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Landesbanken: Nur noch drei Institute geplant

14.11.2008
Experte plädiert für schrittweise Umsetzung mit einer finalen Bank

Nach den Mrd.-schweren Verlusten deutscher Landesbanken wie der WestLB oder BayernLB hat die Diskussion um die grundlegende Neuordnung der Banken durch die Sparkassen einen neuen Höhepunkt erreicht.

Wie das Handelsblatt heute, Donnerstag, unter Berufung auf die deutschen Sparkassenverbände schreibt, sollen die sieben noch selbstständigen Landesbanken auf zunächst drei Blöcke verdichtet werden. Somit stünde nicht nur eine Zeitenwende bevor. Auch mit Blick auf die Organisation der deutschen Landesbanken würde kaum ein Stein auf den anderen bleiben, sind sich Experten einig.

"Die beste Lösung wäre, wenn am Ende nur eine Landesbank entstehen würde. Die zweitbeste Lösung wären zwei und die drittbeste wären drei Institute. Eine Neuorganisation kann jedoch nicht von heute auf morgen geschehen. Es ist sinnvoll, dieses Vorhaben als langfristiges Ziel zu definieren", unterstreicht Richard Stehle vom Institut für Bank-, Börsen- und Versicherungswesen der Humboldt-Universität zu Berlin http://www.wiwi.hu-berlin.de/Professuren/bwl/bb , im Gespräch mit pressetext. Unterdessen bestätigte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands http://www.dsgv.de/de einen entsprechenden Beschluss. Demnach ist vorgesehen, dass es im Norden, in der Mitte sowie im Süden des Landes zu Zusammenschlüssen kommen soll. Stehle weist gegenüber pressetext darauf hin, dass die neue Eigentümerkonstellation dabei eine entscheidende Rolle spielt.

Gegenwärtig sind die Sparkassenverbände in der Regel - zusammen mit den jeweiligen Bundesländern - wichtige Eigentümer der Landesbanken. "Bei einer Neuordnung der Landesbanken kann es von Vorteil sein, Privatkunden zu haben. Vor allem in Krisenzeiten steht dann Kapital zur Verfügung, das man nicht von anderen Instituten borgen muss", so Stehle im pressetext-Gespräch. Rückendeckung für die geplanten Neustrukturierungen sollen die Sparkassen inzwischen sowohl von der Bundesregierung als auch von den Kommunen erhalten haben. Diese hätten bereits ihre Unterstützung zu den Plänen signalisiert, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf involvierte Kreise. Entsprechend der Empfehlung von Finanzfachleuten wie Stehle soll die Umsetzung zunächst in einzelnen Schritten erfolgen.

Laut dem Beschluss der Sparkassen ist in einem ersten Schritt vorgesehen, problembehaftete oder nicht rentable Aktivitäten der Landesbanken auszugliedern. Anschließend sollen die Banken in drei große Blöcke zusammengefasst werden, wobei derzeit noch mehrere Optionen in Betracht gezogen werden. Eine Möglichkeit wäre etwa, dass die Landesbank Baden-Württemberg, die BayernLB sowie Teile der WestLB zusammengefasst werden. Zudem könnten Dekabank, Helaba und andere Teile der WestLB kombiniert werden, heißt es. HSH Nordbank sowie die NordLB würden einen weiteren Block ausmachen.

Florian Fügemann | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.handelsblatt.de

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