Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KfW Mittelstandspanel 2008: Mittelstand - auch kleine Unternehmen - erfolgreich im Ausland

28.11.2008
Mittelstand hat sich in den vergangenen Jahren auf veränderte Finanzierungsbedingungen eingestellt

Im Untersuchungszeitraum bestanden besondere strukturelle Finanzierungsprobleme bei kleinen Unternehmen

Kleine Unternehmen sind international weitaus aktiver als erwartet

Eine höhere Eigenkapitalquote und damit eine höhere Risikotragfähigkeit begünstigen den Weg ins Ausland

Die kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland (KMU) haben sich in den vergangenen Jahren auf veränderte Finanzierungsbedingungen eingestellt. Sie haben ihre Eigenkapitalquote gestärkt und dadurch ihren Zugang zu Kreditfinanzierungen verbessert. Zudem sind kleine und mittlere Unternehmen in höherem Maße auf internationalen Märkten tätig als bislang angenommen.

Dies sind zentrale Ergebnisse des KfW-Mittelstandspanels 2008, die die KfW Bankengruppe am Freitag in Frankfurt vorstellte. Das Mittelstandspanel ist der einzige repräsentative Längsschnittdatensatz für alle mittelständischen Unternehmen in Deutschland, einschließlich der Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten und wird seit dem Jahr 2003 erhoben.

Laut KfW-Mittelstandspanel 2008 haben die mittelständischen Unternehmen im vergangenen Jahr 204 Mrd. EUR und damit 5,7 % mehr als im Vorjahr investiert. Auch die Entwicklung der Eigenmittelausstattung ist erfreulich. Die durchschnittliche Eigenkapitalquote der mittelständischen Unternehmen hat sich zwischen 2002 und 2006 von 19,0 % auf 23,9 % erhöht. Multivariate Längsschnittanalysen belegen dabei, dass eine höhere Eigenkapitalausstattung den Zugang zu Krediten deutlich erleichtert, und dies unabhängig vom konjunkturellen Umfeld. Allerdings zeigen die Auswertungen auch, dass kleine Unternehmen (weniger als 5 Beschäftigte) unabhängig von ihrer Eigenkapitalausstattung weiterhin besondere strukturelle Nachteile beim Zugang zu Investitionskrediten haben.

Die Finanzmarktkrise und die sehr schlechten Konjunkturaussichten für das Jahr 2009 stellen die kleinen und mittleren Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen. Ganz aktuelle Umfragen zeigen allerdings, dass auch größere Unternehmen derzeit häufiger von Kreditablehnungen betroffen sind. Das Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe Wolfgang Kroh sagte bei der Vorstellung des KfW-Mittelstandspanels 2008 in Frankfurt: "Die mittelständischen Unternehmen haben die Phase der guten Konjunktur klug genutzt. Mit ihrer hohen Investitionsbereitschaft, verbesserten Eigenkapitalquoten und verstärkten internationalen Ausrichtung haben sie in den vergangenen Jahren ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich ausgebaut. Dies sind entscheidende Vorraussetzungen um auch in der Finanzmarktkrise bestehen zu können. Die KfW wird dabei dem Mittelstand als wichtiger Finanzierungspartner weiterhin zur Seite stehen."

Einen nicht unerheblichen Teil ihres Erfolges erzielten deutsche Mittelständler auf internationalen Märkten: Mehr als 800.000 Unternehmen erwirtschafteten Umsätze im Ausland, das ist fast ein Viertel aller mittelständischen Unternehmen. Ein großer Teil davon sind Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Mitarbeitern. Neben einer höheren Produktivität und Innovationsaktivität zeichnen sich auslandsaktive Mittelständler auch durch eine verstärkte Investitionsneigung sowie ein höheres Beschäftigungswachstum aus.

Diese Merkmale unterstreichen die volkswirtschaftliche Bedeutung, die auslandsaktiven Mittelständlern zukommt. Für den Internationalisierungsgrad eines mittelständischen Unternehmens spielt die Ausstattung mit Eigenkapital eine wichtige Rolle. Demnach sind Mittelständler, die über eine höhere Eigenkapitalquote verfügen eher in der Lage, internationale Märkte zu erschließen, als Unternehmen mit weniger Eigenkapital.

Das KfW-Mittelstandspanel kommt zu dem Schluss, dass der Mittelstand seine Chancen auf den Märkten außerhalb Deutschlands noch stärker als bislang angenommen nutzen kann. In der gegenwärtigen Situation mit einer sich verschärfenden Konjunkturkrise ist dies schwierig. Mittelfristig sollten die KMU diese Chancen aber nicht aus den Augen verlieren. Weder Branche noch Größe stellen ein grundsätzliches Hindernis für Auslandsengagements dar. Dafür brauchen Unternehmen starke Finanzierungspartner. Die KfW Bankengruppe wird gemeinsam mit der Bundesregierung ihr Engagement für den Mittelstand

- insbesondere für den kleinen Mittelstand - unvermindert fortsetzen.

Hinweis

Das KfW-Mittelstandspanel stellt den ersten und bisher einzigen repräsentativen Längsschnittdatensatz für alle mittelständischen Unternehmen in Deutschland dar. Ein Alleinstellungsmerkmal des Datensatzes ist, dass Berechnungen auch für Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten möglich sind. Die Daten des KfW-Mittelstandspanels werden im Rahmen einer schriftlichen Wiederholungsbefragung der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland mit einem Umsatz von bis zu 500 Mio. EUR pro Jahr gewonnen. Gemäß dieser Definition gibt es etwa 3,55 Mio. mittelständische Unternehmen in Deutschland. Davon sind drei Viertel, ca. 2,7 Mio., im tertiären Sektor beheimatet. 82 % der KMU haben weniger als fünf vollzeitäquivalent Beschäftigte. Weiterhin gehören etwa 30 Prozent der mittelständischen Unternehmen zum Handwerk und vier Fünftel der KMU haben ihren Sitz in den alten Bundesländern.

| presseportal
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitsmarkt bleibt im Aufwind
27.04.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland
25.04.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie