Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimaschutzmaßnahmen können zu Wachstum und Beschäftigung führen

14.10.2009
Das Integrierte Energie- und Klimaschutzprogramm (IEKP) kann Wachstum und Beschäftigung fördern.

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI hat die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen des Programms untersucht und ist zu positiven Ergebnissen gekommen: Die Forscher erwarten hunderttausende Arbeitsplätze und eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts. Dafür sind Maßnahmen in den Bereichen Unternehmen, Gebäude und Straßenverkehr notwendig.

Ziel des von der Bundesregierung im August 2007 entwickelten IEKP-Programms ist, die CO?-Emissionen Deutschlands bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Das Fraunhofer ISI hat den Einfluss einiger Maßnahmen, die der Bundestag im Dezember 2007 beschlossen hat, auf das Bruttoinlandsprodukt, die Beschäftigung, den Konsum und die Investitionen analysiert.

Ergebnis: Bis 2020 kann die Zahl der Beschäftigten nach dem "Meseberg Szenario" mit den bereits beschlossenen Maßnahmen um etwa 380.000 steigen. Werden noch Zusatzmaßnahmen ergriffen, sind sogar rund 630.000 neue Arbeitsplätze möglich. Das Bruttoinlandsprodukt kann um rund 70 Milliarden Euro (bereits beschlossene Maßnahmen) beziehungsweise um etwa 81 Milliarden Euro (mit Zusatzmaßnahmen) steigen.

Diese Verbesserung führt das Fraunhofer ISI auf deutlich mehr Investitionen bei gleichzeitig sinkenden Energieausgaben und auf die produktivitätssteigernde Wirkung dieser Investitionen zurück, ebenso auf eine verbesserte Handelsbilanz durch weniger importierte fossile Energieträger. Kurz- bis mittelfristig greifen vor allem die durch Förderprogramme initiierten Investitionen, langfristig vorteilhaft sind die sinkenden Energieausgaben.

Dr. Wolfgang Schade, Projektleiter am Fraunhofer ISI, resümiert: "Klimaschutz und Wachstum lassen sich nach unseren Analysen gut vereinbaren. Eine strategisch formulierte Klimapolitik - bestehend aus Regulierung, Investitionsanreizen und Forschungsförderung - führt zu mehr Beschäftigung und steigert das Bruttoinlandsprodukt."

Für ihre Analyse haben die ISI-Wissenschaftler die bereits beschlossenen und möglichen Zusatzmaßnahmen zu drei Paketen gebündelt: Energieeffizienz in Unternehmen, Energieeffiziente Gebäude und Klimaeffizienz des Straßenverkehrs. Jedes Paket ist nötig, um die Steigerung von Wachstum und Beschäftigung im beschriebenen Ausmaß zu erreichen. Der größte Wachstumsimpuls bis 2020 ist die energieeffiziente Sanierung der Gebäude, gefolgt vom klimaeffizienten Straßenverkehr und der Energieeffizienz in Industrie und Dienstleistungssektoren. Bei der Energieeffizienz in Unternehmen verstärkt sich der Einfluss bis 2030 weiter kontinuierlich.

Betrachtet man die Beschäftigungseffekte, haben energieeffiziente Gebäude, die Energieeffizienz in Unternehmen und die Klimaeffizienz des Straßenverkehrs - in dieser Reihenfolge - im Jahr 2020 in etwa die gleichen Effekte. Allerdings steigt der Beitrag der Energieeffizienz in Unternehmen bis 2030 nochmal deutlich, während er bei den anderen beiden Maßnahmenpaketen stagniert.

Die Studie des Fraunhofer ISI zeigt mehrere Maßnahmen auf, mit denen in den drei Bereichen Gebäude, Verkehr und Unternehmen eine höhere Energieeffizienz erreicht werden kann, um das Ziel der um 40 Prozent geringeren CO?-Emissionen bis 2020 zu erreichen. Da der Gebäudebereich rund vier Fünftel des deutschen Kapitalstocks vereinigt, erfordert die Klimaeffizienzsteigerung dort eine große Investitionsanstrengung über einen langen Zeitraum. Der Verkehrsbereich hingegen kann durch relativ kurzfristig realisierbare Innovationen - die Entwicklung hocheffizienter PKW und die Einführung alternativer Antriebe - auf einen klimafreundlichen Weg gebracht werden. Im Unternehmensbereich schließlich können viele kleine organisatorische und technische Maßnahmen dazu beitragen, kontinuierlich und langfristig die Energieeffizienz zu steigern und so einen Klimaschutzbeitrag zu leisten.

Kontakt:
Dr. Kathrin Schwabe
Tel.: 0721 / 6809-100
E-Mail: presse@isi.fraunhofer.de
Relevant für die Wirtschaft, relevant für die Gesellschaft - das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI untersucht, wie technische und organisatorische Innovationen Wirtschaft und Gesellschaft heute und in Zukunft prägen. Markenzeichen der systemischen Arbeit ist es, Forschungsdisziplinen zu integrieren und mit Auftraggebern und Interessenten ein Netzwerk für Innovationen zu gestalten. Mit seiner Expertise, seiner Erfahrung und seinen Studien leistet das Institut als Teil der praxisorientierten Forschung der Fraunhofer-Gesellschaft einen Beitrag zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb nutzen Politik, Verbände und Unternehmen das Fraunhofer ISI als vorausschauenden und neutralen Vordenker, der Perspektiven für Entscheidungen vermittelt.

Dr. Kathrin Schwabe | idw
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de/pr/presse.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Indikator: Konjunkturampel schaltet von „gelb“ auf „grün“
16.05.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Ergebnisse der IAB-Stellenerhebung für das erste Quartal 2018
30.04.2018 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Kosmische Ravioli und Spätzle

22.05.2018 | Physik Astronomie

Licht zur Herstellung energiereicher Chemikalien nutzen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics