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Produktpiraterie stoppen

17.02.2010
Forscherteam an der Uni Projekt entwickelt Konzept zum Ende des ungewollten Know How Abflusses

Produktpiraterie bedroht deutsche Unternehmen. Gefährdet ist vor allem die Refinanzierung der Ideen und Erfindungen, die die Qualität und Erfolg der Produkte ausmachen. Die Fälschungen führen zu Umsatzverlusten, Imageverlusten und zu Haftungsklagen.

Die juristische Verfolgung der Piraten ist oft schwierig, aufwendig und erst möglich wenn Plagiate im Markt sind. Für die Refinanzierung ist jedoch die Zeitspanne entscheidend, die eine Innovation als Alleinstellungsmerkmal am Markt dient. Daher muss das Erscheinen der Piraterieprodukte verzögert oder verhindert werden.

Im Forschungsprojekt PROTACTIVE wird ein präventives Schutzkonzept entwickelt. Es setzt an den zwei Ansatzpunkten zur Know-How Akquise der Produktpiraten an: Reverse Engineering des fertigen Produktes und Vorteilsnahme des Know-Hows bzw. der verfügbaren Informationen des Herstellers. Gerade letzteres wird oft dem Bauchgefühl jedes Mitarbeiters an den Schnittstellen überlassen. Die Folge: In Unternehmen ist oft nicht bekannt, was überhaupt das schützenswerte Kern-Know-How ist. Durch die intensive Vernetzung mit Zulieferern, Kunden, Servicepartnern und durch gesetzliche Auflagen zum Beispiel zur Zertifizierung durch Prüfinstitute sind Informationen und Wissen eines Unternehmens oft weit verstreut. Dabei verfügen die eigenen Mitarbeiter, neben dem Wissen welches die Leistungsfähigkeit der Unternehmen ausmacht, oft auch über Zugriff zu Details und Informationen, die weit über den tatsächlichen Bedarf hinausgehen.

Angriffe auf das Know How beginnen bei öffentlich verfügbarer Information (z.B. Servicehandbücher) aber auch durch die Vorspiegelung anderer Identitäten (z.B. Kooperation in der Entwicklung), Social Engineering, Einschleusen von Spionen bis hin zur Abwerbung von Mitarbeitern.

Für Unternehmen ist daher entscheidend, kritisches Kern Know How aller Unternehmensbereiche zu identifizieren und die Verbreitung auf ein angemessenes Maß einzuschränken. Das Forscherteam Wissensmanagement an der Professur für Wirtschaftsinformatik und Electronic Government der Universität Potsdam hat eine Methode entwickelt mit der Unternehmen systematisch die Weitergabe und Verbreitung ihrer Informationen und das Wissen der Mitarbeiter erkennen können. Auf Basis der Analyse werden gezielt Geheimhaltungs- und Schutzmaßnahmen gestaltet. Die Analyse erfolgt mit Hilfe eines Tools zur Selbstanalyse, das einen dynamisch an die Organisation des Unternehmens angepasstes Interview führt um Risiken zu erkennen.

Die Methode und das zugehörige Selbstanalysetool werden auf der Hannover Messe vom 19.-23.04.2010 in Halle auf dem Gemeinschaftstand von Conimit ausgestellt.

Die Ergebnisse sind Bestandteil der im Forschungsprojekt PROTACTIVE entwickelten Gesamtmethode.

Hinweis an die Redaktionen:
Kontakt: Prof. Norbert Gronau, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam, Telefon: 0331/977-4687, E-Mail: ngronau@wi.uni-potsdam.de zur Verfügung.
Weitere Informationen zur IWS-Analyse sowie zum Forschungsprojekt:
http://www.uni-potsdam.de/hp.nsf/Protactive
Diese Pressemitteilung ist auch im Internet abrufbar:
http://www.uni-potsdam.de/pressemitt/2010/pm053 _10.htm

Sylvia Prietz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-potsdam.de

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