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Nachhaltige Geldanlagen für Nonprofit-Organisationen - Mission doppelt erfüllt

24.03.2010
Nachhaltige Geldanlagen bieten Nonprofit-Organisationen, wie Stiftungen und Vereinen, die Möglichkeit, ihren Organisationszweck nicht nur finanziell, sondern zusätzlich auch durch die Art der Geldanlage zu fördern.

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Nachhaltige Geldanlagen für Nonprofit-Organisationen", die ein Forscherteam am Lehrstuhl für Finanzwirtschaft der Universität Stuttgart unter Leitung von Prof. Henry Schäfer durchführte.

Nonprofit-Organisationen brauchen zur Verwirklichung ihrer "Mission", die meist soziale, ökologische, kulturelle oder religiöse Ziele verfolgt, frei verfügbare Finanzmittel. Insbesondere Stiftungen sind dabei auf ein adäquates Management ihres Stiftungskapitals angewiesen, dessen Kapitalerträge regelmäßige Einnahmen für die Deckung der Stiftungsausgaben erbringen sollen. Stiftungen müssen zwar eine Vielzahl von gesetzlichen Vorgaben beachten, sind aber dennoch relativ frei in der Wahl ihres Vermögensmanagements.

Dies erlaubt es ihnen, durch nachhaltige Anlageprodukte, wie vor allem Investmentfonds oder individuelle Vermögensverwaltungs-Mandate, ökologische, ethische und soziale Aspekte in ihr Vermögensmanagement zu integrieren. Auf diesem Weg gelingt es den Stiftungen, ihre Werte und ihre Mission nicht nur auf dem klassischen Weg über Realleistungen umzusetzen. Sie erreichen durch die gezielte Ausrichtung der Anlage ihres Stiftungskapitals zudem, die Finanzerträge durch solche Emittenten von Anlagetiteln erwirtschaften zu lassen, deren Wertschöpfungen, Werteorientierung und Produkte konform mit den stiftungseigenen Vorstellungen sind.

Die Stiftungen können dabei den individuellen Grad an nachhaltiger Ausrichtung ihrer Geldanlage selbst bestimmen. Die Bandbreite, die die Stuttgarter Finanzwissenschaftler in der Studie identifiziert haben, reicht von Anlageformen, die in erster Linie die ökonomische Nachhaltigkeit fördern (NH1-Prinzip), und Anlageformen, die im Einklang mit den Stiftungszielen stehen und somit Widersprüche zum Stiftungszweck vermeiden (NH2-Prinzip), über den Einsatz des sonst "brachliegenden" Stiftungskapitals unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten (NH3-Prinzip) bis hin zur vollständigen Erfüllung des Stiftungszwecks durch nachhaltige Geldanlagen (NH4-Prinzip).

Die Stiftungen können zudem zwischen folgenden Ansätzen (oder Kombinationen daraus) wählen: Bei der passiven Strategie ermitteln sie die jeweils nachhaltigsten Unternehmen für ihre Anlagentitel. Bei der aktiven Strategie nimmt die Stiftung aktiv auf die Unternehmensleitungen mittels kritischer Dialoge und unter gezielter Ausübung von Stimmrechten zur Förderung eines nachhaltigen Wirtschaftens bei Aktiengesellschaften Einfluss.

In einem zweiten Teil des Projekts untersuchten die Wissenschaftler, welche Möglichkeiten sich Finanzdienstleistern bieten, dem zu verzeichnenden Bedarf von Nonprofit-Organisationen an nachhaltigen Geldanlagen zu begegnen und entwickelten ein entsprechendes Vertriebskonzept.

Die Forschungen fanden im Rahmen eines von der Wissenschaftsförderung der Sparkassenfinanzgruppe e.V. geförderten Projekts statt. Die Veröffentlichung der daraus entstandenen Studie ist für Mitte 2010 vorgesehen.

Ansprechpartner:
Prof. Henry Schäfer,
Betriebswirtschaftliches Institut (BWI),
Tel. 0711/685-86001,
e-mail: h.schaefer@bwi.uni-stuttgart.de,
Nadine Mayer, BWI, Tel. 0711/685-86003,
e-mail: nadine.mayer@bwi.uni-stuttgart.de

Ursula Zitzler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de

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