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Rückkehrhilfen für ostdeutsche Arbeitsmigranten

21.12.2011
Gemeinsam mit Partnern aus Sachsen und Sachsen-Anhalt startet das Leibniz-Institut für Länderkunde heute eine Online-Befragung unter rückkehrwilligen und zurückgekehrten ostdeutschen Arbeitsmigranten.

Von den Ergebnissen versprechen sich die Experten wichtige Hinweise für konkrete Maßnahmen zur Förderung der Remigration in die neuen Länder. Die Umfrage ist Teil eines von der EU finanzierten Projekts, das die Potenziale von Rückwanderung als Quelle einer wissensbasierten Regionalentwicklung untersucht.

In den letzten drei Jahren haben über 500 000 Menschen aus Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ihre Heimat in Richtung Westdeutschland und ins Ausland verlassen. Zugezogen sind im gleichen Zeitraum nur etwa 400 000 Personen. Gemeinsam mit Partnern aus Sachsen und Sachsen-Anhalt entwickelt das Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL) derzeit in einem von der Europäischen Union geförderten Projekt Maßnahmen, einem Teil dieser Arbeitsmigranten die Rückkehr zu ermöglichen. Damit können Strategien zur Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland sinnvoll ergänzt werden. Grundlage für erste Pilotmaßnahmen ist eine Befragung unter Rückkehrwilligen und Zurückgekehrten, die heute unter http://return.ifl-leipzig.de startet.

Knapp zwei Drittel aller Deutschen, die ins Ausland gehen, kehren nach drei bis fünf Jahren wieder zurück. Von den Ostdeutschen, die hier keine Arbeit finden, gelingt indes nur rund einem Fünftel die Rückkehr. Gleichzeitig verschärft sich gerade in Ostdeutschland der Mangel an geeigneten Fachkräften. Schwierig wird eine Rückkehr vor allem aus dem Ausland, weil Kontakte in die Heimatregionen abreißen und der Zugang zu Stellenanzeigen schwieriger wird. Hier setzt das Projekt „Re-Turn: Regionalentwicklung durch Rückwanderung“ an.

Auf Basis der Online-Befragung sollen noch 2012 erste Maßnahmen gestartet werden, die unter anderem auf die Vermittlung von Arbeitsmöglichkeiten abzielen. Wichtig ist den Organisatoren des Projekts die bisher wenig anerkannte Tatsache, dass Rückkehrer über besondere Erfahrungen und Kompetenzen verfügen, die sie sich als moderne Arbeitsmigranten angeeignet haben. „In diesem Sinne ist eine Zirkulation von Arbeitskräften durchaus zu begrüßen und kann eine Basis für neue wirtschaftliche Entwicklungen nach einer Rückkehr darstellen“, so Projektleiter Dr. Thilo Lang. Der IfL-Wissenschaftler wünscht sich deshalb eine hohe Beteiligung an der Umfrage: „Wer bereits im Ausland oder in Westdeutschland war oder sich dort noch aufhält, ist herzlich eingeladen, sich an der Umfrage zu beteiligen.“ Die Umfrage ist ab sofort unter http://return.ifl-leipzig.de online. Es gibt Buchgutscheine im Wert von 300 Euro zu gewinnen.

Kontakt: Dr. Thilo Lang, Leibniz-Institut für Länderkunde, Mobil: 01 62 - 845 63 83, T_Lang@ifl-leipzig.de

Dr. Peter Wittmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifl-leipzig.de

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