Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das richtige Maß an Wandlungsfähigkeit für jedes Unternehmen

03.05.2012
Unternehmen, die wandlungsfähig sind und auf sich rasch ändernde Markt- und Umfeldbedingungen reagieren können, haben in der globalisierten Wirtschaft einen strategischen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz.
Im Projekt DyWaMed hat das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI erstmals anhand einer Befragung bei mehr als 200 Hightech-Unternehmen empirisch erfasst, wie Wandlungsfähigkeitspotenziale gemessen werden können und welche Maßnahmen geeignet sind, die Wandlungsfähigkeit der Betriebe nachhaltig zu steigern. Die Ergebnisse wurden in einer Broschüre zusammengefasst und stehen zudem in Form eines Online-Benchmarking-Tools zur Verfügung.

Produktionssysteme werden heute weitgehend unter dem Eindruck wachsender und sich rasch verändernder Kundenanforderungen an Menge, Qualität und Lieferfähigkeit geplant. Diese sind zwar in den gegebenen Spielräumen kurzfristig sehr flexibel, dafür aber häufig sehr fix-kostenintensiv und nur unter hohem Aufwand langfristig anpassbar. Spätestens in der Finanzkrise hat sich gezeigt, dass diese "geplante Flexibilität" nicht nur teuer ist, sondern gerade bei wirtschaftlichen Turbulenzen nicht ausreicht. Statt nur Flexibilitätsspielräume für gegebene Strukturen auf Verdacht vorzuhalten, müssen Unternehmen also ebenso die Fähigkeit entwickeln, sich strukturell aufwandsarm und rasch an geänderte Rahmenbedingungen anzupassen – also Wandlungsfähigkeit aufbauen. Doch auch die Ausstattung mit einem geeigneten Wandlungsfähigkeitspotenzial ist nicht kostenlos zu haben und setzt stets einen gewissen Grad an Flexibilität voraus.

Um das richtige Verhältnis von kurzfristig einsetzbarer Flexibilität und langfristig benötigter Wandlungsfähigkeit zu finden, braucht es geeignete Methoden und eine ausreichende Datengrundlage zur Einschätzung der eigenen Position und Potenziale. Beides liefert das Projekt DyWaMed (Entwicklung eines simulationsgestützten Werkzeugs zur Dynamischen Steuerung der Wandlungsfähigkeit integrierter Wertschöpfungsketten in der Medizintechnik). In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt hat das Fraunhofer ISI ein Modell entwickelt, das die Messung der Wandlungsfähigkeit anhand konkreter strategischer Zielgrößen wie Volumen, Variantenzahl oder der Durchlaufzeit der Produkte ermöglicht. Dazu wurden 210 Betriebe der Medizin-, Mess-, Steuerungs-, Regelungstechnik und Optik zu ihren aktuellen Wandlungsfähigkeitspotenzialen ausführlich telefonisch befragt sowie die von ihnen in diesem Rahmen eingesetzten technischen und organisatorischen Befähiger-Konzepte erfasst. "Damit wird erstmalig eine empirische Datenbasis zur Messung der Wandlungsfähigkeitspotenziale produzierender Unternehmen zur Verfügung gestellt, deren Ergebnisse auch für andere Branchen interessante Einschätzungen erlauben", erklärt Projektleiter Oliver Kleine.

Die wichtigsten Ergebnisse dieser Studie wurden nun in der Broschüre "Wandlungsfähigkeit messen und benchmarken" zusammengefasst. Die vollständigen Ergebnisse der Umfrage sind in einem Online-Benchmarking-Tool zugänglich: Interessierte Unternehmen können hier die Stärken und Schwächen ihrer betrieblichen Flexibilität und Wandlungsfähigkeit im Vergleich zu anderen Firmen individuell analysieren und damit zielgerichtet Ansätze zur Steigerung ihrer Wandlungs- und Wettbewerbsfähigkeit aufdecken. Um Vergleichbarkeit zu gewährleisten, kann sich jedes Unternehmen aus der Gesamtheit der befragten Betriebe eine passende Vergleichsgruppe "zurechtschneiden", die seinen Ausgangsbedingungen und Rahmenbedingungen möglichst ähnlich ist, und sich mit dieser spezifisch und zielorientiert messen. Die Ergebnisse werden online dargestellt und zeitgleich als detaillierter pdf-Ergebnisbericht zur Verfügung gestellt.

Die Broschüre "Wandlungsfähigkeit messen und benchmarken" kann unter http://www.dywamed.de/dywamed/inhalte/projekt/veroeffentlichungen.php kostenfrei heruntergeladen werden. Das kostenpflichtige Online-Benchmarking kann unter http://www.dywamed.de/benchmarking erreicht werden.

Kontakt:
Anne-Catherine Jung MA
Telefon: +49 721 6809-100
E-Mail: presse@isi.fraunhofer.de

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI analysiert Entstehung und Auswirkungen von Innovationen. Wir erforschen die kurz- und langfristigen Entwicklungen von Innovationsprozessen und die gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien und Dienstleistungen. Auf dieser Grundlage stellen wir unseren Auftraggebern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Handlungsempfehlungen und Perspektiven für wichtige Entscheidungen zur Verfügung. Unsere Expertise liegt in der breiten wissenschaftlichen Kompetenz sowie einem interdisziplinären und systemischen Forschungsansatz.

Anne-Catherine Jung | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de/isi-de/service/presseinfos/2012/pri12-09.php
http://www.dywamed.de/dywamed/inhalte/projekt/veroeffentlichungen.php
http://www.dywamed.de/benchmarking

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index setzt Anstieg fort
22.06.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Beschäftigung legt weiter zu
29.05.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie