Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kernkraftboom fördert Zusammenarbeit

02.06.2009
Das neu erwachte Interesse an der Kernenergie bringt Bewegung in die Branche der Kraftwerkshersteller und -betreiber. Versorger, Generalunternehmer und Komponentenhersteller suchen die Zusammenarbeit und bilden Partnerschaften, die das Gesicht der Branche in absehbarer Zeit verändern werden.

Mit Blick auf die 250 Kernenergieprojekte, die gegenwärtig weltweit auf ihre Realisierung warten, rücken die Komponenten- und Ausrüstungshersteller enger zusammen, um den steigenden Bedarf decken zu können. Gleichzeitig intensivieren Hersteller und Versorger ihre Kooperation, um sich die Investitionskosten zu teilen und eine zügige Umsetzung der Projekte zu ermöglichen.

Repräsentative Beispiele für diesen Trend sind die Partnerschaften zwischen Siemens und Rosatom, EdF und Enel, Ensa und GE-Hitachi Nuclear Energy, BHEL und Sheffield Forgemasters, Kazatomprom und der China Guangdong Nuclear Power Group sowie die Zusammenarbeit von GdF-Suez mit Iberdrola und Scottish and Southern Energy.

Ein Hauptgrund für das Entstehen solcher Partnerschaften sind die hohen Investitionskosten, die jede einzelne Anlage erfordert. So erläutert Maciej Jeziorski, Analyst bei der Unternehmensberatung Frost & Sullivan: „Das derzeitige Wirtschaftsklima macht die Finanzierung für alle komplizierter. Dabei haben große Unternehmen wie die führenden Energieversorger die besten Chancen, ihre Projekte finaziert zu bekommen. Die Kernenergie, die als eine der langfristigsten Investitionen mit erheblicher staatlicher Unterstützung gilt, ist im gegenwärtigen wirtschaftlichen Abschwung besonders gut positioniert. So wurde weltweit bisher nur ein einziges Kernenergieprojekt wegen der Finanzkrise gestrichen.“

Ein weiterer Aspekt, der für die Bildung von Allianzen spricht: Es gibt nicht viele Unternehmen, die über das erforderliche Know-how und die entsprechende Erfahrung verfügen, so dass die Gewinnung solcher Partner über Erfolg oder Misserfolg entscheiden kann. Seit Anfang diesen Jahres sorgen Nachrichten von Deutschlands Maschinenbauriesen Siemens in der Kernenergiebranche für Wirbel. Im Januar 2009 gab das Münchener Unternehmen seine 34-prozentige Beteiligung an Areva NP ab und unterzeichnete anschließend eine Vereinbarung über die Einrichtung eines Jointventures mit dem staatlichen russischen Atomenergie-Unternehmen Rosatom. Auf jeden Fall sind ernsthafte langfristige Implikationen für den globalen Kernenergiemarkt zu erwarten, wenn sich neue Mitspieler in Spitzenpositionen im Kernenergiegeschäft schieben.

Mit Interesse wird auch die Entwicklung in Großbritannien verfolgt, wo die jüngst geschlossenen Partnerschaften Maßstäbe für die Kernenergiebranche weltweit setzen könnten. Denn dort berücksichtigt das laufende Kernenergieprogramm die neuen Kernreaktoren der Generationen III und III+ verschiedener ausländischer Hersteller, wobei die erste Anlage der neuen Generation zwischen 2017 und 2020 ans Netz gehen und weitere in relativ kurzer Folge dazukommen sollen. Verschiedene Unternehmen gehen im Rahmen der Vorbereitung auf neue Projekte industrielle Allianzen ein. Bisher haben alle großen Energieversorger wie EdF, E.ON, RWE, Iberdrola und Electrabel ihre Absicht erklärt, im Rahmen verschiedener Partnerschaften an der Umsetzung des Kernenergieplanes in Großbritannien mitwirken zu wollen. Wenn die bestehenden und noch zu errichtenden Gemeinschaftsunternehmen in Großbritannien erfolgreich arbeiten, ist zu erwarten, dass dieselben Akteure in anderen Ländern in ähnlicher Form kooperier en.

Allerdings kann eine solche Entwicklung auch zu Problemen führen: „Nimmt die Zahl derartiger Kernenergieprojekte weiter zu, könnte die Verfügbarkeit neuer Anlagen leiden, da sich die Lieferzeiten verlängern“, so Jeziorski. „Denn die meisten Ausrüstungen für Anlagen der neuen Generation kommen von internationalen Herstellern und Zulieferern, deren Kapazitäten ausgelastet sind.“

Um den Anforderungen des boomenden Marktes genügen zu können, haben allerdings viele Ausrüstungshersteller schon damit begonnen, in neue Produktionskapazitäten zu investieren – sei es, dass sie neue Werke errichten, die Kapazität vorhandener Produktionsstätten ausbauen oder neue Maschinen kaufen. So hat z. B. im Dezember 2008 Japan Steel Works – ein weltweit führendes Unternehmen der Schwerindustrie – angekündigt, seine Fertigungskapazitäten bis Mitte 2012 verdreifachen zu wollen.

Für weitere Informationen zum Markt für Kernenergie und Frost & Sullivan wenden Sie sich bitte unter Angabe Ihrer vollständigen Kontaktdaten an Katja Feick - Corporate Communications (katja.feick@frost.com).

Über Frost & Sullivan

Frost & Sullivan ist eine weltweit tätige Unternehmensberatung, die in Partnerschaft mit ihren Kunden innovative Wachstumsstrategien entwickelt. Mit einem Serviceportfolio bestehend aus den Bereichen Growth Partnership Services, Growth Consulting und Corporate Training & Development unterstützt Frost & Sullivan seine Kunden dabei, eine auf Wachstum ausgerichtete Kultur zu etablieren und entsprechende Strategien umzusetzen.

Seit über 45 Jahren in unterschiedlichen Branchen und Industrien tätig, verfügt Frost & Sullivan über einen enormen Bestand an Marktinformationen und unterhält mittlerweile 35 Niederlassungen auf sechs Kontinenten. Der Kundenstamm von Frost & Sullivan umfasst sowohl Global-1000-Unternehmen als auch aufstrebende Firmen und Kunden aus der Investmentbranche.

Kontakt:
Katja Feick
Corporate Communications – Europe
Clemensstr. 9
D – 60487 Frankfurt
Tel.: +49 (0) 69 7703343
E-Mail: katja.feick@frost.com

Katja Feick | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.frost.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Kräftiger Anstieg setzt sich fort
25.04.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Online-Quickcheck »Frugal Innovation Index« macht Unternehmen fit für Entry-Level Produkte
19.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Pharmacoscopy: Mikroskopie der nächsten Generation

25.04.2017 | Medizintechnik

Astronomen-Team findet Himmelskörper mit „Schmauchspuren“

25.04.2017 | Physik Astronomie

Heiß & kalt – Gegensätze ziehen sich an

25.04.2017 | Physik Astronomie