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Spendenbereitschaft reagiert insbesondere auf steuerliche Anreize

25.05.2009
Je stärker sich das Finanzamt an jedem gespendeten Euro beteiligt, desto großzügiger zeigen sich in Deutschland die Spender.

Dagegen hebt eine Erhöhung des verfügbaren Einkommens die Spendierlaune deutlich geringer. Der Einkommenssteuertarif ist für das Spendenaufkommen somit von erheblicher Bedeutung.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), die die Spendenbereitschaft von Privatpersonen in Deutschland untersucht.

Um die Anreizmechanismen der Spendenbereitschaft in Deutschland zu identifizieren, wertet die ZEW-Studie eine Stichprobe von 2.743 Steuererklärungen aus den Jahren 2001 bis 2003 aus. Der Datensatz liefert unter anderem Informationen über steuerlich geltend gemachte Spenden sowie über das individuelle Einkommen der Privatpersonen.

Es zeigt sich, dass Spender in Deutschland auf eine Änderung des individuellen Spendenpreises besonders stark reagieren. Sinkt dieser beispielsweise um ein Prozent, so erhöhen sich die Spenden, abhängig von den Rahmenbedingungen, durchschnittlich um 1,38 bis 1,54 Prozent. Bei einem Anstieg des Einkommens um ein Prozent erhöht sich dagegen die über das Jahr gespendete Geldsumme im Durchschnitt nur um 0,74 Prozent.

Der individuelle Spendenpreis ist jene Differenz aus gespendetem Betrag und Steuerersparnis, die sich für die Spende von einem Euro ergibt. Die Größe der Steuerersparnis wiederum hängt von dem marginalen Einkommensteuersatz ab, dem der jeweilige Spender bei der Ermittlung der Einkommensteuer unterliegt. Bei einem marginalen Einkommenssteuersatz von beispielsweise 30 Prozent erhält der Spender 30 Cent eines gespendeten Euros wieder vom Finanzamt zurückerstattet. Die Spende kostet den Spender somit nicht einen Euro sondern effektiv nur 70 Cent. Der individuelle Spendenpreis beträgt also 70 Cent.

Eine weitere Erkenntnis aus der ZEW-Untersuchung zur Spendenbereitschaft ist, dass die jetzt für Deutschland vorliegenden Ergebnisse denen vergleichbarer Studien in den USA ähneln. "Das ist überraschend, da bislang davon ausgegangen wurde, dass die Motive, die der Spendenentscheidung von US-Amerikanern unterliegen, sich von jenen in Deutschland unterscheiden", sagt Sarah Borgloh, für die Studie verantwortliche Wissenschafterin am ZEW. "Schließlich gibt es in den USA kein vergleichbares staatliches Sozialsystem.

Vielmehr werden öffentliche Güter traditionell zu einem erheblichen Teil durch private Initiative bereit gestellt." Die Ähnlichkeit der Studienergebnisse legt nun allerdings den Schluss nahe, dass anscheinend weder die wohlfahrtsstaatliche Tradition in Deutschland, noch die philanthropische Tradition der Amerikaner, soziale Leistungen eher durch private Initiative bereit zu stellen, größeren Einfluss auf die individuelle Spendenbereitschaft haben.

Gunter Grittmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

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