Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Olympia steigert das Pro-Kopf-Einkommen langfristig

15.08.2008
RUB-Ökonom schätzt Einfluss auf chinesische Wirtschaft ab
Spiele bringen Schwellenländern am meisten

Die Olympischen Spiele sorgen in China nicht nur kurzfristig für große Investitionen, sondern werden auch langfristig die Wirtschaft ankurbeln und das Einkommen der Bevölkerung heben.

Zu dieser Einschätzung kommt Tobias Birkendorf in seiner Dissertation "Die Auswirkungen von Großveranstaltungen auf die langfristige ökonomische Entwicklung von Schwellenländern", die er am Institut für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik verfasst hat. Vor allem die Investitionen in die zuvor mangelhafte Infrastruktur machen das Land für in- und ausländische Investoren auf Dauer attraktiver. Deswegen sei es vor allem für Schwellenländer sinnvoll, sich um die Ausrichtung solcher Veranstaltungen zu bewerben.

25 Milliarden Dollar Rekordinvestitionen

Mehr als 25 Milliarden US-Dollar sind nach dem Zuschlag für die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2001 bis zum Start 2008 nach China geflossen - ein neuer Rekord. Das Geld floss in den Bau neuer Sportstätten, den Ausbau des Straßennetzes und des öffentlichen Personennahverkehrs, letzterer verschlang alleine etwa zwölf Milliarden Dollar. Kurzfristig wird dadurch die Wirtschaft auf alle Fälle aufleben, aber was bringen diese Investitionen langfristig? Wird die Wirtschaft dauerhaft angekurbelt? Verbessert sich auf Dauer das Pro-Kopf-Einkommen?

Einkommenserhöhung wird konserviert

Diese Fragen bearbeitete Tobias Birkendorf zunächst theoretisch anhand zweier Wachstumsmodelle, die er an Schätzungen aus verschiedenen Schwellenländern, zu denen auch China gehörte, empirisch überprüfte. Es zeigte sich, dass beide Modelle aussagekräftig sind. In einem empirischen Teil seiner Arbeit befragte Birkendorf 42 US-amerikanische und deutsche Unternehmen, welchen Einfluss die Olympischen Spiele auf das Investitionsverhalten haben. Aus den Ergebnissen der Befragung - gerade infrastrukturelle Verbesserungen erhöhen die Bereitschaft zu Investitionen - und den Resultaten der theoretischen Berechnungen entwickelt Birkendorf ein realistisches Szenario für die Zukunft: Durch private Investitionen in der Folge von Olympia wird die Wirtschaft in Peking dauerhaft angeregt. Die Erhöhung des Pro-Kopf-Einkommens durch die Olympiade wird auf diese Weise konserviert.

IOC sollte Schwellenländer unterstützen

Mit den von Tobias Birkendorf entwickelten Modellen lässt sich nun für jedes Land, das an der Ausrichtung einer Großveranstaltung interessiert ist, abschätzen, ob von der Veranstaltung ein langfristig wirksamer Wirtschaftsimpuls ausgehen würde und wie stark er wäre. "Es ist besonders für solche Länder sinnvoll, sich um die Ausrichtung von Großveranstaltungen zu bemühen, in denen die Infrastruktur noch mangelhaft ist, also besonders für Schwellenländer", meint Tobias Birkendorf. "Das IOC sollte die Bewerbung von Schwellenländern unterstützen, um damit einen Beitrag zu deren Entwicklung zu leisten". Er weist allerdings auch darauf hin, dass kleinere Länder Probleme haben könnten, die Spiele zu stemmen.

Weitere Informationen

Tobias Birkendorf, Institut für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik, Raum GB 1/151, Tel. 0234/32-25148, E-Mail: tobias.birkendorf@rub.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Mittelstand 4.0-Kompetenz­zentrum Stuttgart gestartet
29.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Entzündung weckt Schläfer

29.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mittelstand 4.0-Kompetenz­zentrum Stuttgart gestartet

29.03.2017 | Wirtschaft Finanzen

Energieträger: Biogene Reststoffe effizienter nutzen

29.03.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz