Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KfW Bankengruppe steigert Finanzierungsvolumen nochmals gegenüber Rekordjahr 2007

29.01.2009
  • In den nächsten Jahren KfW-Finanzierungen in Höhe von etwa 40 Mrd. EUR für deutsche Unternehmen aus Konjunkturpaketen
  • 2008: 28 % der Finanzierungen für den Umwelt- und Klimaschutz
  • Modernisierung KfW - Stärkung Vertrieb und Kundenorientierung

Die KfW Bankengruppe hat im Jahr 2008 mit einem Gesamtfördervolumen von 70,6 Mrd. EUR weiterhin ein hohes Niveau ihrer Förderaktivitäten zu verzeichnen (Vorjahr: 85,5 Mrd. EUR). Bei den Finanzierungen konnte sie ihr Volumen sogar um 3,6 % auf 69 Mrd. EUR gegenüber dem Vorjahr (66,6 Mrd. EUR) steigern.

Das Verbriefungsvolumen ist dagegen von 19 Mrd. EUR auf 1,6 Mrd. EUR stark zurückgegangen. Dies führt dazu, dass sich das Gesamtfördervolumen um 17,4 % verringert hat. Dies sagte der Vorstandsvorsitzende, Dr. Ulrich Schröder, am Donnerstag bei der Jahresauftakt-Pressekonferenz in Frankfurt. "Das Jahr 2008 war für die KfW ein ungewöhnliches und schwieriges Jahr. Umso erfreulicher ist, dass wir im Jahr unseres 60-jährigen Bestehens trotz der Finanzkrise das Finanzierungsvolumen des Rekordjahres 2007 nochmals steigern konnten." In den nächsten Jahren wird die KfW ihre Rolle als Förderbank darüber hinaus auch im Rahmen der beiden Konjunkturpakete der Bundesregierung mit einem Volumen von etwa 50 Mrd. EUR (etwa 25 Mrd. EUR in 2009) stark wahrnehmen. Davon werden etwa 40 Mrd. EUR auf die Finanzierung deutscher Unternehmen und etwa 10 Mrd. EUR auf Energieeffizienz- und Infrastrukturmaßnahmen entfallen. "Wir werden alles tun, um die Kreditversorgung des Mittelstands aufrechtzuerhalten", sagte Dr. Schröder.

Ein besonderes Förderengagement erbrachte die KfW 2008 im Bereich Klima- und Umweltschutz. Rund 19,5 Mrd. EUR vergab die KfW Bankengruppe für Umweltinvestitionen im In- und Ausland. Dies entsprach 28 % des gesamten Finanzierungsvolumens. Die KfW trägt damit wesentlich zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung bei.

"Das Jahr 2009 steht unter zwei Schwerpunkten: Zum einen unterstützt die KfW die Bundesregierung bei der Umsetzung der Konjunkturpakete. Zum anderen haben wir eine umfassende Modernisierung der KfW angestoßen.

Zur Optimierung unserer Förderaktivitäten erarbeiten wir unter Beachtung des Durchleitungsprinzips eine mehr auf den Endkunden ausgerichtete Struktur und stärken unseren Vertrieb mit dem Ziel, noch besser auf unsere gewerblichen, privaten und öffentlichen Kunden einzugehen", sagte Dr. Schröder.

Ergebnisse der Förderaktivitäten im Einzelnen

Die KfW Mittelstandsbank hat im vergangenen Jahr 14,3 Mrd. EUR (Vorjahr: 24,1 Mrd. EUR) zur Förderung mittelständischer Unternehmen eingesetzt. Auch hier ist der Rückgang im Wesentlichen auf den Einbruch bei den Verbriefungen zurück zu führen. Das programmbezogene Finanzierungsgeschäft erreichte mit 11,7 Mrd. EUR das hohe Niveau des Vorjahres. Der Rückgang des Finanzierungsvolumens ist bedingt durch die um 1,3 Mrd. EUR geringeren Globaldarlehen. "Hier lassen sich die ersten Auswirkungen des konjunkturellen Abschwungs erkennen. Vor diesem Hintergrund ist das aber ein bemerkenswertes Ergebnis", sagte Dr. Schröder. Das Jahr 2008 stand unter anderem unter dem Zeichen der Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen. Die Programme StartGeld und Mikrodarlehen wurden zusammengefasst mit dem Ziel der höheren Transparenz und Kundenorientierung, die Programme KfW-Unternehmerkredit und Unternehmerkapital stärker auf kleine und mittlere Unternehmen zugeschnitten.

Die KfW Förderbank hat 2008 ein Finanzierungsvolumen von 33,8 Mrd. EUR (Vorjahr: 32,2 Mrd. EUR) erreicht. Das entspricht einer Steigerung von 5 %. Insgesamt ist das Fördervolumen der Förderbank von 41,2 Mrd. EUR (2007) um 18 % auf 33,8 Mrd. EUR gesunken, da keine Verbriefungen durchgeführt wurden.

Zur Steigerung des Finanzierungsvolumens hat maßgeblich die Programmfamilie Energieeffizientes Bauen und Sanieren beigetragen.

Ziel der Programme ist es, durch die energetische Sanierung im Gebäudebestand sowie durch energieeffizienten Neubau den CO2-Ausstoß zu verringern und zugleich die Binnen¬konjunktur in Deutschland zu stärken. Die KfW Förderbank hat im Rahmen dieser Programme im Jahr 2008 Förderkredite mit einem Volumen von 6,7 Mrd. EUR (Vorjahr: rund 5 Mrd. EUR) zugesagt. Dr. Schröder: "Damit konnten mehr als 220.000 Arbeitsplätze für mindestens ein Jahr gesichert werden. Das Förderprogramm stellt damit gleichzeitig eine Unterstützung für das mittelständische Baugewerbe dar und leistet einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz. Seit 2006 konnte der CO2-Ausstoß durch mitfinanzierte Investitionen dauerhaft um 2,4 Mio. Tonnen pro Jahr reduziert werden."

Die Förderung von Umweltinvestitionen stieg auf 7,3 Mrd. EUR (Vorjahr: 7,2 Mrd. EUR). Mit ihren Programmen unterstützt die KfW Investoren aus Industrie und Gewerbe beim Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz. Explizit für kleine und mittlere Unternehmen ist im ersten Quartal der "Sonderfonds Energieeffizienz" gestartet. Im Rahmen dieses Programms erhielten über 550 Unternehmen KfW-Zuschüsse für eine qualifizierte, unabhängige Energieberatung. Darüber hinaus wurden 315 Mio. EUR zinsverbilligte Darlehen für die Energieeinsparinvestitionen der Unternehmen vergeben. Die Finanzierung von Investitionen in die kommunale Infrastruktur wurde mit 2,2 Mrd. EUR gefördert. Die Bildungsfinanzierung blieb mit Förderkrediten in Höhe von 1,3 Mrd. EUR auf Vorjahresniveau. Seit Programmstart des Studienkredits im April 2006 wurden rund 50.000 Zusagen erteilt.

Das Fördervolumen der KfW Entwicklungsbank ist im Jahr 2008 mit Zusagen in Höhe von 3,7 Mrd. EUR (Vorjahr: 3 Mrd. EUR) um 23 % stark auf einen neuen Höchststand gestiegen. Zusätzlich zu Mitteln aus dem Bundeshaushalt hat die KfW Entwicklungsbank über 2,1 Mrd. EUR eigene Mittel für Vorhaben in Entwicklungs- und Transformationsländern eingesetzt. Dies entspricht mittlerweile 58 % der Gesamtzusagen der KfW Entwicklungsbank. Die KfW Entwicklungsbank verbindet ihre Möglichkeiten als Kreditinstitut mit ihren entwicklungspolitischen Kompetenzen. Darüber hinaus setzte das KfW-Tochterunternehmen DEG im vergangenen Jahr insgesamt 1,2 Mrd. EUR für Investitionen von Privatunternehmen in Entwicklungsländern ein.

Die KfW IPEX-Bank verzeichnete im Jahr 2008 mit rund 17,6 Mrd. EUR (Vorjahr: 16,1 Mrd. EUR) ein starkes Neugeschäft. Über 24 % davon entfielen auf Neuzusagen in Deutschland, mit 41 % finanzierte sie Investitionsvorhaben in Europa, der Rest floss in Investitionen im übrigen Ausland. Die internationale Projekt- und Exportfinanzierungsbank ist seit dem 1. Januar 2008 als selbständige Tochter aus der KfW Bankengruppe ausgegliedert.

Zur Refinanzierung ihres Geschäfts hat die KfW Bankengruppe 2008 Mittel in Höhe von 75,3 Mrd. EUR (Vorjahr: 64,6 Mrd. EUR) auf den internationalen Kapitalmärkten aufgenommen. Das ist das höchste Refinanzierungsvolumen in der 60-jährigen KfW-Geschichte. Aufgrund ihres Engagements im Rahmen des Konjunkturpakets II passt die KfW für 2009 ihr Refinanzierungsvolumen auf jetzt rund 75 Mrd. EUR an.

Service: Alle Unterlagen der Jahresauftakt-Pressekonferenz der KfW Bankengruppe finden Sie im Internet unter www.kfw.de.

| presseportal
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitsmarkt bleibt im Aufwind
27.04.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland
25.04.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie