Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KfW/ZEW-Gründungspanel 2010

01.12.2010
Privatwirtschaft ist ein wichtiger Nährboden für innovative Unternehmensgründungen
  • Jährlich rund 14.500 ideenbasierte Spinoff-Gründungen aus privaten Unternehmen
  • Ideenbasierte Spinoffs sind deutlich innovativer als andere Gründungen
  • Jede vierte Spinoff-Gründung wurde vom Herkunftsunternehmen unterstützt

Viele Geschäftsideen neu gegründeter Unternehmen entstehen während vorangegangener Tätigkeiten der Gründer als Arbeitnehmer in privaten Unternehmen. Aus solchen Ideen hervorgegangene junge Unternehmen sind erheblich innovativer als andere Gründungen. Sie bringen zu einem deutlich höheren Anteil Marktneuheiten hervor. Dies ist ein zentrales Ergebnis der aktuellen Schwerpunktbefragung des KfW/ZEW-Gründungspanels, die gemeinsam von der KfW Bankengruppe, dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, und dem Verband der Vereine Creditreform durchgeführt wurde.

Ideen von Unternehmensgründern aus einer früheren abhängigen Beschäftigung spielen für das Gründungsgeschehen eine wichtige Rolle. In den Jahren 2006 bis 2008 wurden in Deutschland pro Jahr durchschnittlich 14.500 Unternehmen gegründet, für deren Gründung neue Ideen unverzichtbar waren, die im Rahmen einer früheren Tätigkeit des Gründers in einem privaten Unternehmen entwickelt wurden. Auf diese so genannten ideenbasierten Spinoffs aus privaten Unternehmen entfallen knapp 7 Prozent aller wirtschaftsaktiven Gründungen.

Gründer profitieren jedoch nicht nur von den Ideen, sondern auch von besonderen Fähigkeiten, die sie bei ihrem früheren Arbeitgeber entwickelt haben. Bei 21 Prozent aller neu gegründeten Unternehmen waren diese Fähigkeiten unverzichtbar für die Gründung. Man spricht in diesem Fall von kompetenzbasierten Spinoffs aus privaten Unternehmen.

Ideenbasierte Spinoffs, das zeigt das KfW/ZEW-Gründungspanel, bringen zu einem deutlich höheren Anteil Marktneuheiten hervor als andere Gründungen. In den ersten vier Jahren ihres Bestehens haben 40 Prozent der ideenbasierten Spinoffs mindestens eine Marktneuheit eingeführt, bei anderen Gründungen waren dies nur: 28 Prozent. Kompetenzbasierte Spinoffs sind dagegen nicht innovativer als andere Gründungen. Es führen somit weniger die vermittelten Fähigkeiten als vielmehr die Ideen, die Arbeitnehmer in bestehenden Unternehmen entwickeln, zur Gründung innovativer Unternehmen.

Gründungsideen entstehen besonders oft während der Tätigkeit des Gründers in der Forschungsabteilung eines Unternehmens. Auch Gründerpersonen, die früher als Geschäftsführer oder leitende Angestellte beschäftigt waren, entwickeln überdurchschnittlich häufig gründungsrelevante Ideen. Gut die Hälfte der Gründer ideenbasierter Spinoffs hat zunächst versucht, ihre Idee im Herkunftsunternehmen selbst umzusetzen. Dass dies offensichtlich nicht gelungen ist, kann daran liegen, dass die neue Idee aus Sicht des Herkunftsunternehmens nicht in die eigene Produktpalette gepasst hat.

Möglicherweise hat das Herkunftsunternehmen die Idee aber auch als zu riskant oder zu wenig Erfolg versprechend angesehen und deshalb auf eine eigene Umsetzung der Idee verzichtet. 29 Prozent aller ideenbasierten Spinoff-Vorhaben wurden vom Herkunftsunternehmen des Gründers unterstützt oder gar initiiert. Die meisten Herkunftsunternehmen verhalten sich zu den Gründungsvorhaben ihrer ehemaligen Mitarbeiter neutral, nur in wenigen Fällen (8 Prozent der ideenbasierten Spinoffs) haben sie die Gründung behindert. Dies kann insbesondere dann der Fall sein, wenn das Herkunftsunternehmen um den Verlust der eigenen Wettbewerbsfähigkeit fürchtet, falls sich die vom ehemaligen Mitarbeiter entwickelte neue Geschäftsidee oder die neue Technologie als überlegen erweisen sollte.

Pressekontakt:
Dr. Michaela Niefert, ZEW, Telefon 0621-1235-171, niefert@zew.de

Michael Bretz, Creditreform, Telefon 02131-109-171, m.bretz@verband.creditreform.de

Sonja Höpfner, Pressestelle KfW, Telefon 069-7431-4606, sonja.höpfner@kfw.de

Gunter Grittmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de
http://www.kfw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Rezessionsgefahr nahe null - IMK-Indikator: Deutsche Wirtschaft auf dem Weg in die Hochkonjunktur
16.01.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Mit Schwung ins neue Jahr
28.12.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Simulation: Neuartiger zweidimensionaler Schaltkreis funktioniert mit magnetischen Quantenteilchen

22.01.2018 | Physik Astronomie

Vogelmonitoring leicht gemacht: Erfassung der Brutvögel wird digitalisiert

22.01.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

22.01.2018 | Physik Astronomie