Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Siemens steigert Zahl der Patente auf knapp 58.000

26.11.2010
Siemens hat im Geschäftsjahr 2010 die Anzahl der Erfindungsmeldungen gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent auf 8.800 gesteigert. Das entspricht 40 Erfindungen pro Arbeitstag.

Damit wurde die Innovationskraft der gut 30.000 Forscher und Entwickler erneut unter Beweis gestellt. Der Gesamtbestand an erteilten Patenten stieg von 56.000 im Vorjahr auf 57.900. Siemens-Chef Peter Löscher zeichnete am 22. November in München zwölf besonders erfolgreiche Forscher und Entwickler als Erfinder des Jahres aus. Allein auf ihr Konto gehen rund 1.300 erteilte Einzelpatente. Seit 1995 vergibt Siemens jährlich die Auszeichnung an herausragende Forscher und Entwickler, deren Erfindungen erheblich zum Unternehmenserfolg beitragen.


Erfinder des Jahres 2010

SIM-Karte für Smart Grid
Die Verteilung und Nutzung von Strom ändert sich gerade grundlegend: Die Stromnetze werden durch Informationstechnik immer intelligenter. Sie müssen zu Smart Grids werden, denn um erneuerbare Energien wie Wind und Sonne verstärkt ins Netz einbinden zu können, sollen deren schwankende Erzeugungsmengen selbstständig ausgeglichen werden. Elektroautos könnten mit ihren Batterien als Zwischenspeicher dienen und bei Flaute Strom zurück ins Netz speisen. Damit sich die Interessen von Autonutzern und Energieversorgern nicht im Weg stehen, hat Rainer Falk (40) eine Methode entwickelt, um einen Akkumulator virtuell aufzuteilen, um so gespeicherten Strom für die E-Autos und für die Energieunter-nehmen getrennt zu verwalten. Außerdem hat Falk, der bei Siemens Corporate Technology in München arbeitet, eine Art SIM-Karte für private Energiekunden entwickelt, mit deren Hilfe der Strom-Anbieter ganz einfach gewechselt werden kann. Der Chip enthält alle Informationen, um die Server des jeweiligen Energieanbieters ansteuern zu können, sowie kryptogra-phische Schlüssel, um den Datenaustausch zwischen den Servern und dem Modul des Kunden zu verschlüsseln. Insgesamt verzeichnet Falk 172 Erfindungsmeldungen, 26 erteilte Einzelpatente in 107 Schutzrechtsfamilien
LED-Module in der Dusche
Leuchtdioden (LED) ersetzen in Autoscheinwerfern, Ampeln sowie bei Raum- und Gebäudebeleuchtungen immer häufiger Halogenlampen oder andere Leuchtmittel. Dieser Siegeszug ist nicht zuletzt durch die Entwicklungsarbeit von Charles Coushaine (50) von Osram in Danvers, Massachusetts, möglich: Er hat den Aufbau von LED-Modulen mit Halbleiterkristall, Reflektorwanne, Ummantelung und Sockel für die unterschiedlichsten Anwendungen maßgeblich mitgestaltet. Der Tüftler nennt seine Tätigkeit Produktdesign und meint damit weniger die ästhetischen Aspekte, sondern die Kombination der verschiedenen Komponenten einer LED und deren technischen Zusammenbau. Coushaine arbeitet seit fast 20 Jahren an der ständigen Verbesserung von LED-Produkten für Automobile. Sein erster großer Erfolg war die Entwicklung von Joule, dem weltweit ersten standardisierten LED-System für die Automobilindustrie. Seit 2006 entwickelt der Erfinder gänzlich neue Anwendungsmöglichkeiten für LED. Ob LED-Beleuchtung für den Esstisch, zusammen­klappbare LED-Taschenlampen, LED-Leuchten für Badezimmer, die ihren Strom mit Hilfe des Wasserstrahls der Dusche erzeugen oder die mittlerweile weit verbreiteten “Dot-it“-LEDs, die selbsthaftenden runden Leuchten, die man mit kurzem Druck auf die Oberfläche ein- und ausschaltet – Coushaine hatte die Idee. Mit 184 erteilten Einzelpatenten ist er einer der kreativsten Siemens-Erfinder.
Turbinen mit Hitzeschild
Um Anlagen wie Gasturbinenkraftwerke zu verbessern, müssen die Ingenieure an vielen Schrauben drehen – oder neue Wege gehen. Wie zum Beispiel Francis Jurjen Ladru (40), der sich seit seinem Studium mit der Frage beschäftigt, wie Werkstoffe möglichst hohen Temperaturen standhalten können, um damit auch die Effizienz von Kraftwerken zu steigern. Höhere Betriebstemperaturen bei Gasturbinen bedeuten einen höheren Wirkungsgrad mit gleichzeitiger Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Die Turbinenschaufeln sind damit aber enormen Belastungen ausgesetzt. Damit die Hitze von bis zu 1.400 Grad Celsius das Material nicht allzu sehr strapaziert und die Schaufel sich nicht verformt oder Risse bekommt, wird sie mit einer speziellen Schicht geschützt. Für diese Beschichtung von Turbinenschaufeln hat der Niederländer Ladru, der bei Siemens Energy in Berlin tätig ist, ein neues Verfahren entwickelt, das den Beschichtungsprozess verkürzt, weniger Material verbraucht und die Keramikschicht stabiler macht. Ladru hält 16 Einzelpatente in 36 Schutzrechtsfamilien.

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovationnews

Weitere Berichte zu: Einzelpatente Erfindung Erfindungsmeldungen Grids LED Patent Smart Grid smart bridges

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Rezessionsgefahr nahe null - IMK-Indikator: Deutsche Wirtschaft auf dem Weg in die Hochkonjunktur
16.01.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Mit Schwung ins neue Jahr
28.12.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie