Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Mischung macht's! Anreize für unternehmerisches Verhalten von Angestellten

15.06.2009
Wie können Firmen ihre Beschäftigten motivieren, sich an innovativen, oft aber risikovolleren Unternehmungen zu beteiligen?

Dieser Frage ist ein Forscherteam um Erik Monsen und Holger Patzelt vom Max-Planck-Institut für Ökonomik in Jena nachgegangen. Ihr Fazit: Wichtig ist die Kombination verschiedener Anreize, die Bezahlung ist dabei nur ein möglicher Faktor.

Die Bereitschaft von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sich an neuen Geschäftszweigen oder Ausgründungen zu beteiligen, ist für viele Unternehmen von großer Bedeutung, da sich die Fähigkeit zur Innovation als wichtiger Faktor für dauerhaften Erfolg von Firmen erwiesen hat. Der Wechsel von Arbeitnehmern in einen solchen neuen Bereich ist aber oftmals mit persönlichen Risiken verbunden, etwa hinsichtlich der Arbeitsplatzsicherheit.

Andererseits gibt es auch Vorteile für die Mitarbeiter: "Das Risiko ist zwar höher, zugleich gibt es Gelegenheiten, die den Mitarbeitern sonst vielleicht verwehrt blieben, wie etwa mehr Autonomie in der Arbeit, oder größere Verantwortung", beschreibt Max-Planck-Forscher Erik Monsen die Situation der betroffenen Arbeitnehmer. "Außerdem gehen wir davon aus, dass viele Beschäftigte auch die Herausforderung eines noch jungen Arbeitsbereiches schätzen."

Erik Monsen und sein Kollege Holger Patzelt haben nun gemeinsam mit Todd Saxton von der Indiana University (USA) mögliche Interaktionen verschiedener Anreize untersucht. Einer Gruppe von 61 Beschäftigten verschiedener Unternehmen wurde eine Reihe von Szenarien mit verschiedenen Anreizkombinationen vorgestellt, in denen sie hypothetische Entscheidungen treffen sollten. "Das gab uns die Möglichkeit, die untersuchten Faktoren zueinander in Beziehung zu setzen und bestimmte Kombinationen auf ihre Attraktivität für Arbeitnehmer zu testen", erläutert Erik Monsen.

Variiert wurden ein möglicher Anteil am Profit des neuen Unternehmens, leistungsbezogene Entlohnung, das Risiko des Arbeitsplatzverlustes, das Arbeitsaufkommen, und die Erfolgswahrscheinlichkeit. Tatsächlich zeigte sich, dass alle genannten Anreize für die Versuchsteilnehmer und -teilnehmerinnen bedeutsam waren und sich gegenseitig in ihrer Attraktivität bedingten. Das Fazit der Forscher: "Verschiedene Situationen erfordern unterschiedliche Kombinationen von Anreizen: Die Mischung macht's!" Dieses Ergebnis ist in Zeiten der Wirtschaftskrise besonders bedeutsam: Auch Firmen, die über weniger finanzielle Mittel verfügen, können ihre Angestellten zu unternehmerischem Handeln motivieren, wenn sie ihnen im neuen Job zum Beispiel mehr Autonomie oder bessere Aufstiegschancen zugestehen.

Die Studie ist Teil einer Serie von Untersuchungen, die sich mit den Entscheidungen von Entrepreneuren in Angestelltenverhältnissen beschäftigen. Als nächstes untersuchen die Forscher die Interaktion von Arbeitgeber-Anreizen und Arbeitnehmer-Motivationen.

Originalveröffentlichung:
Beyond Simple Utility: Incentive Design and Trade-Offs for Corporate Employee-Entrepreneurs
Autoren: Erik Monsen, Holger Patzelt, Todd Saxton
Journal: Entrepreneurship Theory and Practice
DOI: 10.1111/j.1540-6520.2009.00314.x
Das Max-Planck-Institut für Ökonomik in Jena beschäftigt sich mit einem breiten Spektrum von Fragen des wirtschaftlichen Wandels insgesamt, der experimentellen Ökonomik sowie des unternehmerischen Verhaltens (www.econ.mpg.de).

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Erik Monsen
Max-Planck-Institut für Ökonomik
Kahlaische Straße 10
07745 Jena
Telefon: +49 - 3641 - 686 736
Fax: +49 - 3641 - 686 710
e-mail: monsen@econ.mpg.de
Petra Mader, Stephan Schütze
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für Ökonomik
Kahlaische Straße 10
07745 Jena
Telefon: +49 - 3641 - 686 960, -950
Fax: +49 - 3641 - 686 710
e-mail: pr@econ.mpg.de

Stephan Schütze | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Indikator: Konjunkturampel schaltet von „gelb“ auf „grün“
16.05.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Ergebnisse der IAB-Stellenerhebung für das erste Quartal 2018
30.04.2018 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics