Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Prognose: Bis 2011 rollen 5 Mio. Pkw weniger vom Band

31.10.2008
PwC erwartet in Europa Produktionsabfall um eine Million Pkw bis 2011 / Trend geht zu kleineren Motoren / Marktanteil alternativer Antriebe bleibt vorerst gering / Finanzkrise verzögert Konsolidierung der Zulieferindustrie

Hohe Benzinpreise, die Finanzkrise und die Sorge vor einer Rezession haben den Autoabsatz in den USA und Europa einbrechen lassen. Anzeichen für eine schnelle Markterholung sind derzeit nicht zu erkennen.

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) erwartet daher bis 2011 einen kumulierten Produktionsausfall von über fünf Millionen Pkw in den Staaten der EU-15 und den USA.

"Die Automobilindustrie reagiert besonders sensibel auf die konjunkturelle Entwicklung. Bereits eine leichte Abschwächung des Wirtschaftswachstums beeinträchtigt den Fahrzeugabsatz deutlich", erläutert Harald Kayser, Partner bei PwC und Leiter des Bereichs Assurance Automotive.

In der EU-15 werden die Hersteller zwischen 2008 und 2011 voraussichtlich rund eine Million Fahrzeuge weniger herstellen als bislang prognostiziert, für die USA fällt die Schätzung sogar um rund 4,3 Millionen Pkw niedriger aus. Damit dürften 2011 nur noch 9,9 Millionen Pkw in Nordamerika vom Band laufen (2007: 10,5 Millionen Pkw), in der EU-15 sind es noch 13,7 Millionen Fahrzeuge (2007: 14,1 Millionen).

Weiterhin Produktionszuwächse verzeichnet hingegen die BRIC-Region (Brasilien, Russland, Indien, China), in der 2011 rund 20,9 Millionen Pkw hergestellt werden (2007: 13,0 Millionen), sowie die übrigen Länder, zu denen auch die wachstumsstarken mittel- und osteuropäischen Standorte gehören (2007: 20,5 Millionen Pkw, 2011: 24,5 Millionen Pkw).

Das Absatzvolumen wird in der EU-15 zwischen 2007 und 2011 nur um 0,3 Prozent pro Jahr steigen, für die USA ist sogar ein Rückgang um jährlich 1,1 Prozent zu erwarten. Doch auch in der BRIC-Region gibt es Bremsspuren. Der Automobilmarkt dürfte zwischen 2007 und 2011 noch um jährlich 11,1 Prozent zulegen, nachdem sich das Absatzplus zwischen 2003 und 2007 auf durchschnittlich 17,7 Prozent belaufen hatte.

Trend geht zu kleineren Pkw

Steigende Benzin- und Rohstoffpreise, Klimaschutzauflagen und ein wachsendes ökologisches Bewusstsein der Verbraucher zwingen die Hersteller zur Entwicklung sparsamerer und kleinerer Modelle. Bis 2011 dürfte daher der Anteil der Pkw mit weniger als 1,6 Litern Hubraum an der weltweiten Produktion von 39,5 Prozent im vergangenen Jahr auf 46,7 Prozent ansteigen. Verlierer dieser Entwicklung sind großvolumige Pkw. Der Anteil der Autos mit wenigstens drei Litern Hubraum wird voraussichtlich von 18,0 Prozent auf 13,5 Prozent fallen.

Obwohl mittlerweile die meisten großen Hersteller an Pkw mit Elektroantrieb arbeiten und einige Modelle kurz vor der Markteinführung stehen, bleibt die Bedeutung von Elektrofahrzeugen zunächst marginal. Im Jahr 2011 wird voraussichtlich nur einer von tausend produzierten Pkw elektrisch angetrieben sein. "Langfristig hat der Elektroantrieb vielleicht gute Chancen, möglicherweise in Kombination mit einer Brennstoffzelle", kommentiert Kayser.

Zulieferindustrie im Umbruch

Die Verlagerung der automobilen Wachstumszentren und die allmähliche Abkehr vom konventionellen Verbrennungsmotor stellen die Zulieferindustrie vor besondere Herausforderungen. "Der hohe Investitionsbedarf setzt die Branche unter Konsolidierungsdruck. In absehbarer Zeit erwarten wir eine Zweiteilung der Zulieferindustrie in wenige Global Player mit einem breiten Leistungsspektrum einerseits und viele kleine, hochspezialisierte Zulieferer andererseits. Wann der Konsolidierungsprozess mit voller Kraft einsetzt, ist angesichts der Finanzkrise allerdings schwer zu prognostizieren", so Transaktionsexperte Christian Knechtel, ebenfalls Partner bei PwC.

Vergaben die Banken für Übernahmen in der Zulieferindustrie bislang Kredite bis zum sechsfachen des operativen Gewinns vor Steuern und Abschreibungen, liegt der Faktor derzeit nur bei 2,5 bis 3,5. Damit benötigen Unternehmen zur Übernahmefinanzierung mehr Eigen- oder Mezzanine-Kapital, beispielsweise von Private-Equity-Investoren. Zudem sind viele Banken im Automobilsektor bereits überdurchschnittlich stark engagiert und begrenzen daher im Interesse eines ausgewogenen Kreditportfolios ihre Neuengagements in der Branche.

Die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist in Deutschland mit 8.870 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von rund 1,47 Milliarden Euro eine der führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften. An 28 Standorten arbeiten Experten für nationale und internationale Mandanten jeder Größe. PwC bietet Dienstleistungen an in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und prüfungsnahe Dienstleistungen (Assurance), Steuerberatung (Tax) sowie in den Bereichen Transaktions-, Prozess- und Krisenberatung (Advisory).

Karim Schäfer | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.pwc.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr steigt nur geringfügig
14.02.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Früherkennung von Innovationsfeldern
09.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung