Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KfW-Investbarometer: Stabiler Aufschwung in Sicht

15.12.2010
  • Deutsche Wirtschaft wächst 2010 um 3,6 %, 2011 um 2,6 %
  • Binnennachfrage zunehmend Treiber des Aufschwungs
  • Unternehmen holen aufgeschobene Investitionen nach, Investitionsniveau derzeit aber nur so hoch wie vor vier Jahren
  • Eurokrise ist Aufschwungrisiko Nr. 1

Die deutsche Wirtschaft ist im Sommer 2010 erneut kräftig gewachsen. Im 3. Quartal 2010 stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,7 % gegenüber dem Vorquartal, wobei die Binnennachfrage - Konsum und Investitionen - gut die Hälfte zum Quartalswachstum beitrug.

Die verstärkten inländischen Wachstumsimpulse insbesondere auch durch den lange Zeit sehr schwachen privaten Konsum machen die deutsche Volkswirtschaft robuster gegenüber den Unwägbarkeiten der Weltkonjunktur. Die globale Nachfrage dürfte im kommenden Jahr aufgrund des verschärften Sparkurses der meisten Industriestaaten, der schleppenden US-Konjunktur sowie der erwarteten leichten Abkühlung in Asien als Wachstumstreiber an Schwung verlieren.

Hinzu kommt als Ernst zu nehmendes Risiko, dass die fortdauernden Strukturprobleme in der Peripherie der Eurozone durch die engen finanziellen und realwirtschaftlichen Verflechtungen auch wirtschaftlich starke Länder wie Deutschland in Mitleidenschaft ziehen können.

Dennoch sind die fundamentalen Voraussetzungen für einen stabilen Aufschwung in Deutschland so günstig wie seit langem nicht mehr, weil sich neben der traditionell starken Exportwirtschaft inzwischen auch die binnenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich verbessert haben. Zu nennen sind hier neben der relativ günstigen Entwicklung bei den Staatsfinanzen vor allem der Arbeitsmarkt und die zu erwartende etwas dynamischere Lohnentwicklung. Höhere Löhne und sinkende Erwerbslosigkeit beleben den privaten Konsum, wodurch sich die inländischen Absatzperspektiven - und damit ein wichtiges Investitionsmotiv insbesondere für Kapazitätserweiterungen - verbessern.

Für das 4. Quartal ist mit einem Realwachstum von 0,6 % gegenüber dem Vorquartal zu rechnen, so dass die Wirtschaftleistung im Gesamtjahr 2010 kalenderbereinigt um 3,6 % steigen und den bisherigen gesamtdeutschen Rekord aus dem Jahr 2006 einstellen wird.

Auch 2011 dürfte das BIP mit 2,6 % deutlich stärker zulegen als im langfristigen Durchschnitt (1,3 % jährlich von 1991 bis 2010). Im Herbst 2011 hätte es damit wieder ein Niveau erreicht, das es vor Krisenbeginn im 1. Quartal 2008 schon einmal hatte. Im 3. Quartal sind die Unternehmensinvestitionen um 1,2 % gewachsen und damit deutlich schneller als im langjährigen Durchschnitt (+0,3 % ggü. Vorquartal). Die für das 4. Quartal 2010 erwartete Fortsetzung der konjunkturellen Erholung wird dazu führen, dass das relativ kräftige Wachstum der Investitionstätigkeit anhält. Da die Investitionen im Jahr 2009 krisenbedingt stark zurückgegangen sind, hat sich ein beträchtlicher Aufholbedarf entwickelt. Ersatz- und Rationalisierungsmaßnahmen, die in der Krise aufgeschoben wurden, werden seit dem 1. Quartal 2010 nach und nach realisiert. Das Niveau der Investitionen ist derzeit etwa so hoch wie vor vier Jahren, der scharfe Einbruch in der Krise ist erst ungefähr zur Hälfte ausgeglichen. Der Aufwärtstrend dürfte sich noch eine Weile fortsetzen, im Laufe des Jahres 2011 aber etwas an Tempo verlieren, wenn der Ersatzbedarf zunehmend gedeckt sein wird und sich die außenwirtschaftlichen Impulse abschwächen.

Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW: "Deutschland befindet sich auf einem soliden Wachstumspfad und wächst wesentlich schneller aus der Krise als auch wir dies anfangs für möglich gehalten haben. Erstmals seit vielen Jahren stehen zudem die Chancen gut, dass sich auch die Binnennachfrage nachhaltig positiv entwickeln kann. Das Wachstumspotential sollte durch vermehrte Investitionstätigkeit vor allem in den verschiedenen Infrastrukturbereichen, aber auch durch zusätzliche Ausgaben für Innovationen sowie für die Aus- und Weiterbildung gestärkt werden. Dringend erforderlich ist dies gerade mit Blick auf die Belastungen unseres Wachstumspotenzials in den kommenden Jahrzehnten durch die stark rückläufige Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter."

Die ausführliche Analyse mit Datentabelle und Grafiken zum KfW-Investbarometer ist im Internet unter www.kfw.de in der Kategorie "Research" abrufbar.

Wolfram Schweickhardt | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Aufwärtstendenz setzt sich fort
21.02.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Ergebnisse der IAB-Stellenerhebung für das 4. Quartal 2016: Anhaltend hohes Niveau offener Stellen
21.02.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie