Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kreativbarometer: Guten Ideen den Boden bereiten

17.05.2011
RUB-Forscher entwickeln Instrument zur Förderung des Kreativitätspotenzials in Unternehmen / Prototyp ist in Betrieb

"Wie oft haben Sie in den letzten sieben Tagen ein inspirierendes Gespräch geführt?“, fragt der Rechner beim Hochfahren. Diese und gelegentliche andere kleine Fragen an Mitarbeiter, Vorgesetzte und Chefs helfen, das kreative Klima eines Unternehmens automatisch laufend zu messen. Verschlechtert es sich, kann man eingreifen. Der Prototyp des so genannten Kreativbarometers, entwickelt von Bochumer Arbeitswissenschaftlern und dem Kölner Institut für Angewandte Kreativität, ist jetzt in Betrieb gegangen.

Am Projekt, das vom NRW-Arbeitsministerium und dem Europäischen Sozialfonds für zwei Jahre gefördert wird, sind zehn Partnerunternehmen beteiligt.

Projektgruppe entwickelt maßgeschneiderte Fragen

Die Fragen, die Aufschluss über das kreative Klima des Unternehmens geben sollen, werden in zwei halbtägigen Workshops von einer unternehmensinternen Projektgruppe gemeinsam mit den Bochumer und Kölner Wissenschaftlern entwickelt. Sie sind maßgeschneidert auf die Rolle jedes Mitarbeiters im Unternehmen, d.h. der Chef bekommt seine eigenen Fragen. Die Fragen beziehen sich nicht ausschließlich auf das Arbeitsumfeld, sondern auch auf die Freizeit: Es geht also darum, wie oft man z.B. in den letzten sieben Tagen insgesamt inspirierende Gespräche hatte, sowohl zu Hause als auch im Büro. Das Privatleben ist bewusst einbezogen, denn: „Wenn einem in der Freizeit nichts Gutes mehr einfällt oder von anderen erfragt wird, dann ist das schon ein Warnzeichen. Vielleicht sogar für einen Burn-out“, sagt Peter Weil vom Institut für Angewandte Kreativität, Köln

Karte der Kreativität zeigt, ob „Brainfood“ nötig ist

Durch regelmäßige beiläufige Kurzbefragung wird das Kreativitätsklima im Unternehmen erhoben. Einzelne Fragen, die schnell mal zwischendurch beantwortet werden können, kommen z.B. beim hochfahren des Rechners. Darüber hinaus wird an Mobilelösungen gearbeitet, d.h. Fragen können auch über das Mobiltelefon beantwortet werden. So können auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die viel unterwegs am Kreativitätsbarometer teilnehmen. „Das Kreativitätsbarometer zeigt an, wie weitgehend es die Arbeits- und Lebensbedingungen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ermöglichen, kreativ zu sein, ob ihre Kreativität gefördert und anerkannt wird oder ob Kreativität in den Augen der Belegschaft erfolgsentscheidend für das Unternehmen ist“, erklärt Dr. Angela Carell, vom Institut für Arbeitswissenschaft der RUB. Die Auswertung der Fragen übernimmt ein Statistikprogramm. Die Ergebnisse werden in Form einer Klimakarte angezeigt. Wenn die Werte eines bestimmten Bereichs unterschritten werden oder das einmal erreichte Niveau deutlich zurückgeht, wird ein interner Kommunikationsprozess angestoßen, der in geeignete Maßnahmen mündet. Sie können z.B. darin bestehen, dass die Arbeitsaufgaben interessanter gemacht werden, dass man versucht, Zeitdruck abzubauen, oder dass man mehr Anregungen anbietet, ein wenig „Brainfood“.

Kritische Entwicklungen rechtzeitig bemerken und gegensteuern

Dem Kreativitätsklima liegt ein umfassendes Konzept zugrunde, d.h. neben unmittelbaren Einflussfaktoren auf das Kreativitätsklima werden z.B. auch gesundheitliche Aspekte einbezogen. Gleichzeitig sollen durch das Kreativbarometer kreativitätsförderliche Impulse gesetzt werden. Unternehmen können so ihre Kreativitäts‐ und Innovationspotenziale besser als bisher entwickeln und ausschöpfen. Das kontinuierliche Monitoring des Unternehmensklimas ermöglicht es, kritische Entwicklungen rechtzeitig erkennen und gegenzusteuern. Das IAK entwickelt auf der Basis der Daten gemeinsam mit den beteiligten Unternehmen Interventionsmaßnahmen. Die Maßnahmen und deren Wirksamkeit werden festgehalten und auf einer frei zugänglichen Internetseite hinterlegt. Ziel ist es, einen Wissensspeicher über erfolgreiche Interventionsmaßnahmen aufzubauen. Die Unternehmen können darüber hinaus an einem Kreativsalon teilnehmen, auf dem die Projektergebnisse präsentiert und diskutiert sowie Interventionsmaßnahmen vorgestellt werden.

Weitere Informationen

Dr. Angela Carell, Informations- und Technikmanagement, Institut für Arbeitswissenschaft der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-27724, E-Mail: angela.carell@rub.de, http://www. imtm-iaw.rub.de

Peter Weil, Institut für Angewandte Kreativität, Kölner Weg 44, Köln, Tel. 0221-800207-0, E-Mail: Peter.weil@iak.de

Redaktion: Meike Drießen

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Aufwärtstendenz setzt sich fort
21.02.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Ergebnisse der IAB-Stellenerhebung für das 4. Quartal 2016: Anhaltend hohes Niveau offener Stellen
21.02.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie