Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Positionspapier der deutschen Wirtschaft zur Europäischen Mediationsrichtlinie

22.07.2009
Der "Round Table 'Mediation und Konfliktmanagement' der deutschen Wirtschaft", der von der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) wissenschaftlich begleitet wird, hat mit einem umfassenden Positionspapier zur Umsetzung der europäischen Mediationsrichtlinie gegenüber dem Bundesministerium der Justiz Stellung genommen.

Damit haben sich Großunternehmen der deutschen Wirtschaft als bedeutende Nutzer der Mediation in die aktuelle Diskussion über die Inhalte eines Mediationsgesetzes aktiv eingebracht.

Bei dem "Round Table 'Mediation und Konfliktmanagement' der deutschen Wirtschaft" handelt es sich um einen 2008 etablierten Zusammenschluss namhafter deutscher Unternehmen (u.a. SAP, E.ON, AUDI, Bayer, Bombardier, Deutsche Bahn, EnBW und Siemens), die sich in regelmäßigen Treffen und unter wissenschaftlicher Begleitung durch das Institut für Konfliktmanagement an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) zu den Themen Mediation und Konfliktmanagement austauschen.

In dem aktuellen Positionspapier, das ausdrücklich die Perspektive der Nutzer von Mediation in den Fokus rückt, begrüßen die Unternehmensrepräsentanten den mit der europäischen Mediationsrichtlinie und dem daraus resultierenden Gesetzgebungsverfahren verbundenen Bedeutungszuwachs der Mediation. Die Unternehmen befürworten über den unmittelbaren Geltungsbereich der Richtlinie hinaus eine Anwendung auch auf nationale Streitigkeiten sowie auf weitere Rechtsgebiete außerhalb des Zivil- und Handelsrechts. Gleichzeitig sprechen sich die Vertreter der Wirtschaft gegen eine allzu detaillierte Regulierung der Mediation durch den Gesetzgeber aus und fordern diesen auf, sich in der inhaltlichen Umsetzung der Richtlinie auf Grundzüge zu beschränken.

Neben konstruktiven Vorschlägen zu den infolge der Richtlinie zwingend zu regelnden "drei V's" (Verjährung, Vollstreckbarkeit und Vertraulichkeit) haben die Unternehmen eingehend zu den Themen Berufsrecht und Sicherung von Qualitätsstandards Stellung bezogen. Hierbei plädieren sie im Kern gegen die Option von Anerkennungs-, Zulassungs- oder Gütesiegelmodellen und wenden sich nachdrücklich gegen eine Verknüpfung solcher Modelle mit den diskutierten gesetzlichen Privilegierungen, z.B. im Hinblick auf mögliche Zeugnisverweigerungsrechte für Mediatoren.

Auch zu ausbildungs- und personenbezogenen Mindeststandards nehmen die am Round Table beteiligten Wirtschaftsakteure Stellung: Aus Sicht der deutschen Unternehmen sind die notwendigen Qualitätsanforderungen durch einen funktionierenden Aus- und Fortbildungsmarkt und die hiermit verbundene Heterogenität in ausreichendem Maße gewährleistet, so dass insoweit kein gesetzgeberischer Handlungsbedarf besteht. Die gesetzliche Regulierung eines Ausbildungsumfangs und die Vorgabe eines kontextunabhängigen Ausbildungskatalogs werden abgelehnt. Statt einer Reglementierung spricht sich der Round Table vorzugsweise für eine Stärkung des Europäischen Verhaltenskodex für Mediatoren durch den Gesetzgeber aus.

Daneben werden durch den Round Table eine Vielzahl weiterer Anregungen zur Förderung der außergerichtlichen, gerichtsnahen und gerichtsinternen Mediation formuliert, z.B. eine Stärkung anwaltlicher Beratung in Bezug auf Mediation, die Möglichkeit nachteiliger Kostenfolgen bei verweigertem Informationsgespräch über Mediation sowie eine Zulassung der gemeinschaftlichen Berufsausübung von Rechtsanwälten mit nichtanwaltlichen Mediatoren.

In der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift für Konfliktmanagement (ZKM) wird der Volltext des Positionspapiers der deutschen Wirtschaft zur europäischen Mediationsrichtlinie abgedruckt.

Weitere Informationen zum "Round Table 'Mediation und Konfliktmanagement' der deutschen Wirtschaft" erhalten Sie auf den Seiten des Instituts für Konfliktmanagement unter http://www.europa-uni.de/ikm.

Annette Bauer | idw
Weitere Informationen:
http://www.europa-uni.de/ikm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index tritt auf der Stelle
24.11.2016 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren
08.11.2016 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie