Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Projekt zum strukturierten Management von Drittmitteln gestartet

08.03.2010
HIS GmbH und Institut für Wirtschaftsinformatik der Leibniz Universität Hannover beginnen gemeinsamesGrundlagenforschungsprojekt "Drittmittelmanagement an Hochschulen"

Der hohe Aufwand zur Verwaltung von Drittmitteln aus der Industrie oder von staatlichen Fördereinrichtungen mit teils sehr bürokratischen Beantragungsregularien ist ein Problem, mit dem inzwischen fast jedes Institut an deutschen Hochschulen konfrontiert wird.

Die Hochschul-Informations-System GmbH (HIS), Hannover, und das Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI) der Leibniz Universität Hannover wollen bis 2013 die Grundlagen für ein IT-gestütztes Management von Drittmitteln und Sondermitteln an Hochschulen legen. Damit soll eine einheitliche und strukturierte Verwaltung zum Drittmittelmanagement unterstützt werden.

HIS-Geschäftsführer Prof. Dr. Martin Leitner und der Geschäftsführende Leiter des IWI, Prof. Dr. Michael Breitner, haben zu diesem Zweck einen Grundlagenforschungsvertrag für drei Jahre geschlossen. Die HIS GmbH fördert das Projekt mit 90.000 Euro.

Vor dem Hintergrund stagnierender staatlicher Budgets deutscher Hochschulen gewinnt die Einwerbung von Drittmitteln besonders für die Bereiche Forschung und Entwicklung an Bedeutung. Durchschnittlich bestehen die verfügbaren Finanzmittel vieler deutscher Universitäten heute bereits zu etwa einem Viertel bis zu einem Drittel aus Drittmitteln. An der Leibniz Universität Hannover wurden im Jahr 2009 rund 80 Millionen Euro Drittmittel eingeworben. In den kommenden Jahren wird von einem weiterhin steigenden Anteil an Dritt- und Sondermitteln sowie dem damit verbundenen Verwaltungs- und Akquiseaufwand ausgegangen.

Damit wächst der Druck auf Hochschulen, eine einheitliche und strukturierte Verwaltung zum Drittmittelmanagement zu unterstützen. Erfolgt dies nicht, "basteln die Institute an eigenen Lösungen mit Inkonsistenzen, Datenredundanzen, ineffizientem Monitoring und intransparentem Controlling", sagt Professor Breitner. Da sich bisher nur wenige Hochschulen systematisch und nachhaltig mit dieser Problematik auseinandergesetzt haben, birgt die frühzeitige Entwicklung eines hochschulweiten konsistenten Verwaltungskonzepts und entsprechender Steuerungsmechanismen zur Drittmittelausschöpfung auch großes wirtschaftliches Potenzial.

Der deutsche Wissenschaftsrat empfiehlt seit Jahren, dass die "Drittmitteleinwerbung als regulärer Bestandteil der Aufgaben des wissenschaftlichen Personals sowie als Indikator für die wissenschaftliche Qualität der Einrichtung begriffen werden" soll. Eine Voraussetzung hierfür ist eine effiziente Strukturierung der Verwaltungsabläufe, das heißt der zugehörigen Prozesse, Organisationsstrukturen, Datenstrukturen und Informationssysteme. Drittmittel unterliegen unterschiedlich detaillierten und restriktiven Verwendungsrichtlinien und Beschränkungen. Von den Drittmittelgebern werden beispielsweise spezifische Restriktionen und Verwendungsnachweise zur Zielerreichung festgelegt: Vorschriften für Anträge und Fristen, Inhalt, Aufbau, Form und Medien, Verwendungszweck, Verwendungszeitraum, in dem Mittel verwendet und zurückgegeben werden müssen, Zwischen- und Abschlussberichte oder Mittelverwendungnachweise.

Aus der Sicht der Leitung eines Drittmittelprojekts muss geeignetes Personal den jeweiligen Projekten zugeordnet werden. Die Einteilung von qualifiziertem Personal zu den Projekten wird oft vor dem Hintergrund der vollständigen Mittelausschöpfung erschwert, zum Beispiel durch Realkosten oder Stellenfestlegung. Die Erhaltung von neu geschaffenen Stellen über den Projekthorizont hinaus und somit die Sicherung von Know-how in Hochschulen und Instituten stellt eine weitere, komplexe Herausforderung an die Personalplanung dar. Hinzu kommen hemmende öffentliche Verwaltungsvorschriften für die Hochschulen.

Die IT-basierte Vereinfachung von Beantragung, Verwaltung, Staffing und Berichterstattung stellt daher eine grundlegende Herausforderung für die Entwicklung deutscher Hochschulen dar. Der Einsatz eines Referenzmodells zum Drittmittelmanagement - im Sinne eines Projektmanagements - und einer angepassten Standardsoftware, zum Beispiel HISinOne, ist zielführend. Weil sich die Hochschulen stark in Ausrichtung, Größe, Ressourcen und Prozessen unterscheiden, ist ein hoher Grad der Anpassbarkeit notwendig. Auf dem Markt existieren noch keine ausgereiften Referenzmodelle und keine Softwarelösungen zum ganzheitlichen Drittmittelmanagement. Vielmehr herrscht in der Praxis derzeit eine Vielzahl individueller Einzellösungen vor, oft einfache Tabellenkalkulation auf der Basis von Microsoft Excel.

Ziel des gemeinsamen Forschungsvorhabens der HIS GmbH und der Leibniz Universität Hannover ist die Konzeption und Entwicklung eines Referenzmodells für das Drittmittelmanagement sowie die Bereitstellung und Anpassung möglicher Pilot- und Testmodule der HISinOne Standardsoftware für Hochschulen. Zudem soll die Frage beantwortet werden, welche Optimierungseffekte durch den gezielten Einsatz von IT beim Drittmittelmanagement erreicht werden können. Bis 2013 sollen unter anderem standardisierte Befragungen internationaler, repräsentativer Expertinnen und Experten für Hochschulsoftware und Projektmanagementsoftware laufen. Zudem ist eine tiefgreifendere Prozessanalyse an verschiedenen Instituten deutscher Hochschulen geplant. Die daraus erarbeiteten Modelle sollen nach einer wissenschaftlichen Evaluation als Grundstein von optimierten Prozessen und zur Adaption einer Standardsoftware für Hochschulen dienen.

Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen Prof. Michael Breitner, Institut für Wirtschaftsinformatik, unter Telefon +49 511 762 4901 oder per E-Mail unter breitner@iwi.uni-hannover.de gern zur Verfügung

Dr. Stefanie Beier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Beschäftigung legt weiter zu
29.05.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index sinkt nach März-Hoch
23.05.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise