfW fördert die Altbausanierung. „Bundesweit spielt auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA eine wichtige Rolle“, so Rist. „Das BAFA fördert den Einsatz erneuerbarer Energien, etwa Solarkollektoren oder Holzpelletkessel. Auch die Gebäudeenergieberatung durch Experten wird gefördert.“ Das Programm „Energiesparberatung vor Ort“ bezuschusst das Honorar von Energieberatern mit 300 bis 360 Euro.

Im Land bietet das Umweltministerium zwei finanzielle Anreize. „Die Energieberatung ‚EnergieSparCheck’ wird mit 100 Euro unterstützt, für den Hausbesitzer fällt dieselbe Summe an“, erklärt Rist. Wer sich eine neue Heizung auf Basis erneuerbarer Energien anschafft, bekommt ein zinsgünstiges Darlehen, das über die L-Bank abgewickelt wird. Die Kommunen sind oft auch aktiv. Städte wie Stuttgart, Tübingen oder Freiburg haben eigene zusätzlich nutzbare Förderprogramme. Die Programme bezuschussen beispielsweise Wärmedämmung und die Optimierung von Heizungsanlagen.

Claudia Rist rät, sich vor einer Sanierung umfassend bei einem Gebäudeenergieberater zu informieren, welche Programme am besten passen und ob sie sogar kombinierbar sind. Im Nachhinein ist es in der Regel zu spät. „Nach einer Sanierung können die meisten Förderprogramme nicht mehr in Anspruch genommen werden.“

Zukunft Altbau klärt Wohnungs- und Hausbesitzer über den Nutzen energieeffizienter Altbaumodernisierung und über Fördermöglichkeiten auf. Das Programm wird von der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) in Karlsruhe umgesetzt.

Ansprechpartner Pressearbeit:
PR-Agentur Dr. Klaus Heidler Solar Consulting, Axel Vartmann, Solar Info Center, D-79072 Freiburg, Tel. +49/761/38 09 68-23, Fax +49/761/38 09 68-11, vartmann@solar-consulting.de, www.solar-consulting.de
Ansprechpartner Zukunft Altbau:
Dipl.-Ing. Mareike Soder, Freie Architektin und Energieberaterin Zukunft Altbau, KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH, Kaiserstraße 94a, 76133 Karlsruhe, Tel. +49/721/98471-37, Fax +49/721/98471-20, mareike.soder@zukunftaltbau.de, www.zukunftaltbau.de

Axel Vartmann | Solar Consulting
Weitere Informationen:
http://www.zukunftaltbau.de
http://www.zukunftaltbau.de/ueber_zukunft_altbau/presse/informationen/index.php
http://www.solar-consulting.de

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