Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte durch die Hartz-Reformen

18.06.2013
Die Hartz-Reformen haben zu einer Trendwende am Arbeitsmarkt beigetragen: Unternehmen bieten mehr offene Stellen, Arbeitslose finden schneller einen Job und mehr Menschen sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt als vor den Reformen.

„Die Funktionsweise des Arbeitsmarkts hat sich verbessert“, stellen die Forscher des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer am Dienstag veröffentlichten Studie fest.

Dabei handele es sich um einen nachhaltigen Reform-Effekt, betonen die Forscher. Die Reformen hätten den Arbeitsmarkt für Herausforderungen wie die große Rezession in den Jahren 2008 und 2009 und die aktuelle Staatsschuldenkrise gut gerüstet. Dennoch gebe es zum Beispiel bei Lohn und Beschäftigungssicherheit auch Schattenseiten.

Die positive Wirkung der Hartz-Reformen wurde durch eine günstige konjunkturelle Entwicklung und moderate Lohnabschlüsse gestützt. So nahm zwischen 1992 und 2005 die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung um zehn Prozent oder drei Millionen Personen ab. Ihr Anteil an allen Erwerbstätigen sank um fast zehn Prozentpunkte auf 67,1 Prozent. Nach den Hartz-Reformen, als auch ein kräftiger Wirtschaftsaufschwung einsetzte, wurde der Abwärtstrend durchbrochen. Steiler als im Aufschwung zuvor stieg die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, obwohl die Wachstumsraten der Wirtschaft in etwa gleich waren. Dabei nahm insbesondere die Vollzeitbeschäftigung wieder zu, sodass das Arbeitsvolumen kräftiger wuchs als um die Jahrtausendwende.

Durch die Hartz-Reformen ist es gelungen, den verfestigten Kern der Arbeitslosigkeit zum Teil aufzubrechen. Mit rund 2,9 Millionen erreichte die Arbeitslosigkeit 2012 den niedrigsten Stand seit 1991. Im Vergleich zu 2005 sind damit derzeit insgesamt 40 Prozent weniger Menschen arbeitslos.

Die Entwicklung habe aber auch Schattenseiten, halten die Arbeitsmarktforscher fest: Zwar sind die Beschäftigungsverhältnisse heute im Durchschnitt insgesamt sogar länger als noch vor zehn Jahren. Gerade Arbeitslose finden aber häufig nur Jobs von kurzer Dauer. Zudem ist der Niedriglohnsektor gewachsen und der Anteil an befristet oder geringfügig Beschäftigten und Leiharbeitern deutlich gestiegen.

Diesen Bereich zwischen Normalarbeitsverhältnis und Arbeitslosigkeit sehen die Arbeitsmarktforscher als neuen Anknüpfungspunkt für weiteres politisches Handeln. Dabei gelte aber: „Die Strukturerfolge dürfen nicht gefährdet werden, die Teilhabe an ihnen soll noch verbreitert werden und die entsprechenden Strategien sollen tragfähig sein für künftige Anforderungen, zum Beispiel die Gestaltung des demografischen Wandels auf dem Arbeitsmarkt“, schreiben die IAB-Forscher Sabine Klinger, Thomas Rothe und Enzo Weber. ttp://

Wolfgang Braun | idw
Weitere Informationen:
http://www.iab.de
http://doku.iab.de/kurzber/2013/kb1113.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Wert fest „im grünen Bereich“ - IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr sinkt auf nur 5,1 Prozent
14.09.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Konjunkturprognose: Deutsche Wirtschaft nähert sich der Hochkonjunktur
07.09.2017 | Institut für Weltwirtschaft (IfW)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften