Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren

08.11.2016

Eine smarte Banknote, die Informationen speichert und diese weltweit abrufen kann, solange sie im Umlauf ist? Für Lemgoer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) und Institut für Lebensmitteltechnologie (ILT.NRW) der Hochschule OWL keine Zukunftsvision mehr: Mit der smarten Banknote wagen sie den Innovationssprung. Gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Industrie forschen sie daran, Banknoten zu kreieren, die intelligent sind und über aufgedruckte, dynamische Steuerelemente ein eigenes digitales Produktgedächtnis erzeugen können. Gefördert werden sie dabei vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund 800.000 Euro.

Per Geldkarte, Internet oder Smartphone an einer Kasse einkaufen kennt jeder: Der Trend der Digitalisierung des Alltags nimmt stetig zu. Die beliebteste Bezahlmethode bleibt jedoch das Bargeld, das als besonders zuverlässig, anonym und authentisch gilt und daher weltweit akzeptiert und verbreitet ist. Doch werden wir auch zukünftig noch mit Bargeld bezahlen?


Die Projektpartner des Forschungsvorhabens „smartBN“ beim Auftaktmeeting im Lemgoer Forschungs- und Entwicklungszentrum CENTRUM INDUSTRIAL IT (CIIT).

Foto: CENTRUM INDUSTRIAL IT (CIIT)

Industrielle Informationstechniken und Sicherheitsaspekte bekommen eine zunehmende Bedeutung im Kontext der „digitalen Transformation“, die auch bei der Herstellung von Banknoten nicht Halt macht. Im Forschungsvorhaben „smartBN“, dessen Name für „Intelligenter Schutz im Zahlungsverkehr durch smarte Banknoten“ steht, wollen die Projektpartner eine vollkommen neuartige Banknote entwickeln, die später den weltweiten Zahlungsprozess revolutionieren könnte.

„Wir wollen eine intelligente Banknote realisieren, die angelehnt an Industrie 4.0-Konzepte mit der Umgebung an Bezahlterminals kommunizieren kann und dabei trotzdem anonym und sicher bleibt“, beschreibt Professor Volker Lohweg, Projektleiter und Vorstand am inIT, das Forschungsziel. Erreicht werden soll dies über den Einsatz neuer Materialien bei der Banknotenherstellung sowie neuartiger Algorithmen, die diese Banknoten mit einer (teil)aktiven lokalen Intelligenz ausstatten.

„Chemische Substanzen werden auf die Banknote aufgebracht, die optisch veränderbar sind und wie ein Speicher verwendet werden können“, erläutert Professor Hans-Jürgen Danneel vom ILT.NRW. So kann die Banknote Informationen aufnehmen und abgeben. „Dieser Ansatz geht in eine vollkommen andere Denkrichtung als bisher“, so Lohweg.

Konsumenten und Automaten könnten die Banknote dann direkt zur Bestätigung der Echtheit nutzen. Auch bei anderen Wertpapieren wie Schecks, Tickets, Coupons oder bei Verpackungen könnte die zu erforschende Systematik später angewandt werden.

In Kooperation mit dem ILT.NRW werden Industrie 4.0-Konzepte mit dem Know-how aus dem Life-Science-Bereich zusammengeführt. Mit den Industriepartnern Koenig & Bauer (KBA) und Diebold Nixdorf sollen Hard- und Soft-Sensoriken und Aktivierungssysteme realisiert werden.

„Die Institute inIT und ILT.NRW erforschen gemeinsam vollkommen neuartige biosensorische und photonische Verfahren. Auch neue optische Detektoren sollen realisiert werden. Wir sind zuversichtlich, dass die smarte Banknote sich im Zahlungsverkehr der Zukunft durchsetzen wird“, meint Lohweg, der auch auf die enge Zusammenarbeit mit Professor Michael Hübner vom Lehrstuhl für eingebettete Systeme der Informationstechnik der Ruhr-Universität Bochum setzt.

Die jährlichen Bereitstellungskosten für den Banknotenumlauf, von der Produktion bis zur Vernichtung, betragen allein in Europa ca. 90 Milliarden Euro. „Ein Innovationssprung in dieser Prozesskette wäre die Realisierung einer smarten Banknote, die sicherer wäre und die Lebensdauer einer Banknote verlängert. Alternative eMoney-Zahlsysteme können bislang Bargeldeigenschaften nicht ersetzen“, erklärt Lohweg. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) empfehle die Verwendung von Bargeld.

Über smartBN:
Neben dem Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) und Institut für Lebensmitteltechnologie (ILT.NRW) der Hochschule OWL sind weitere Projektpartner aus der Forschung und Industrie Koenig & Bauer AG mit Tochterunternehmen KBA-NotaSys Lausanne, Diebold Nixdorf AG und Ruhr-Uni Bochum (Lehrstuhl Eingebettete Systeme der Informationstechnik). Das Forschungsprojekt wird über drei Jahre mit rund 800.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. In diesem neuartigen Forschungsansatz werden sensorische Detektions- bzw. Aktivierungs- und Authentifikationsverfahren sowie physiko-chemische Ansätze zur Altersbestimmung und Codierung erforscht und entwickelt. Das Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) ist beheimatet im Lemgoer Forschungs- und Entwicklungszentrum CENTRUM INDUSTRIAL IT (CIIT).

Pressekontakt CIIT/inIT:
Jessica Zimmermann
Telefon: 05261 702-24 11
E-Mail: j.zimmermann@ciit-owl.de

Julia Wunderlich | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.hs-owl.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2018 auf 2,4 Prozent
21.03.2018 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Leichter Rückgang auf hohem Niveau
20.03.2018 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics